—— eee ̃‚—Kf—
die dritte vorleſung. Vom allgemeinen und beſondern Ausdruck. 163
ſohe Stirne, ſo laͤßt ſich daraus ſchlieſſen, daß es ein Kennzeichen der Tapferkeit,
und groſſe Extremitaͤten ein Beweis der Staͤrke iſt. Dies iſt eine Probe von den
berundſägzen der alten Phyſſonomiſten, auf dieſe Weiſe gehen ſie alle Theile des Leid und ſelbſt die Farbe durch.
Man begnuͤgte ſich aber in dieſer Lehre mit dem was der Maler gebrauchen kann.Ed ward jedoch erinnert, daß man zwar aus dem, wie einer ſeinen Korper traͤgt/nd aus der Stellung viele Folgerungen auf die Beſchaffenheit ſeines Gemuͤths machen8„daß man ſich aber auf die Kennzeichen des Geſichts einſchrenken wolle. Apu-pus ſagt ſchon, der ganze Menſch zeigt ſich in ſeinem Geſichte. Wenn einige dendlenſchen eine kleine Welt genennt haben, ſo kann man den Kopf auch wieder denIunbegrif des ganzen Menſchen nennen.
Ne Die Thiere ſind eben ſo verſchieden in ihrem Naturell, als der Menſch in den0 eigungen. Man muß alſo zuförderſt die Neigung einer jeden Gattung von Thiereneſonders unterſuchen, und auf die Theile acht geben, welche gewiſſe herrſchende Nei-
ngen andeuten. Der Eber iſt zum Exempel ein geiles, gefraͤßiges, faules Thier,01 hat alſo nachzuforſchen, welche Zuͤge die Gefraͤßigkeit, welche die Faulheit, unddeche die Geilheit andeuten, weil ein Menſch einige von dieſen Zügen, die einemSchweine gleichen, haben könnte, die andern aber nicht. Darauf muß man unterſu-en, worinn eigentlich die Aehnlichkeit der Zuͤge zwiſchen dem Geſichte der Menſchenand dem Thiere beſteht, und woraus man entweder einen höhern oder geringern Gradkr Neigung ſchlieſſen ſoll. Dies läßt ſich aber nicht ohne Figuren deutlich machen.
ö Man merkte ferner an, daß die Thiere mit einer hohen vorſtehenden Naſe kühnie Die Kühnheit eines Thieres beſteht darinn, wenn es ſich in einen Streit ein-10 den es nicht ausfuͤhren kann. So iſt zum Exempel bey einem Schoͤpſe Kuͤhn-. was bey einem Löwen Tapferkeit heißt. Der Unterſchied zwiſchen dem Kopfenes Menſchen und eines Thieres beſteht vornemlich darin, daß die Augen derenſchen mit ihren vier Winkeln in gerader Linie ſtehen, bey den Thieren hingegendie Augenwinkel bey der Naſe mehr oder weniger, aber doch allemal etwas ge-fal zum andern kann der Menſch ſeinen Augapfel in die Hoͤhe drehen, die Thiere0 en aber nicht anders aufwaͤrts ſehen, als wenn ſie den ganzen Kopf in die HoͤheW en. Die Bewegung ihres Augapfels geht ſehr niederwaͤrts ſo daß man oft vielus darüber ſieht, ſie drehen ihn aber niemals in die Hohe. Drittens ſtoſſen dieugenbraunen der Thiere niemals zuſammen, die Spitzen ſind bey allen niederwartsgesenkt; der Menſchen ihre kommen hingegen in der Mitte uͤber der Naſe zuſammen,
ind die Spitzen laufen bey derſelben ein wenig aufwärts.
Es ward durch einen Triangel bewieſen, daß die Eindruͤcke der 3 125en Thieren von der Naſe zu den Ohren, und von da zum Herzen gehen. i 3Linie macht einen Winkel mit der von der Naſez wenn dieſe Linie quer urch dasganze Auge, und die untere Linie durch den Rachen läuft, ſo holt man es für ein Zei,
en eines gefraͤßigen, grauſamen und wilden Thieres.
wendigen Spitze des Auges, uͤber
. 5 der aus ie StiMan zieht auch einen Triangel, aus in geren die Stirne kuſggeg0
as obere Augenlied; wenn die Linie von der Naſe m