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72 Bap. 2. Von Stefano, Laurati, Buffalmaco, Lorenzetto,

lle ego ſum per quem pictura extincta revixit,Cui quam recta manus, tam fuit et facilis.Naturae deerat, noſtrae quod defuit arti.Plus licuit nulli pingere nec melius.Miraris turrim egregiam ſacro cere ſonantem.Haec quoque de modulo crevit ad aſtra meo.Denique ſum Gottus: quid opus fuit illa referre:Hoc nomen longi carminis inſtar erit.

Man ſagt er habe in ſeiner Jugend auf der Naſe eines Portraͤts von ſeinem Meiſter Cima-bue eine Fliege gemalt, und zwar ſo natuͤrlich, daß dieſer ſie anfangs weglagen wollen,bis er den Betrug ſeines Schuͤlers erfahren. Giotto zeigte ſich auch als einen Bild-hauer und Baumeiſter.

Das 2. Kapitel.

Von Stefano, Laurati, Buffalmaco, Lorenzetto, Cavallino, Simon di Siena, Angelo Gaddi, Andreas Orgagna.

6. Stefano.

Matte l. Stefano da Lapo von Florenz war ein Enkel und Schuͤler des Giotto, der es ſeinem

Lehrer und allen ſeinen Vorgaͤngern zuvor that. Zu Florenz al Spirito findet mandrey Bogen mit vielem Verſtand und Geſchicklichkeit von ihm gemalt; worinn manſieht, daß er ſich befliſſen, das Nackende in der Bekleidung anzugeben. Er verfertigte auch in einer Kapelle den Fall Lucifers, wobey er ſehr viele Verkuͤrzungen anbrach-te, und daher den Zunahmen; ein Affe der Natur, erhielte. Sein beſtes Werk war eine himmliſche Herrlichkeit zu Aßiſi, worinn man die Freude in den Geſichtern, unddie Verſchiedenheit in denſelben mit Vergnuͤgen ſteht. Das erſte Bild, wodurch elſich bekannt machte, und ſchon eine beſſere Zeichnung und Art zu malen als ſein Mei-ſter Giotto zeigte, war ein Marienbild auf dem Gottesacker zu Piſa. Er ſtarb1350. im neun und funfzigſten Jahr ſeines Alters; und man ſetzte ihm folgendeGrabſchrift:

Stephano Florentino Pictorifoecundus imaginibus ac co-lorandis figuris nulli

unquam inferiori.Affines moeſtiſſ. Poſ.vixit. Ann. XLIX.

Seine Geſchicklichkeit in der Baukunſt wird geruͤhmt.

7. Pietro Laurati.

Pietro Laurati verfertigte viele Sachen in ſeiner Geburtsſtadt Siena. Seine Ar-beiten ſind ſchon viel beſſer und fleißiger als ſeines Lehrers Giotto, vorzuͤglich verdienenſeine Gewaͤnder Lob, weil er anfieng die Glieder der Figuren darunter anzudeuten.Er malte hauptſaͤchlich in Toſcana, unter andern eine ſchoͤne Himmelfahrt der Mariazu Arezzo, worinn die Figuren mit vieler Anmuth gezeichnet und die Mienen gehöͤriausgedruckt ſind. Sonfſt weiß man nicht viel von ihm, als daß er um das Jahr 135%das meiſte gemacht. 8

8. Bond-