Band 
Siebender Band.
JPEG-Download
 

Platte K.

Platte J.

74 Rap. 6. Von Stefano, Laurati, Buffalmaco, Lorenzetto, Cavallino

ſen geliebte Laura. Dieſe beyden Bildniſſe, weil ſie ſo beruͤhmt ſind, finden ſich aufder Platte K. und des Künſtlers eignes Bildniß auf der Platte I. Er ſtarb 1345 unein und ſechzigſten Jahr ſeines Alters, und bekam dieſe Grabſchrift.

Simoni Memmio Pictorum omniumOmnis aetatis celeberrimo. vixit. An. LX. Menſ. II. Dies III.

12. Angelo Gaddi.

Augelo Gaddi(gebohren zu Florenz) ein Sohn des oben gemeldten Gaddi.Nach ſeines Vaters Tode hielte er ſich vier und zwanzig Jahre bey Giotto auf; uͤber-traf dieſen weit im Colorit, und war im Ausdruck der Leidenſchaften beſonders gluͤck-lich. Unter andern malte er die Geſchichte des heiligen Nicolaus in einem Meerſturm,wie die Schiffer um das Schif zu erleichtern, allerley Kaufmannsguͤter uͤber Bord wer-fen. Auf einem gewiſſen Rathhauſe verfertigte er die mit einem Flor bedeckte, uͤbri-gens aber nackende Warheit, welche der ſchwarz gekleideten Luͤgen die Zunge ausreiſſet/und die umſtehenden Rathsherren ſehen zu: ingleichen ein allegoriſches Gemaͤlde volden ſieben freyen Kuͤnſten, an einer Mauer. Sein Hauptbild war eine Creutzigung zuArezzo. Seine Geſchicklichkeit im Bauen zeigte er an einer Bruͤcke uͤber den Arno zuFlorenz, welche allen Fluthen bisher gluͤcklich widerſtanden, da eine andere von ihmgleichfalls erbauete Bruͤcke in der groſſen Fluth vom Jahr 1877. weggeſchwemmt worden. Er fuhrte auch den Thurm von St. Maria del Fiore, wiewohl nach den Zeich-nungen ſeines Vaters Gaddo Gaddi auf. Er ſtarb nach 1352. im funfzigſten Jahre.Seine Nachkommen wurden Biſchoͤffe und Cardinale. Sein Korper liegt in der KircheSanta Croce mit dieſer Grabſchrift:

Hoc uno poterat dici Florentia FelixVigente: ac certa eſt non potuiſſe mori.

Anmerkung. Sandrart hat ſich hier in dem Taufnahmen geirrt, welches um ſomehr zu verwundern iſt, da Carl von Mander, den er in den Lebensbeſchreibungen faſtblos uͤberſetzt, ihn richtig Taddeo Gaddi genannt hat. Alles hier erzaͤhlte, muß vondieſem Taddeo verſtanden werden. Taddeo hatte einen Sohn Angelo, welcher zwar auchein guter Kuͤnſtler war, ſich aber doch hauptſaͤchlich auf die Kaufmannſchaft legte; dadurcherwarb er groſſes Vermögen, und legte nach ſeinem 1387. erfolgten Ableben den Grundzu der gedachten Groͤſſe ſeiner Nachkommen. Siehe den Bottari in ſeinen Anmerkun-gen zu der neuen Ausgabe von des Vaſari Lebensbeſchreibungen. 1. Theil. S. 107. und 195.

13. Andreas Orgagna.

Orgagna aus Florenz, war in ſeiner Jugend ein Bildſchneider: wurde aber nach-her wegen ſeines lebhaften Verſtandes ein Dichter, Maler und Baumeiſter, ſein Lehr?meiſter hieß Angelus Piſanus. Er malte viele allegoriſche Bilder, als die irdiſchtWolluſt, das menſchliche Elend, und machte Verſe darunter. In einem Bilde deszukuͤnftigen Lebens malte er ſeine Freunde im Himmel, und ſeine Feinde, worunterbeſonders ein Notarius war, der ihn vor Gericht geplagt hatte, in der Hoͤlle. Er ſtar1389. im ſechzigſten Jahre. Um ſeine Geſchicklichkeit in beyden Kuͤnſten anzudeuten/ſetzte er unter ſeine Gemaͤlde Orgagna der Bildhauer, und unter die Statuen: Orgagna der Maler. b

Das