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78 Kap. 4 Vom Antonello, Sirlandajo/ Antonius und Petrus

Eben daſelbſt verfertigte er den heiligen Stephanus, der mit den Juden uͤber ihreHartnaͤckigkeit ſtreitet, und ſie bekehren will: und auf der andern Seite den Lebens-lauf Johannes des Taͤufers, naͤmlich ſeine Geburt, Predigt, Taufe, das Gaſtmahl desHerodes, und endlich ſeine Enthauptung. Unter den Nebenfiguren eines dieſer Gemaͤl-de hat er ſich und ſeinen Schuͤler Damianus abgebildet. Er war den Ausſchweifun-gen ſehr ergeben. Wie er im Nonnenkloſter zu Pratolino malte, verliebte er ſich inein daſelbſt erzognes Maͤdgen, entfuͤhrte und heyrathete ſie. Er zeugte einen SohnPhilipp mit ihr, der nachgehends auch ein guter Maler geworden. Als er in einerKirche zu Spoleto malte, ſtellte er wieder einem Frauenzimmer nach, wurde aber vonihren Verwandten im Jahr 1430. vergiftet. Nach ſeinem Tode ließ der Großherzogvon Florenz ihm ein herrliches Grab von Marmor erbauen, und Angelus Politianusdichtete folgende Grabſchrift dazu:

Conditus hic ego ſum Picturae fama Philippus;Nulli ignota meae eſt gratia mira manus.Artifices potui digitis animare colores,Sperataque animos fallere voce diu;jpſa meis ſtupuit natura expreſſa figurisMeque ſuis faſſa eſt artibus eſſe parem.Marmoreo tumulo Medices Laurentius hic meCondidit: ante humili pulvere tectus eram.

Das 4. Kapitel.

Vom Antonello, Ghirlandajo, Antonius und Petrus Polla-uoli, Boticelli, Verochio, und Mantegna.

21. Antonello.

Antonello aus Meſſina in Sicilien gebuͤrtig, und mit dem Geſchlechtsnahmen Ma-A mertmi genannt, iſt deswegen merkwürdig, weil er eine Reiſe nach Brugge inFlandern that, um daſelbſt von Johann von Eyck das Malen mit Oelfarben zu erler-nen. Er gewann ſeinen Meiſter ſo lieb, und war ſo fleiſſig, daß er bis an ſeinen Tobey ihm blieb, und darauf erſt nach Italien zuruͤckehrte, um die neue Kunſt in ſeinemVaterlande auszuuͤben. Er war ein guter Zeichner. Er ſchlug ſeinen Wohnplatz zu-letzt in Venedig auf, wo er viel mit Oelfarben malte, und anſehnliches Geld damitDomino erwarb. Er lernte ſeine neue Kunſt dem Dominico, welcher ſich groſſen Ruhm darinnund ga erwarb, und aus Neid von einem andern Maler ſeinem Gehuͤlfen, dem Andrea del Caſtag-Caltsgno. no, ermordet wurde. Dies geſchah um das Jahr 1430. Er ſtarb im neun und vierzigſten Jahr ſeines Alters, und erhielt folgende Grabſchrift.

NM. 8.

Antonius. Pictor. praecipuum. Meſſanac. et. Siciliae. totius. ornamentum. hac.humo. contegitur. non ſolum. ſuis. picturis. in. quibus. ſingulare. artificium -et. venuſtas. fuit. ſed. et. quod. coloribus. oleo. miſcendis. ſplendorem. et.perpetuitatem. primus. Italic ae. picturae. contulit. ſummo. ſemper. artificum -ſtudio. celebratus.

22. Ghirlandaio.

Domenico Ghirlandaio, ein Florentiner, im Jahr 1449. gebohren, war ſeinel

Profeſſon nach anfangs ein Goldſchmidt. Er hatte das Handwerk von ſeinem t 5