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Siebender Band.
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80 Kap. 4. Vom Antonello, Ghirlandajo, Antonius und Petrus,24. Aleſſandro Botticelli.

Botticelli, oder nach ſeinem rechten Geſchlechtsnahmen Filipepi genannt, wurdewie die beyden vorigen Meiſter aus einem Goldſchmide ein Maler. Sein Geburts-ort war Florenz, wo er im Jahr 1437. das Licht der Welt erblickte. Er begab ſichzum Lippi in die Schule, in ſeinen jungen Jahren war er ſehr fleiſſig, malte treflich aunaſſem Kalk, daß ihn ſo gar Pabſt Sixtus nach Rom kommen ließ, um in ſeiner Ca-pelle zu arbeiten. Nachher gieng er wieder nach Florenz, wurde faul und liederlich;und ſtarb endlich 1515. in groſſer Armuth. Seine Erfindung, ſeine Zeichnung unColorit ſind ſehr gut; welches man beſonders an ſeinem beſten Stuͤcke, die Anbetungder drey Koͤnige, ſo er fuͤr den Großherzog Cosmus verfertigte, bemerket. Fuͤr denſel-ben machte er auch noch ein paar Gemaͤlde der Venus, auf deren einem ſie in einer Land-ſchaft mit Liebesgoͤttern umgeben iſt, und auf dem andern wird ſie von den Grazienmit Blumenkraͤnzen geziert. Beyde Bilder ſind von einer ungemeinen LieblichkeitWie er ſich in den letzten Jahren auf die faule Seite legte, fieng er an eine Auslegungdes Dichters Dante zu ſchreiben, und Figuren zu dem Gedichte von der Hoͤlle zu zeich-nen, um ſolche heraus zu geben, er erlebte das Ende aber nicht. In ſeinen beſtenJahren eiferte er mit dem Ghirlandajo um die Wette, und verfertigte zu deſſen Hie-ronymus einen Auguſtinus, an welchem alle Kenner den Ausdruck bewunderten.

25. A. Verrochio.

Andreas Verrochio aus Florenz, war zugleich ein Goldſchmidt, Feldmeſſer, Bild-hauer, Kupferſtecher und Muſicker. Seine Malereyen ſind hart, und von ſchlechtemColorit; deſto geſchickter war er aber in der Zeichnung, und beſonders im Gießen volMetall, ſonderlich in Pferden, weswegen ihn die Venetianer beriefen, eine Statuevon einem ihrer Generals Perſonen, den Bartholomaͤus von Bergamo zu verfertigen/woruͤber er 1488. im ſechs und funfzigſten Jahr ſtarb.

Denn als Verrocchio die Form von dem Pferde fertig hatte, und den Guß nun“mehr vornehmen wollte, hoͤrte er daß die Verfertigung der Figur auf demſelben, demVelano von Padua aufgetragen werden ſollte, weswegen er von ſeiner Form aus Verdruß den Kopf und die Beine abſchlug, und ſich davon machte. Als die Regierung dieſes erfuhr, that ſie ihm zu wiſſen, daß er den Kopf verlieren wuͤrde, wenn er ſich wiesder in ihrem Gebiete ſehen lieſſe. Er ſchrieb ihnen wieder: daß er ſich wohl dafürhuͤten wuͤrde, weil ſie ihm doch mit aller ihrer Macht den Kopf nicht wieder anſetzenkoͤnnten, da er hingegen im Stande waͤre, ſeinen Pferdekopf mit leichter Muͤhe, untnoch wohl einen beſſern wieder zu machen. Die Antwort wurde gut aufgenommen,und man verſchrieb ihn mit doppelter Beſoldung aufs neue. Er fieng ſein Werk wie-der ganz emſig an, erhitzte ſich aber beym Gießen, und erkaͤltete ſich darauf dergeſtalldaß es ihm das Leben koſtete.

Er war ſo fertig, daß er einmal aus freyer Hand gleich einen Carton mit eineSchlacht von nackenden Leuten zeichnete, der ſehr meiſterhaft gerieth. Seinen Frauenkopfen wußte er eine angenehme Miene, und einen artigen Putz zu geben, weswe-gen ſolche ſein Schuͤler Leonhard da Vinci in ſeinen Werken nachzuahmen ſuchte,Verrochio hinterließ viele Entwuͤrfe von Gemaͤlden, die er zwar angefangen abetnicht ausgefuͤhrt hatte.

Er war der Erfinder in Gyps nach dem Leben zu gießen: von welcher Arbeit maßnoch vieles in Florenz ſiehet, und die unter den Griechen ſchon Lyſiſtratus zuerſt 0ma