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8² Rap. 53. Von Ph Lippi, Franc. Francia. Piet. Perugino.

von ihm. Er ſtarb 1517. zu Padua, nachdem nicht lange vorher Albrecht Duͤrrer zuihm gekommen war, und eine genaue Freundſchaft mit ihm geſtiftet hatte.

Sein Ruff hatte ſich durch ganz Italien verbreitet, und man zaͤhlte ihn nachaller damaligen Kenner Meynung, unter die vornehmſten Kuͤnſtler. Der beruͤhmkeDichter Arioſt nennt ihn auch als einen derſelben zu Anfang des drey und dreyßigſtenGeſanges, des groſſen Gedichts Orlando:

Leonardo, Andrea Mantegna; Gioan. Bellino.

Auf ſeinem Grabe ſteht ſein metallenes Bildniß, nach welchem das unſrige aufder Platte L. abgezeichnet worden, mit folgenden zwey Zeilen:

Eſſe parem hunc noris, ſi non praeponis, ApelliAenea NMiantegnae qui ſimulacra vides.

Das 5. Kapitel.Von Ph. Lippi, Francia, Pietro Perugino, Signorelli,

Leonnardo da Vinci.27. Phil. Lippi-

Dicſer Philippus Lippi war ein Sohn des obgedachten Lippi h. 20. zu Florenz 142),D gebohren. Er lernte bey Botticelli bey dem er es in kurzem ſo weit brachte/daß er ſeinen Vater, und die meiſten damals lebenden Maler uͤbertraf. Er war be-ſonders gut in Gewaͤndern, und wußte die Frieſen mit Grotesken auszuzieren, welchebisher noch kein Maler mit ſo vielem Geſchmack gethan hatte. Er hat vornaͤmlich inRom und Florenz gemalet. Für den Konig in Ungarn Matthias, verfertigteer zwey ſchb-ne Beider, worauf ihn der Cardinal Caraffa nach Rom berief, um an der Kirche 3ria alla Minerva eine Kapelle auszumalen. In einem Gemaͤlde ſtellte er denGlauben vor, wie er den Unglauben und die Ketzerey gefangen haͤlt: in einem andern/den Thomas Aquinas, welcher die Ketzer Arius und Sabellicus in einer Unterredung uͤber,zeuget, und zum Stillſchweigen bringet, und im dritten den Evangeliſten Johannes, 6

erin Oel geſotten wird. Der Zorn im Geſichte des Richters, wie das Feuer nicht albrennen will, iſt dabey ſehr geſchickt ausgedruckt. In einer andern Kirche verfertigte 5den heiligen Philipp, wie er durch ſein Gebet eine Schlange unter dem Altar hervol-bringt, welche mit ihrem giftigen Hauch den Sohn des Koͤnigs toͤdtet: desgleichenKreutzigung eben dieſes Heiligen. Er ſtarb A. 1474. in ſeinem Vaterlande, nachdem. 118 guten Wandel gefuͤhret, und die Ausſchweifungen ſeines Vaters vermiẽ-

en hatte.

28. Franciſcus Francia.

5 Franceſco Francia, war um das Jahr 1450. zu Bologna gebohren, und hieß mitſeinem Geſchlechtsnahmen Raibolini. Er trieb anfangs mit vieler Geſchicklichkeit daGoldſchmidts Handwerk, wobey er ſich ſehr im Zeichnen uͤbte. Er legte ſich a 4nachher auf die Malerey, und erwarb ſich ein ſolches Anſehen, daß Raphael ihn schätze,und ſeine Bekanntſchaft ſuchte. Man erzaͤhlt, daß Raphael ſeine Cäcilia an ihn 9,ſchickt, mit Bitte ſolche, wenn ſie ſchadhaft werden mochte, auszubeſſern, ehe ſie in Boonna aufgehangen wurde: Francia habe ſie betrachtet, ſey uͤber den Vorzug dieſer A