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Rap. 7. Raphael d Urbino.Das 7. Kapitel.
Raphael d Urbino.
42. Raphael d Urbino.
Röoael Sanzio iſt zu Urbino im Jahr 1483. gebohren. Dieſer Maler war in ſovielen Stuͤcken der Malerey zugleich vollkommen, daß vor und nach ihm kein andreres uberhaupt ſo weit gebracht hat, wenn ihm gleich in einzelnen Stuͤcken einige andie Seite zu ſetzen ſind. Er war der richtigſte Zeichner, wußte ſeinen Figuren eineedle Stellung, und den Geſichtern die Charactere zu geben, die ſich fur ſie ſchickten,daher ſeine Compoſition treflich iſt. Keiner war mit mehr Talenten zu ſeiner Kungebohren, keiner hat aber auch vielleicht mehr Fleiß angewandt, darinn vollkommenzu werden. Seinem Lehrer Pietro Perugino kam er bald ſo gleich, daß man ihre Ar-beiten nicht mehr unterſcheiden konnte.
Er half ſeinem Lehrer in verſchiedenen Kirchen zu Perugia, als zu St. Franceſcound machte einen Chriſtum am Kreutze zu St. Domenico in Citta di Caſtello faganz allein. Darauf nahm ſein Freund Pinturicchio ihn mit nach Siena, um daſelbſtverſchiedenes von ihm zeichnen zu laſſen. Als er aber von den beruͤßmten Cartons des Vinci und Buonarotti horte, deren wir im Leben des erſten Kuͤnſtlers gedacht haben, mach'te er ſich auf, um ſolche in Augenſchein zu nehmen. Florenz geſiel ihm, deswegeblieb er eine Zeitlang da, und bekam ſo jung er auch war, einen Anhang von vielejungen Malern, die ihn ſeiner Kunſt wegen hochachteten.
Unterdeſſen ſtarben ſeine Eltern zu Urbino, deswegen begab er ſich dahin, um feineSachen in Ordnung zu bringen, und verfertigte daſelbſt fuͤr den Herzog ein paar lrienbilder und Chriſtum mit den Apoſteln im Oelgarten, mit ſolchem Fleiß im Kleinenals wenn es Miniatur Arbeit waͤre. Darauf gieng er abermals nach Perugia unzeigte in verſchiedenen Werken, was ſein Aufenthalt in Florenz genutzt hatte. Unterandern malte er eine trefliche heilige Familie, wo der kleine Chriſtus, den von der Ellſabeth ihm zugefuͤhrten Johannes ſehr freundlich empfaͤngt. Man bewundert dasſchoͤne Colorit des Fleiſches daran.
ier vernahm er daß ſeine beyden Meiſter, durch die er ſi iel gebeſ-ſert hatte anfiengen, der Manier des Maſaccio nachzuahmen. e weit erzum andernmal nach Florenz, und gerieth mit dem Maler Baccio in eine vertrauBekanntschaft: er hielte ſich aber nicht gar lange auf, ſondern kehrte wieder nach Pe-rugia zuruͤck, um die Kapelle zu St. Franceſco, wozu er vor der Abreiſe ſchon die Zeich-nungen gemacht hat, zu Stande zubringen. Man ſieht in derſelben die Grablegung Chrſti, wobey die Maria und alle umſtehende mit herrlicher Kunſt ausgearbeitet ſindRaphael ſtund bereits um dieſe Zeit in groſſem Anſehen. Man konnte ihn, wenn 5gleich noch wenig Jahre erreicht hatte, ſchon mit Recht fuͤr einen der beſten damalslebenden Kuͤnſtler halten. Er hatte ſich nunmehr gebildet, und eine ihm eigne Art zumalen erwaͤhlet.
Wie er erſt des Leonh. da Vinci und Michel Angelo Werke zu Floren eſehenhatte, verbeſſerte er ſich, und band ſich nicht mehr ſo ſklaviſch 5 4 1 Leh-rers Manier. Dazu kamen in der Folge die Anticken, welche er in Rom ſtets vorAugen hatte, und nach denen er fleiſſig zeichnete. Man ſieht es an ſeinen Stellung
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