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100 Kap. 9. Pol. Caravagio Roſſo. Andrea Coſimo. Mortoſolche uͤber deſſen Arbeit zu erheben ſuchten, allein im Grunde verdient Titian wie ge-

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ſagt den Vorzug. Der Prinz Doria ließ ihn nach Genua kommen, wo er nebſt demPierin del Vaga arbeiten ſollte. Als der Furſt aber des Pordenone harte Arbeit aneinem zur Probe gemachten Gemaͤlde von dem Zuge Jaſons nach Colchis gegen die ſanſ-te und angenehme Manier des Pierins ſahe, gab er ihm den Abſchied wieder. Er giengdarauf nach Ferrara, wo er 1540. im ſechs und funfzigſten Jahr vermuthlich an bey-

gebrachtem Gifte ſtarb.

Herzog Alphonſus III. hielte viel auf den Pordenone, und er mußte ihm Cartonszu Tapeten machen. Es lebte zwar damals auch Hieronymus von Ferrara, alleinderſelbe legte ſich mehr auf Bildniſſe, als auf Zeichnungen. Der Kayſer erhob unſern Kuͤnſtler ſeiner Verdienſte halben in den Ritterſtand, und als er ſich noch zu Ve-nedig aufhielte, bewog der Ruf ſeiner Geſchicklichkeit den beruͤhmten Michael AngeloBuonarotti eine Reiſe dahin zu unternehmen, um ſeine Werke, und auch ſeine Ma-nier zu arbeiten ſelbſt in Augenſchein zu nehmen.

1 Das 9 Kapitel.Pol. Caravagio. Roſſo. Andrea Coſimo. Morto da Feltro.

Marco und Nicolo aus Kalabrien. Mazzoli.

47. Polydor Caravaggio.

e vue. Pebdos Caldara, von ſeinem Geburtsorte in der Lombardie Caravagio zugenann0 wurde um das Jahr 1495. gebohren, und diente viele Jahre als Maurer im Va00 ticaniſchen Pallaſt, indem er den Schuͤlern Raphaels den naſſen Kalk zubereiten muß-te. Er bekam durch das beſtaͤndige Anſchauen der Malereyen ſelbſt Luſt zu der KunEr machte ſich deshalben mit den jungen daſelbſt arbeitenden Malern bekannt, unrichtete insbeſondre mit einem guten Zeichner Maturino eine vertraute Freundschaftauf. Dieſe zeichneten zuſammen fleiſſig nach Anticken, und Polydor zeigte gar baſeine Faͤhigkeit. Arbeit und Verdienſt waren ihnen beſtaͤndig gemein: beſonders leg-ten ſie ſich auf grau in grau malen, nach des Baldaſſaro di Siena Manier, und machteviele anticke Gefaͤſſe, Waffen, Ruͤſtungen, und dergleichen. Da ſie aber viel auſſenauf den Haͤuſern malten, ſo ſind auch viele ihrer Arbeiten verdorben, und StaffeleGemaͤlde von ihnen in den Gallerien ſehr ſelten zu finden. Desgleichen machtenviel Sgraffito, ſo eine Art zu malen iſt, da man uͤber einen ſchwarzen Grund voStucco weiſſen Gyps ziehet, und nachher mit einem Griffel darauf zeichnet, und denSchatten mit ſchwarzen Strichen anzeigt, wie bey den Kupferſtichen. g

In dem Hofe des Pallaſtes Savelli malten ſie gemeinſchaftlich einen ſchönelSabiner Raub, die Geſchichte des Mutius Scaͤvola und 5 8 die Flucht dess d; ſo verfertigte auch Polydor allein viele Malereyen in dem Hofe des Pa 90ſtes Buffalo. Aus allen dieſen Werken erhellet, wie ſehr Polydor di icken gelieund darnach ſtudirt hat. g nn,

. Polydor war einer der beſten Landſchaft-Maler derſelben Zeit, nach des VaſalBericht Derſelbe Verfaſſer behauptet auch daß dieſe beyden 97 7 5 wen ſie mivielen Farben gemalt, das Colorit ſchlecht verſtanden; es iſt dieſer Fehler aberdem Maturino Schuld zu geben, weil man wirklich hin und wieder Arbeiten von me

rern Farben vom Polydor findet, die ein gutes Colorit haben. Wie Polydor 0 95

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