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Das 10. Kapitel.
Francesco Monſignori, Giulio Romano, Scbaſtian delPiombo.
54. Franceſco Monſignori.
NN 5ecnceſco Monſignori war 5. zu Verona gebohren. Er hatte noch ein paar0 Brüder, ar Münch wntbin, 55 auch viele Geſchicklichkeit in der Malerey be-nen. ieſen Francesco ſchickte der Vater wegen ſeiner beſondern Neigung zur Kunſtdach Mantua in die Schule des Mantegna, wo er in kurzer Zeit dergeſtalt 38 der Marggraf daſelbſt, der ein Beſchuͤtzer der Kuͤnſte war, ihn beſonders lieb ge-3* tele war beſtändig um den Marggrafen, muſte ihn auf allen Reiſen begleiten,erhielt endlich ein anſehnliches Rittergut zum Geſchenke. Alle Werke dieſes Mei-ken. ſand daher fast blos in Mantua geblieben: er mußte viele Familien Portraits ma-
der. Im Castell Gonzaga, un Pallaſt Marmitolo, und dem zu Mantua ſtiftete er ſei-Namens Gedaͤchtniß. i
ät die Kirche St. Franteſeo malte er einen heiligen Ludwig und Bernhard, undblu mit i 9 5 worunter Judas vorzuͤglich einen beſondern Ausdruck1 Miene hatte. Auf einen heiligen Sebaſtian fuͤr die Kirche Maria della Graziadane Stadt, wandte er allen moglichen Fleiß; der Marggraf pflegte ihn bey 55chen k zu beſuchen und ſagte einmal zu ihm, er muͤſſe einen 1789 1 5 geine Wörper zum Modell vor ſich haben. Wie Monſignori ihm berſicherte, 1 fwürd Jewiſſen Tagelöhner dazu gebrauche, auſſerte jener ſeine Furcht, der TagelöhnerS ade, wenn er angebunden waͤre, nicht die gehorigen Bewegungen welche Angſt undwenmerzen hervorbringen, machen; und verlangte der Maler ſollte ihn ruffen laſſen,0 ner ſein Modell geſtellt hatte. Dies geſchahe, der Marggraf trat mit Pfeil undfaden ins Zimmer, fuhr den armen Tageloͤhner mit groſſer Heftigkeit an: Verraͤthermn ich dich hier, es ſoll dir das Leben koſten. Dieſer voll Schrecken, und in der Mei-konnt daß es Ernſt ware, bemuͤhte ſich die Banden zu zerreiſſen und der Kuͤnſtleralle 9 dadurch ſeinen Sebaſtian der Natur gemäſſer malen. Vermuthlich wuͤnſchenund nachalde nicht veſe ſolche Gemälde, welche auf Koſten der Menſchlichkeit ſchonRe i abürüch ſind. Am wenigſten werden ſie aber eine ſolche Denkungsart, bey 5zwar zun„ der zugleich ein Freund der Künſte iſt, ſuchen. Wir wollen hoffen,.Kren zur Ehre des Marggrafen, daß die Geſchichte eben ſo wenig 1 iſt, als diemalte ung weiche Michael Angelo mit einem Menſchen vorgenommen haben ſoll. Erwar k auch eine Maria mit dem Kinde, von dem der eine Arm ſo natuͤrlich ausgeſtrecktſttzen daß zu Verona ein Vogel, den man gewoͤhnt hatte auf dem Arm eines Kindes zu9955 einmal uͤber das andre hinflog, um ſich darauf zu ſetzen. Auf gleiche Weiſe malteleiden en kuͤrkiſchen Hund des Marggrafen ab, wodurch andre Hunde, welche dieſen nichtdie St onnten betrogen wurden auf ihn zufuhren,, und ihn anpacken wollten. Weilwoer dunſchmerzen ihn ſehr plagten, ſo gieng er in die veroneſiſchen Bäder zu Caldero,Leichn ein Fieber im Jahr 1519. ſein Leben verlohr. Der Marggraf ließ denam nach Mantua holen, und dort begraben.
8 55. Giulio Romano. 4urd des Julius Romanus echtsname war Pipi, und er 1492. gebohren. re15 der beruͤhmteſte unter 9 Raphaels, welchen ſein Lehrer wegen 15auptth. VII. Band. 0 n