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Siebender Band.
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106 Rap. 10. Sranceſco Monſignori, Giulio Romano,

nes Genies und der guten Sitten dergeſtalt liebte, daß er ihn nebſt dem Penni(ſiehe diedrey und vierzigſte Lebensbeſchreibung) zu Erben einſetzte, und zum Mitarbeiter beſeinen wichtigſtenGemaͤlden, als im Vatican bey dem ſogenannten Incendio del Borgo, lPallaſt Chigi, und vielen andern gebrauchte. Er hatte einen groſſen Geiſt, und war 5allen Arten von Malerey geſchickt. Man ſieht daß er fleiſſig die Anticken ſtudiret, nut,Schade iſt es, daß er bey ſeinem Colorit zu viel ſchwarz gebraucht, und daher die S.maͤlde zu ſehr verdunkelt, oder ihnen auch ein ziegelfarbiges Anſehen gegeben hat. Sei;ne Werke ſind ſehr haͤufig, man bemerkt gleichwol in allen, daß er ein groͤſſerer Zeich-ner als Maler geweſen, weil ſein feuriges Genie ſich beſſer zu den erſten Entwuͤrfen/und geſchwinden Zeichnen, als zu dem langſamen ausmalen ſchickte.

Man hat angemerkt, daß er ſo lange er Raphaels Werke vor Augen gehabt, vierichtiger zeichnete, und natuͤrlicher malte. Sobald er aber ſeiner feurigen Eilbildungskraft, den Zuͤgel ließ, ſo wagte er zu viel und fiel in das rieſenmaͤſſige unübertriebene. Man wirft ihm auch nicht genugſame Abwechſelung in den Geſichtszl-gen, und verſchiedne Fehler in den Gewändern vor. Als Schuͤler des Raphaels, albeitete er viel in den ſogenannten Logen des Vaticans fuͤr Leo X. oder an den bib,ſchen Geſchichten, welche Raphael an den Gewoͤlbern daſelbſt zu malen hatte, unterandern ſind Adam und Eva, die Erbauung der Arche des Noah, die Findung Mo 5von ſeiner Hand. Verſchiedne ſeiner Stuͤcken kamen an den Koͤnig von Frankreich na

Fontaineblau.

In dem Saal Conſtantins hat er ſich beſonders gezeigt, und in den Schlachtenviele ſchoͤne Stellungen, die er nebſt den Waffen und Kleidern zum Theil aus den Babreliefs der trojaniſchen Saͤule entlehnt, angebracht. Von ſeiner Geſchicklichkeit in delBaukunſt zeigen auſſer vielen andern die Vigna Madama, welche er fuͤr den abſClemens VII. auſſer Rom auffuͤhren und ausmalen mußte.

In einem der Gewoͤlber machte er auf naſſem Kalk den Polyphem mit vielen Killdern und Satyren umgeben, wodurch er viel Lob erhielte. Dieſe Werke haben ctdurch die Lange der Zeit gelitten, ſo daß man wenig mehr davon ſieht. Fuͤr eine Klche in Genua verfertigte er eine herrliche Steinigung des heiligen Stephans, woler groſſen Fleiß wandte; ferner in einer Kapelle der Kirche Maria dell anima, in 15eine Maria mit der heiligen Anna, den Joſeph, Jacob, Johannes und den Evan 0liſten Marcus.

Darauf gieng er nach Mantua, wo er einen ſtarken Gehalt und viel Ehre von denMarggrafen Friderich Gonzaga genoß, und den beruͤhmten Pallaſt del T. auffüh,te, in welchem viele herrliche Gemaͤlde von ihm anzutreffen ſind; als die ganze g,,ſchichte der Pſyche in vielen Bildern, welche in Kupfer von Veneziano geſtochen hek-aus ſind, und von vielen fuͤr Raphaels Arbeit angeſehen worden; den Silen auf 55nem Ziegenbock, von zwey Satyren gehalten, die zwoͤlf Monate, den Fall des Jerus, hauptſächlich aber das Stuͤrmen des Himmels von den Rieſen, welches amſten bewundert wird.

Er ließ ein eignes Gewoͤlbe in einem Saale zu dieſer beruͤhmten Vorſtellung 1chen. In der Mitte deſſelben ſitzt Jupiter auf einem Thron, und ſchleudert den? 1ner auf die Titanen hinab. Zur Seite ſteht Juno, welche den Winden gebeut auf 10Rieſen loßzuſtuͤrmen. Opis erſchrickt mit ihren Loͤwen, und die andern Goͤtter G55