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Giovanni da Udine Giacomo da Pontormo. 115

Horto wegen ſeiner unternommenen Reiſe nach Frankreich unausgemacht liegen laſ-ſen. Er malte zu dem Ende eine Heimſuchung Maria in einer ſo herzhaften Ma-mer, daß ſeine Arbeit dem del Sarto gleich geſchaͤtzt wurde. In der Kirche 588ib er zum Altarbilde eine ſizende Maria, welche das Kind dem Joſeph uͤbergiebt:in dem Geſichte des Kindes herrſcht eine reitzende und unſchuldige Anmuth. Auſſerdieſen verfertigte er noch eine Menge einzelner Staffeley Gemaͤlde, und Bildniſſe,ad unter andern die Geſchichte, wie Joſeph als Vorſteher von Egypten ſeine Bri-der zu ſich kommen laͤßt, wofuͤr der Konig in Frankreich ihm viel Geld bieten ließ j1. lte es aber nicht verkauffen, weil er ſelbſt einen groſſen Wohlgefallen dar-atte.

Um die Zeit kamen Albrecht Duͤrers Kupferſtiche zum Vorſchein, welche demPontormo ſo wohl gefielen, daß er die harte und ſteife Manier derſelben nachzuah-men uͤchte, und ſich dadurch ſo verdarb„daß ſeine letzten Arbeiten wie gedacht dendlten ſchoͤnen Stuͤcken gar nicht gleich ſehen. Nach einiger Zeit bemuͤhete er ſich,

ale Manier wieder abzuschaffen, und weil er einmal in gewiſſen Anſehen ſtund, ſooe es ihm ſo viel nicht, wenn er gleich kein ſo guter Kuͤnſtler mehr war. Un-ande

w en machte er fuͤr den Koͤnig in Frankreich eine Auferweckung des Lazarus,elche Beyfall erhielt.

Er ſollte viele Gemaͤlde für den Großherzog zu Cajano verfertigen, er machteaber ur die Cartons dazu, als den Hercules mit den Antheus, Venus und Adonis,1 udo, der die Venus kuͤßt. u. ſ. w. Zuletzt trug derſelbe ihm auf, in der Capelle

s hellgen Lorenzo zu malen, wo der Maler in eilf Jahren niemand hinein ließ.

Mit dieſer Heimlichkeit ſuchte er den Michael Angelo nachzuahmen, welcher ſeine5 mälde ncht zeigte; 15 5 auch ſonſt ſeine Abſicht war, durch dieſes Werk alleMper alerey zu uͤbertreffen; er irrte ſich aber ſehr darinn, ob er ſich gleich allediode von der Welt gab, und ſo viele Jahre daruͤber zubrachte. Die eahentende0 5 zerkes waren mancherley, als Adam und Eva, Noah wie er in elunge ernamlich das juͤngſte Gericht, worinn zwar eine Menge ſchoͤner einzelner Ste 5munen und Figuren angebracht waren, in dem ganzen fand ſich aber keine gute Ord—

N altung, vielmehr ſchien alles wild durcheinander geworfen.

machepontorno war nie mit ſeiner Arbeit zufrieden, ſondern wollte es immer beſſern.

Allein dur u vieles ausbeſſern und aͤndern, verdarb er manches von ſei-dei Werken Su bal er ein Bild 1 Stande gebracht hatte, ſo wuͤnſchte er es an-nige due macht zu haben. Mit einem Worte, er war ſelbſt ſein argſter Tadler: ja ei-

ge g en, daß er zum Theil aus innerlichen Verdruß, uͤber ſeine Kunſt geſtorben.mit ar daher gar kein Großſprecher, ſondern redete allezeit von ſeiner Geſchicklichkeitſein lalſſerordentlicher Beſcheidenheit. Man lobte ſeinen redlichen Character, unddem ligkeit um Uirtheil von andern Kuͤnſtlern. Er ſoll eine entſetzliche Furcht vor5 Tode gehabt haben, und deswegen nie in Schauspiele,„oder andere volkreichewie e gegangen ſeyn, um nicht erdruͤckt zu werden. Zuweilen war er eigenſinnig,gen enn oft für ſchlechte Leute wie fuͤr ſeinen Steinmetzen, lieber um einen maſſi-nachd eiß, als fuͤr groſſe Herrn malte, die ihn ungleich beſſer belohnten. Er Carbſeineg hn er ungemein viele Gemaͤlde verfertiget, 1556. im drey und ſechzigſten Jahrter Alters vermuthlich an der Waſſerſucht, und wurde in der Serviten Kirche un-ſeinem Gemaͤlde von der Heimſuchung Maria begraben. 5P 2 Das