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Kap. 13. Giov. Sranc. Ruſtichio, undDas 13. Kapitel.

Giov. Franc. Ruſtichio, und Baccio Bandinelli.61. Giov. Franc. Ruſtichio.

Gos. Franciſco Ruſtichio war ein angeſehener Buͤrger von Florenz, lernte anfangsbey dem Verochio, und als ſolcher nach Venedig gieng, begab er ſich nachher zuLeonh. da Vinci in die Schule. Letzterer unterrichtete ihn nicht nur im Malen, ſon-dern auch in der Perſpectiv, der Bildhauerey, und in der Kunſt in Kupfer zu gießen,Ruſtichio hatte beſonders Geſchmack an Pferden, und bildete dergleichen von Waund Erde. Obgleich ſeine Hauptſache die Bildhauerey war, ſo wußte er dor h auſehr gut mit dem Pinſel und den Farben umzugehen. Wenn er eine Zeichnung gemachthatte, ließ er ſolche eine Zeitlang unangeſehen liegen, und machte ſich nachgehends auneue daruber, weil er glaubte, daß man alsdenn die Fehler beſſer wahrnehme. Er legte905 5 5 faſt blos aufs Kupfergieſſen, und verfertigte viele Statuen und Basreliefvon der Art. 5

Zur Ankunft des Pabſts Leo nach Florenz, machte er einige Bilder, welche demCardinal Medicis ſo gefielen, daß er ihm einen Mercurius zu einem Springbrunnevon Bronze zu gieſſen auftrug. Er iſt eine Elle hoch und von treſlicher Kunſt. Dursauf formte er ein Modell zur Statue eines Davids, welches nicht mehr vorhanden/weil an deſſen Statt ein Orpheus aus Marmor von der Hand des Bandinelli ge ommen, ingleichen ein Basrelief, welches die Verkuͤndigung Maria in einer ſchoͤnen Pel-ſpectiv zeigte, fuͤr den Koͤnig in Spanien. Nunmehr hatte ſich Ruſtichio in den Rugeſetzt, daß man ihm wichtige Werke anvertrauen konnte. Einen Beweis davon gaer an den drey groſſen vier Ellen hohen Statuen von Bronze, welche uͤber der Haupt-thüre von St. Lorenzio geſetzt worden. Man ſiehet daſelbſt Johannes den Taͤufer, welscher zwiſchen einem Leviten und Phariſaͤer ſteht, als wenn er ihnen predigte. 1Beine, Arme, und alle nackende Theile ſind überaus kuͤnſtlich, und der Ausdruck indem Geſichte des Phariſaͤers, der mit ernſthafter Miene zuruͤck ſiehet, als wenn er ſichüber die Reden des Johannes verwunderte, und mit der rechten Hand den Bart halverdienet beobachtet zu werden. Man bezahlte dem Kuͤnſtler reichlich davor, wie eres verdiente. Um dieſe Zeit verfertigte er die Bekehrung Pauli mit Oelfarben/ einGemaͤlde das drey Ellen in der Breite hatte, und von Kennern gelobt wurde.

Es waͤre zu wuͤnſchen geweſen, daß Ruſtichio beſtaͤndig fortgefahren haͤtte/ dieKunſt mit eben dem Eifer zu treiben. Allein er verfiel r e auf dieSucht, wodurch ſchon ſo manche Menſchen arm geworden, naͤmlich auf das Goldichen, und brachte ſich um einen groſſen Theil ſeines Vermoͤgens. Er beſaß ſonſt eilgutes Herz, und bezeigte ſich ſehr mildthaͤtig gegen Arme. Er hatte deswegen beyſeiner Arbeit jederzeit ein kleines Körbgen mit Gelde ſtehen, um gleich etwas bey deHand zu haben, wenn ihn jemand um ein Allmoſen anſprach. Eines Tages kam esner zu ihm, der ſchon mehrmal, etwas aus dem Korbgen empfangen, und ſagle leimit einem Seufzer zu ſich ſelbſt; wie glücklich wäre ich, wenn ich das Koͤrbgen zu Halſe haͤtte. Ruſtichio, der es gleichwohl gehoͤrt hatte, ſahe ihn eine weile ſteif an, 1ſagte endlich; wenn dich das wuͤrklich gluͤcklich machen kann, ſo nimm den ganzen orb5 Er ſchenkte ihm auch in der That den ganzen Vorrath, und ließ anderes 0holen.

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