Baccio Pandinelli. II7
1 Es befand ſich damals eine Geſellſchaft in Florenz, welche den Namen von demſeidniſchen Gott Pan fuͤhrte. Der Endzweck derſelben war, daß wenn ſie zu ge-oiſſen Zeiten zuſammen kamen, und ſchmauſeten, ein jeder ein kuͤnſtliches Gericht mit-bringen mußte. Ruſtichio ein Mitglied davon malte, wie die Reihe an ihn kam, ei-nen Pan auf Leinwand, deſſen Schwanz in die Hoͤhe ſtieg, und zum Leuchter diente,
uten aus demſelben ſtieg ein Baume empor, auf deſſen Aeſten kleine Schuͤſſeln fürdie Hund ztdey von den Gäſten ſtunden. Ein anderes mal gab er eine Paſtete, welcheAGeſchichte der Verjuͤngung des Vaters vom Jaſon durch die Medea abbildete. Dele ſtellte die Kirche St. Giovanni vor„wo die Säulen aus Bratwuͤrſten, und diepci en aus Zuckerwerk beſtunden; Puligo verwandelte ein Spanferkel in eindinnendes Maͤdgen, und ein gewiſſer Spillo hatte eine gebratne Gans zum Heerpau-ner gemacht; andere Poſſen zu geſchweigen. Ruſtichio war auch ein Mitglied von ei-5 getpiſſen Geſellſchaft, welche ſich von der Kelle enamlich der Mauerkelle) benann-zub Die hatten denſelben Endzweck, und die Gerichte wurden mit gleicher Kunſtchreiket. Wir wollen uns aber mit den Beſchreibungen dieſer kindiſchen Dinge,
9 0 t aufhalten, wer Luſt hat ſich daran zu erbauen, mag ſolche in der vorigen Aus-e nachſchlagen.
in Der Ruf von des Ruſtichio Geſchicklichkeit im Bilder gieſſen, breitete ſich bisn 05 rankreich aus, daher ihn Konig Franz. I. im Jahr 1528. verſchrieb, und ei-1 g anſehnlichen Gehalt ausmachte; der Koͤnig ſchenkte ihm auſſerdem noch ein Hausdi ar inn zu arbeiten. Er machte den Anfang mit einer Statue des Koͤnigs zu Pferde,r arb aber daruͤber. Ruſtichio verlohr dadurch ſeine Beſoldung und das Haus,eng arauf in eine Abtey, und beſchloß im achtzigſten Jahr in derſelben ſein Leben.
62. Baccio Bandinelli.
8 Baccio Bandinelli war 1487. zu Florenz gebohren, und hatte den Namenarcbolomäus empfangen, woraus die Abkürzung Baccio entſprungen. Sein
. er war ein Goldſchmidt, und unterrichtete ihn ſorgfaͤltig im Zeichnen, als ei-Ez nothwendigen Stuͤcke ſeines Handwerks, wobey der Sohn bleiben ſollte.Er kigte ſich aber in der Folge, daß Bandinelli zu groͤſſern Dingen beſtimmt war.d Feen auch an in Wachs zu formen, und zeigte ſein Genie unter andern dadurch,auf 8 zum Zeitvertreib von Schnee eine acht Ellen lange liegende Statue des MarforiusSei en Markte St. Apollinari verfertigte, die von jedermann bewundert wurde.ful 0 Vater that ihn darauf zu dem geſchickten Bildhauer Ruſtichio, unter deſſen An-erh 009 accio ſich gar bald durch eine vortrefliche Zeichnung uͤber ſeine Mitſchuͤlerob, und einer der groͤßten Bildhauer neuerer Zeit wurde. Die Verſuche welcheden achte, um die Malerkunſt zu erlernen, wollten ihm nicht gluͤcken, ob er ſich gleichMichel Angelo zum Muster vorſetzte, und vom del Sarto die Farbenmiſchung
er ſcce nen ſuchte. Sein Colorit blieb hart, und unangenehm, deswegen wandteich wieder zur Bildhauerkunſt, und blieb derſelben beſtaͤndig getreu.
1 Er verſuchte das Malen mit einem Carton von der nackenden Cleopotra mit einer Le-15 einem Caſtor und Pollux gemacht. An der Zeichnung war nichts auszuſetzen, al-die M. ußte nicht recht mit den Farben umzugehen Er dachte zwar auf eine Liſtmale iſchung derſelben vom Andrea del Sarto zu erlernen, und ließ ſich durch ihn ab-im n. Allein dieſer merkte die Abſicht, und hielte die Behandlung der Farben vorgeheim. Bandinelli ſüchte ſich, als dies nicht gelingen wollte, bey dem Roſſoolen, malte einen betrunknen Noah und einige andere Stuͤ-
achte auch in ſeinem Hauſe einen Verſuch auf naſſem Kalk, allein es
Platte Q,