118 Rap. 13. Giov. Sranc. Ruſtichio, und
fehlte immer an einem guten Colorit. Wie er nun ſahe, daß ihm die Malerey aufkeine Weiſe gelingen wollte, legte er den Pinſel bey Seite, und ſuchte den Meiſſewieder hervor. Hier zeigte ſich gleich ſeine naturliche Geſchicklichkeit. Er bildeteeinen jungen Mercur mit einer Pfeife in der Hand aus Carrariſchem Marmor drehEllen hoch, welcher gut gezeichnet und geſtellet war. Man ſahe daraus, daß er zum
Bildhauer gebohren war.
Im Jahr 1530. kam er zu Koͤnig Franz J. in Frankreich, legte ſich daſelbſt ſtarkauf die Anatomie, wovon er ein ganzes Werk heraus gab, und verſchiedene Zeichnungen durch Auguſtino Veneziano in Kupfer bringen ließ, darunter hauptſächllder Cleopatra zu bemerken iſt. Er bildete nach ſeiner Zuruͤckkunft unter andern einelHieronymus in Wachs, an dem man unter der Haut alle Muskeln und Sehnen m
ſolcher Kunſt bemerkte, daß da Vinci geſtund, er hatte nie etwas ſchöͤneres geſehen.
Ferner verfertigte er einen Petrus von Marmor, und einen Hercules acht undein halbe Elle hoch von Thon zum Einzuge des roͤmiſchen Pabſts Leo X. Er ruͤhmteſich, daß derſelbe den David des Michael Angelo uͤbertraͤfe, worinn ihm aber die Keu-ner nicht allerdings beypflichten wollten.
Wie Bandinelli erfuhr, daß der Pabſt für die Kirche zu Loretto viele Arbeilendurch den Andreas Contucci Sanſovino beſtellt hatte, machte er ein ſchoͤnes Modevon dem David, wie er den Rieſen Goliath mit Fuͤſſen tritt, gieng damit nach Romund zeigte es dem Pabſt. Dieſer hatte einen ſolchen Gefallen daran, daß er denKuͤnſtler gleich zum Sanſovino mit dem Befehl ſchickte, ihm Arbeit anzuweiſen. Sanſovino, der ſeine Geſchicklichkeit ſchon dem Ruffe nach kannte, und dem Willen desPabſts zugleich nachleben wollte, vertraute ihm ein Basrelief von der Geburt Ma-ria an, welches er bald mit vieler Geſchicklichkeit zu Stande brachte. Weil aber Baudinelli ſich gerne uͤber andere Kuͤnſtler aufhielte, und einen zaͤnkiſchen Character hal-te, ließ er ſich gegen ſeine Mitarbeiter heraus: Sanſovino verſtuͤnde keine Zeichnung.Als dieſer ihm ſolches vorhielte, geriethen ſie daruber in Zank, und Sanſovinswollte ihn ermorden. Bandinelli ließ deswegen ſeine angefangene Arbeit im Stichewelche Raphael von Monte Lupo nachmals endigte. Er kam hernach wieder zumCardinal Julius Medicis nach Rom, und machte einen vortreflichen Orpheus, dedurch ſeine Muſick den Cerberus beſänftiget. In dieſer Statue war der Apoll imBelvedere ungemein gut nachgeahmt, und ob die Handlung gleich verſchieden wal,ſo war doch die anticke Manier, die Ordnung der Glieder, und der Ausdruck glücklich darinn copirt. Gedachter Cardinal beſtellte auch zwey rieſenmaͤſſige Figuren/welche Bandinelli vorzuͤglich liebte, von Stucco acht Ellen hoch.
Als eine Nebenbeſchaͤftigung zeichnete unſer Kuͤnſtler fuͤr die Kupferſtecher Mak“cus von Ravenna, und Auguſtin Veneziano; inſonderheit iſt das groſſe Blatt voldem Kinder Morde beruͤhmt, worinn man ſeine kraftige Zeichnung im nackenden diſchoͤnen Stellungen, und den Ausdruck der Affecten bewundert.
Bacecio wagte ſich endlich, nach vielen treflichen Werken an ein ſehr wichtigesuud verſprach einen beſſern Laocoon zu machen, als der beruͤhmte anticke. Das Werk1 e Pabſt es nach Florenz bringen, und dem Koͤnig in Franreich fuͤr den es eigentlich be immt war nicht verabfolgen ließ; n Künſtler zunRitter von S. Pietro ſchlug. gen ließ; und den Kuͤnſt
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