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Siebender Band.
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Baccio Bandinelli. 119

% Unſer Kuͤnſtler begab ſich darauf nach ſeiner Vaterſtadt, und malte einen Johan-nes in der uͤſten, um damit ſeinem erſten Lehrer Ruſtichio zu trotzen, der die Bekeh-tung Pauli gemalt hatte. Beyde Bilder wurden neben einander in ſeines Vakersl ſtatt aufgehangen, auf daß die Kenner beyde Arbeiten gegen einander beurthei-zen konnten. Alle lobten einſtimmig die vortrefliche Zeichnung des Bandinelli, alleinin Anſehung des Colorits behielte das Bild ſeines Gegners den Vorzug.

N Er verfertigte darauf den Hercules fur einen Platz zu Florenz, um mit demſchel Angelo in die Wette zu eifern; letzterer gewann aber mehrern Beyfall.

Des Bandinelli Hercules hielte neun und eine halbe Elle, er hatte aber nach Pro-fortion der Hohe, die Muskeln nicht ſtark genug gemacht; daher ſchien die Statueſüreine ſolche Gröͤſſe für dieſen Gott nicht kraftig genug. Er half dieſem Fehler zwar durchmehrere Vertiefungen ab; allein der nicht weit davon ſtehende David des Michael An-bersbeſchamteſein Werk demungeachtet. Er geſtund ſelbſt, daß ihm Gerechtigkeit wie-lhre, weil er jederzeit die Arbeiten anderer zu verachten pflegte. Pabſt Clemensort belohnte ſeine Muͤhe gar reichlich, und ſchenkte ihm ein Haus dafuͤr. Wie diesg rbey ar wollte Bandinelli abermals einen Verſuch mit den Pinſel machen, undafertigte eswegen einen todten Chriſtum, der von Nicodemus und der Maria be-weint wird. Er ſtellte das Bild öffentlich aus, um unter der Hand des Michael An-gelo Urtheil davon zu erfahren, und als dieſer geſagt hatte, er wundre ſich/ daß derdeſſen lerkrefliche Zeichner, ein ſo hartes Gemälde gemacht habe, ſahe er ſich genoͤthigteſſen Urtheil, ob er gleich ſein Feind war, fuͤr richtig zu erkennen, und beſchloß von

an kein einziges mal den Pinſel wieder anzuſetzen.

Zur Kroͤnung Kayſers arls V. reiſte Bandinelli nach Bologna, von da ihn derCof nach Rom 3 15 durch ihn, die Modelle der Statuen an dem Thore deragelsburg„welche die ſieben Todſuͤnden vorſtellen, machen zu laſſen. Nach dieſem9 erke, verfertigte er verſchiedne Statuen ein paar Spannen hoch, als einen Hercules,Ml enus, Leda, inſonderheit aber eine Abnehmung vom Kreutze von halb erhabnerund elt; mit dieſen Stuͤcken reiſete er nach Genua, wo ſich Carl V. damals aufbielte,lch machte ihm ein Geſchenk damit. Der Kayſer belohnte ihn nicht nur ſehr reich-ſondern ſchlug ihn auch zum Ritter. 5

Unter der eit war Pabſt Clemens VII. in Rom geſtorben, weil nun fuͤr ihn ſo

1 als Leo K. 80 Sebi verfertigen waren, gieng Bandinello nach Rom,in fal da er ſchon vorher zu dem letztern ein Modell entworfen. Der Cardinal hattef ſeiner Abwesenheit die Arbeit ſchon einem andern aufgetragen, und man berath-hlagte lange, welcher Kuͤnſtler den Platz behalten ſollte. Endlich wurde die Arbeitgethell der eine bekam die Zierathen, und Nebenwerke, Bandinelli aber die Bas-Wies. Er legte ſogleich die Hand an das Werk, vernachläſſigte aber ſolches, dererbindlichkeit die er den Paͤbſten ſchuldig war, ungeachtet, dergeſtalt, daß man ihneinmal erinnerte, an den noch zu übrigen Bildniſſen der Paͤbſte, als denHauptſtücken mehr Fleiß zu wenden. Weil der Kuͤnſtler aber die voͤllige Bezahlung950 gezogen hatte, ſo gab er eine nothwendige Urſache vor, warum er nach Florenz7 0 mußte, und als er dahin kam, trat er fuͤr beſtaͤndig in die Dienſte des Großherzogs,8 dachte nicht weiter an die Vollendung der Grabmale. Er ließ nunmehr ſeineni wan verſchiedenen Stuͤcken ſeines Feindes des Michael Angelo aus, und zerſchlug ſieante, dem Vorwande, daß er den Marmor zu andern Abſichten des Großherzogswenden müſſe. Er brachte unter andern das Begraͤbniß des Johannes von 5