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Siebender Band.
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128 Kap. 15. Taddeo Zucchero und

erſt ein Modell von Wachs, und hernach machte er ſich an dieſen Block, woraus feiltſchoͤpferiſche Hand einen unvergleichlichen David mit der Schleuder hervorbrachte.Als das Bild fertig und der Kuͤnſtler im poliren begriffen war, ſetzte Soderini, wer;cher es beſtellt hatte, daran aus, daß die Naſe zu dicke war. Jener ſtieg augenblickauf das Geruͤſte, nahm einige abgehauene Stuͤckgen, die auf dem Geruͤſte lagen in diHand, und fieng gleichſam an mit dem Meiſſel an der Naſe zu hauen, und weil er danund wann ein Stuͤckgen fallen ließ, ſo glaubte Soderini, daß er auf ſeinen Rath wur 5lich etwas aͤnderte. Nicht lange darauf fragte er, ob es ſo recht waͤre, worauf Oo,derini ſagte, nunmehr waͤre das Stuͤck vollkommen, dadurch haͤtte er dem Geſichteerſt das rechte Leben gegeben; er bezahlte ihm die Statue nachgehends mit vier hundert Kronen. Der Contur derſelben iſt vortreflich, inſonderheit ſind die Haͤnde unFuͤſſe ſo ſchon, daß ſie manchem anticken Werke verdient, an die Seite geſetzt zu werden. Er machte auch noch einen David in Kupfer, der nach Frankreich geſchickt wurde.

Einer ſeiner Bekannten, mit Namen Doni, verlangte um dieſe Zeit ein Gemaͤldevon ſeiner Hand. Dieſes ſtellte eine auf den Knien liegende Maria vor, welche ihr inmit dem Blicke einer zaͤrtlichen Mutter anſieht, und dem Joſeph, der es liebreich em-pfaͤngt, darbietet. In der Landſchaft dabey brachte er einige Figuren an, welche einBeweis ſeiner Kunſt im nackenden waren. Wie das Bild fertig war, duͤnkten demgeitzigen Doni die verlangten ſiebenzig Ducaten zu viel, er ließ deswegen vierzig bten. Der Kuͤnſtler ſchickte ihm aber, weil er merkte, daß jener das Gemaͤlde gl ich-wol gerne behalten wollte, einen Boten, und forderte unter dem Vorwande, daß es zuStrafe wegen des anfangs in ihm geſetzten Mißtrauens zu ſeiner Kunſt geſchaͤhe, dop-pelt ſo viel dafuͤr, und Doni mußte ihm hundert und vierzig Ducaten bezahlen.

Leonhard da Vinci hatte bereits den einen Theil des groſſen Raths-Saales verfer-tigt, deswegen trug man unſerm Kuͤnſtler, auf die andere Helfte zu vollenden. Es ſoll-te in derſelben die Geſchichte des Kriegs mit den Piſanern abgebildet werden. Zu demEnde ſahe man auf dem Carton das Lager, worinn Lerm geſchlagen wurde; die alleiner Seite in dem Fluß Arno ſich in groſſer Menge badende Soldaten eilten aus demWaſſer, zogen ſich an, und andere ruͤſteten ſich, weiter hin war ein ScharmuͤtzelPferde. Bey allen Figuren hatte der Kuͤnſtler eine ſolche Abwechſelung in den Stel-lungen, ſo viele ſchoͤne nackende Koͤrper angebracht, daß der Carton, ein Muſter wal“welches junge Maler copirten, und wer ihn in dem Saale haͤngen ſahe, bewunderteihn.

Pabſt Julius Il. hatte den Einfall, ſich bey ſeinen Lebzeiten ein Grabmal errichtezulaſſen, das alles, was man bisher in dieſer Art geſehen, übertreffen ſollte; dazu wußk,er keinen geſchicktern Mann zu finden, als den Michael Angelo, und rief ihn deswentnach Rom. Der Entwurf, welchen unſer Kuͤnſtler dazu angab, beſtund aus viergroſſen marmornen Statuen, auſſer den Kindern, Basreliefs, und andern Zierathet,Er reite mit kauſend Kronen nach Carrara, um Marmor aufukaufen. Die eine Hel,te ward nach Florenz geſchickt, wo er den Sommer uber arbeiten wollte, und die ander,nach Rom. Er ſieng darauf das Werk ſelbſt an, und machte ein paar nackende Gnfangenen, welche nachgehends an den Koͤnig von Frankreich kamen, acht Statue!wurden zu Rom, und fünf zu Florenz fertig; von den letztern ward hernach eine ustorie in den groſſen herzoglichen Saal geſtellt. Er brachte auch den beruͤhmten A,ſes zu Stande, welcher noch heut zu Tage zu St. Pietro in Vincoli zu findenchael Angelo mußte dieſer wichtigen Arbeit halben oft mit dem Pabſt reden. Es 10