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Siebender Band.
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132 Kap. 15. Taddeo Zucchero und

Nach dieſem verfertigte er noch fuͤr gedachten Pabſt in der Pauliner Capelle-auf naſſem Kalk die Bekehrung Pauli, und die Kreutzigung Petri, worinn einige ſchö-ne nackende Figuren, inſonderheit Petrus aufrecht am Creutz zu ſehen. Aber die Ne-benwerke und die Landſchaft ſind nicht ſonderlich gerathen. Dies war das letzte Ge-maͤlde, welches er in ſeinem Leben gemacht hat. Er endigte es mit vieler Muͤbe inſeinem fuͤnf und ſiebenzigſten Jahre.

Nunmehr fieng unſerKuͤnſtler an auf ſein eignes Begraͤbniß zu denken. Die Abſicht warſich durch ein Meiſterſtuͤck, und wichtiges Werk zu verewigen, zu dem Ende nahm eleinen groſſen Block Marmor vor ſich, um daraus eine Gruppe von vier Figuren in Le-bensgroͤſſe zuwege zu bringen. Es ſollte die Maria mit dem geſtorbnen Heylande imSchooſe nebſt dem Nicodemus, und einer andern Maria vorſtellen. Weil er die Be-wegung ſeinem Koͤrper zutraͤglich hielte, ſo vergieng kein Tag, daß er nicht daran ar-beitete. Er brachte das muͤhſame Werk aber nicht zu Stande, ſondern ſchlug es un,ter dem Vorwande, daß der Marmor zu hart ware, in Stuͤcken, vermuthlich mochdie wahre Urſache ſeyn, daß er bey zunehmendem Alter zu kritiſch und daher unzuftil,den mit ſeiner Arbeit oder auch zu ungedultig und verdrießlich wurde. Hierinn muman den Grund ſuchen, warum er ſo wenig in ſeinem Alter gearbeitet, und mancheStuͤcke zwar angefangen, aber nicht vollendet hat. Wenn er in einer unter Haͤnden ha-benden Statue nur den geringſten Fehler bemerkte, ſo ließ er ſie liegen, und ſetzte kei-nen Meiſſel wieder an. Oberwehnte Gruppe hat ſein Schuͤler wieder zuſammen ge-ſetzt, und vollends geendigt. Er verkaufte ſie nachgehends um ein anſehnliches Geldauf den Monte Cavallo.

Unter den ſchöͤnſten Werken des Michael Angelo iſt noch eines anzuzeigen das elin ſeinen beſten Jahren verfertiget, naͤmlich der vortrefliche nackende Chriſtus, 1er bey dem Kreutze ſtehet. Ein gewiſſer Pietro Urbano hatte dies Stuͤck bey ihn

beſtellt, es kam aber nachgehends in die Kirche Maria ſopra Minerva, wo ein je ertaͤglich Gelegenheit hat, den Meiſter zu bewundern. g

Als im Jahr 1546. der Baumeiſter der Peterskirche, Anton von St. Gallo/ ge-ſtorben war, wußte der Pabſt keinen beſſern und geſchicktern Mann, dem maleinen ſo wichtigen Bau auftragen konnte, als den Michael Angelo. Er war aberſchon zu alt, um die voͤllige Beſorgung zu uͤbernehmen, inzwiſchen nutzte er doch ſo vielmit ſeinem verſtaͤndigen Rath, daß der Vau viel praͤchtiger und dauerhafter, in welkürzerer Zeit, und mit wenigern Koſten gefuhrt wurde. Der Pabſt wies ihm daffzur Dankbarkeit ein jaͤhrliches Einkommen von ſechs hundert Goldkronen an, er ſchluges aber aus und erklaͤrte, er wollte zur Ehre Gottes ohne Belohnung arbeiten.? feben die Art fuͤhrte er auch die Aufſicht über die Kirche St. Giovanni de Fiorentin,Beyde Kirchen ſtehen als Muſter der Baukunſt im erſten Bande dieſes Werks, ſo wisdas Capitol zu Rom im dritten anzutreffen iſt, von welchem unſer Kuͤnſtler auf Per,langen des roͤmiſchen Raths gleichfalls den Riß entwerfen, und die innerlichen Alb“theilungen und Zierathen angeben mußte. 8

Dieſer groſſe Meiſter kann allen zum Muſter dienen, wie ſehr die Kuͤnſte anhal-tenden Fleiß und Unverdroſſenheit erfordern. Er trieb ſie von Jugend auf mit auſſer-ſtem Fleiſſe, und ließ auch im Alter nicht nach, die Anticken und das nackende zu ſtud,ren, und Zeit auf Erlernung der Zergliederungskunſt, ſowohl von Menſchen, al 1ſonderheit von Pferden, davon er ein groſſer Liebhaber war, zu wenden. Er hattebeVerhaͤltniſſe ſo gut im Kopfe, daß es ihm einerley war, ob er coloſſaliſche State