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Siebender Band.
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Michel Angelo Buonarotti. 133

bon zehn bis zwölf E wey bi ß verfertigte; daher er auch8 f Ellen, oder kleine von zwey bis drey Fuß verfertigte; d ö

ballen pflegte, der Kunſtler muͤſſe den Zirkel im Auge, und nicht in der Handen.

Unſer Kuͤnſtler hatte nicht nur die beſten Dichter ſeiner Zeit den Petrarch undben Dante geleſen, denden 5 beſaß ſelbſt einen poetiſchen Geiſt, und verfertigte oftlach italiniſcher Mode Sonnette und Madrigale. Er bewies ſich in ſeinem ganzen Le-ben als ein rechtſchaffener Mann, und fuͤhrte einen tugendhaften chr iſtlichen Wandeldaher man billig die bekannte Geſchichte, welche in allen Malerbuͤchern von ihmmablt wird, in Zweifel ziehet: Er ſoll naͤmlich, um einen Chriſtum am Kreutze zumalen, und die Zuckung der Muskeln, und die Zuͤge einer ſchmerzvollen Miene rechtauszudrücken, einen armen Mann ans Kreutz gebunden, und mit dem Degen in dieSeite geſtochen haben. Das Verfahren laͤuft ſo ſehr wider die Menſchheit und den

aracter des Künſtlers, daß man ſolches lieber verſchweigen, als bekannt machen ſoll-te. leber dieſes wird dieſelbe Geſchichte von zwey oder gar drey Gemaͤlden, welche1 Florenz und Rom vorzeigt, erzaͤhlt. Man ſtreitet ſogar, welches das Ori-dmal iſt, um deſſentwillen die That geſchehen. Die Unwahrſcheinlichkeit der ganzenſäbenheit läßt ſich faſt aus dem Gemälde ſelbſt beweiſen, weil der gekreutzigteEhriſtus den Kopf ganz ſteif und gerade in die Hoͤhe halt, eine Stellung, die ſich fuͤreinen leidenden und ſterbenden Menſchen gar nicht ſchickt.

5 5 war von Jugend auf ſehr ordentlich, maͤſſieg, und ſparſam für ſeine Perſon,che m

anche i 8 ei eitz auslegten; man hat aber viele Proben von demHegentheile. Sein, Schl 1— 5 mit feen Arheiten reichlich beſchenkt, aus denenl goſſes Geld lößten. Er theilte oft von ſeinen Zeichnungen, Cartons oder Sta-uen, die zum theil noch nicht ganz vollendet waren, unter ſie aus. Man ruͤhmte auchſeine Freygebigkeit gegen die Armen. Einſtens fragte er ſeinen getreuen Bedienten,dus or hach ſeinem Tode anfangen würde: einem andern dienen, war deſſen Antwort;Jet owl ich dich befreyen, verſezte Mchael Angelo, und ſchenkte ihm zu gleichereit zwey tauſend Goldkronen.

tog fehlte iom nicht an einem aufgeweckten Kopfe daher man verſchiedene wizi-N Einfälle, ind artige Antworten 70 ihm erzaͤhlt. Einem mittelmäſfigen Maler,05 es ſich ſauer werden laſſen, eine Pieta zu Stande zu bringen, und fragte, was eron hielte, gab er zur Antwort: es ſey eine wahre Pieta, oder ein Werk mit demütleiden haben müſſe. Dem Sebaſtian del Piombo, der einen Mönch in einerdeugte sal malen hatte, rieth er das Werk ſchlecht zu machen, und wie dieſer ſich ganzſe Mierig erkundigte, warum, gab er zur Urſache an, weil die Mönche die ganze groſ-e Wet verduͤrben, ſo müßte die kleine Capelle auch dadurch verdorben werden. Alser ein Gemälde ſahe, das der Meiſter ganz aus andern zuſammen geſetzt hatte, ſagtekor das Werk iſt gut, allein, wenn ein jeder Korper ſeine Glieder, welche hieher ge-ienmen, wieder abfordern ſollte, ſo mochte wohl nicht viel von dem Gemalde uͤbrigKuben. Sie man ihm vorhielte, daß es ſchade ware, daß er weder Frau nochi inder hatte, die ſeine Arb eit und Vermoͤgen einmal genieſſen konnten; antwortete er,1 hab eine Frau, die mir Muͤhe genug macht, und das iſt die Kunſt, meine Kinderid meine Werke, die ſollen nach meinem Tode leben.

Seine Kunſt und gute Lebensart war Urſache, daß er von vielen auf einander

hebe döſten, von Kuwſer Carl V. von den Großherzogen von Florenz,*

ardinalen und Standesperſonen nicht nur*„ ſondern auch ä3