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134 Rap. 16. Von Sranciſco Primaticcio, und

liebt wurde. Es iſt zu bedauern, daß die Baukunſt, und die Fortification ihm ſo viel

Zeit wegnahmen, die er ſonſt auf Verfertigung mehrerer Kunſtwerke haͤtte wenden on-

nen. Die Maler Academie veraͤnderte ſein Sinnbild von drey Kraͤnzen in eben ſo vie

Kronen, weil er in allen drey Kuͤnſten groß geweſen, mit der Ueberſchrift: tergemin. tollit honoribus.

Er trug in ſeinem hohen Alter ein großes Verlangen wieder zum Herzog Cosmuszu gehen, und in Florenz ſein Leben zu beſchlieſſen. Der Pabſt wollte ihn aber, we-gen des uͤbernommenen Baues der Peterskirche, nicht frey laſſen. Endlich ſtarb e1564. an einem Fieber, im neunzigſten Jahr ſeines ruhmvollen Lebens, und wurde un-ter einem groſſen Gefolge und allgemeinem Leidweſen begraben. Herzog Cosmus lieden Koͤrper heimlich aus Rom nach Florenz bringen, woſelbſt ihm in der Kirche St-Croce ein trefliches marmornes Grabmal bereitet wurde. Auf demſelben ſind die dreyKuͤnſte: die Bildhauerey, Malerey und Baukunſt, voll Betruͤbniß uͤber den Verlueines ſo groſſen Kuͤnſtlers, vorgeſtellt.

Seine Grabſchrift iſt folgende:

Michaeli Angelo Bonarotio0 e vetuſta Simoniorum familiaee Sculptori, Pictori et Architecto* Fama omnibus notiſſimoLeonhardus patruo arnantiſſ et de ſe optime meritoTranslatis Roma eius oſſibus, atque in hoe templo MaiorumSuorum ſepulcro conditis, cohortante ſereniſſ. Cosmo Med.Magno Hetruriac duce. P. C.A. MD XX. Vixit. Ann. 88. M. XI. D. XV.

Unter ſeinem Bildniſſe lieſet man die zwey Verſe:

Quantum in natura ars, Naturaque poſſit in arte,Hic qui naturae par fuit, arte docet.

Das 16. Kapitel.

Von Franciſco Primaticcio, und Tizian Vecelli vonCador.

54. Franceſco Primaticcio.

Platte„Fim Primaticcio zu Bologna 1490. gebohren, ſollte ſich anfangs der Kauſ-

mannſchaft widmen, allein ſein natuͤrlicher Hang trieb ihn zur Malerey, daher er

jene verließ, und ſich zum Innocenzio von Imola begab, um die Kunſt zu erlernel

Der Meiſter that ihm kein Genuͤge, daher wandte er ſich an den beruͤhmten JuliuRomanus nach Mantua, welcher damals an den Pallaſt del T arbeitete.

M Dieſer Kuͤnſtler ließ ihn ſechs Jahre unter ſeiner Aufſicht arbeiten, in welcher ZeitNNVl er ſich dergeſtalt beſſerte, daß man ihn für einen der beſten Schuler hielte. Er na 1CC5oeKn nicht nur ein gutes Colorit an, ſondern lernte auch geſchickt mit Stuccatur Arbeit 15N gehen. Wie er ſich nun in der Zeichnung feſt geſetzt hatte, und der Koͤnig in 57e reich einen jungen Kuͤnſtler verlangte, der beydes gut malen, und mit Stuccatur 5