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Tizian Vecelli von Cador. 135

o wußte der Herzog keinen beſſern zu ſchicken, als unſeen Pri-o, der ſich. 3055 1531. auf den Weg machte, und in Paris ſehrwohl aufgenommen wurde. Ein Jahr zuvor war auch Roſſo von Florenz, in Parisdate bur genannt, dahin gegangen, der verſchiedene Arbeiten machte, welchehernach a mit des Primaticcio ſeinen verwechſelt wurden. Der Konig ſchickte un-ern Künstler im Jahr 1540. nach Rom, um allerley Anticken und Kunstwerke aufzu-Er war darinn ſo glücklich und emſig, daß er in kurzer Zeit hundert und vier undwende Bidhauerſtücke, theils ganze Stallen, theils Köpfe und Bruſtbilder zuſam-brachte. on den merkwuͤrdigſten Anticken ließ er Formen machen, um ſie inKupfer gieſſen zulaſſen, als von dem Pferde des Marcus Aurelius, von verſchiedenen Bas-Watt olonna Trajana, dem Commodus, Laocoon, dem Nil, der Tiber, der Cle-, u. g. m. 8

beit umgehen ki onntematicci 5

Unter der eit ſtarb Roſſo, und hinterließ eine lange Gallerie, nebſt vieler Stuc-dur rbeit. mußte deswegen nach Paris zuruͤck eilen, umade Sachen auszuführen. Er kam alſo mit ſeinem herrlichen Vorrath von Ankicken an,worunter beſonders die Abguͤſſe bewundert wurden. Denn dieſe waren ungemein duͤn-Is leicht gegoſſen, und ſo kuͤnſtlich gerathen, daß ſie den Anticken faſt gleich kamen.„„ Man ſtellte ſie e zu Fontainebleau auf, der dadurch ein Sammeſplatzder Schönen 1 1 5 1 brachte er die lange Gallerje nebſt vielenJerathen, Stuccatur und andern Arbeiten zu Stande. Es war unmoglich, daß diewe eines Meiſters zureichten, er ließ daher junge itallaͤniſche Maler unter ſeineru cht malen, ats den Prosper Fontana, Bagna Cavallo und insonderheit Nico-lang von Modena, und noch einige mehr, die unbekannt geblieben. Franeiſcus I. gabdien ur Belohnung ſeines Fleiſſes, die Abtey von St. Martin; nach deſſen Abſterben,im der Henrich dem andern eben ſo unverdroſſenz und Franciſcus II. ernannte ihnTurnseheraufſeher aller Gebäude. Er mußte für dieſen Kong biele Aufzüge, Feſte,Maniere und Maskeraden angeben und zeichnen, wodurch er ſich ſeine Gnade erwarb.E an ſagt er habe beſtändig auf einen guten Fuß gelebet, und ſich nichts fehlen laſſen.le erreichte ein ziemlich hohes Alter; obwohl das eigentliche Sterbejahr ungewiß iſt,weiß man doch, daß ſolches ohngefehr um das Jahr 1570. gefallen.

68. Titian Vecelli von Cadore.

TiziaJahr r zian Vece

1477. geb in der Folge der groͤßte Coloriſte neuerer Zeit. Weil

15 ane ben 1 ſchikte man ihn der beſſern Erziehung wegend zehnten ahr nach Venedig, und als ſein Oheim merkte, daß er eine ganz beſon-her Neigung zur Malerey hegle, that er ihn zum Giopanni Bellini in die Lehre, wel-58 damal er beruͤhmteſte Meiſter war. Man ſahe gar bald, daß der junge Tizian85 der Natur alle die Talente, welche die Kunſt erfordert, bekommen hatte. Esda nur zu edauern, daß ihm die Gelegenheit fehlte, die Anticken zu ſtudiren, undme ce iſt die eichnung derjenige Theil, worinn er den wenigſten Grad der Vollkom-länabelt erreicht hat. Sein trefliches Genie half ihm zwar ſehr, allein es iſt nicht zuben en, daß er ich noch mehr von der Zeichnung ſeines Lehrers wuͤrde entfernt ha-berb ſeenn er Gelegenheit gehabt haͤtte, ſeinen Geſchmack nach den Anticken zu bilden. Eror ooſerte f in vielen Stuͤcken, nachdem er die gröſſere und beſſere Manier des Gi-fi one geſehen. Er legte ſich aber mehr auf das ausmalen nach dem Leben, und be-bend vornaͤmlich ſeinen Gegenſtaͤnden, eine ſanfte Rundirung, Licht und Schatten zu* Das iſt de wahre Urſache, warum er es bey ſeinem groſſen Genie ſo 1

lli von Cador aus einem guten adelichen Geſchlechte im Friaul, im platte R.