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Siebender Band.
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und Tizian. 137

Das dritte Bild ſtellte in einer anmuthigen Landschaft ein Spiel der Liebesgötterbor; einige ſammleten Aepfel in Koͤrben, die von andern von den Baͤumen herabge-dorfen wurden, einige beſchäftigten ſich mit ihren Bogen, andere ſchoſſen, noch an-

ere tanzten, und ſprungen mit einander herum, und umgaben die Venus mit den Gra-nen. Mit einem Worte, es war ſo viel liebliches und angenehmes in der ganzen Com-goſſtion, daß man ſie nicht genug anſehen konnte. Dieſe drey vortrefliche Stuͤcke hien-dan nachgehends in dem Aldobrandiniſchen Pallaſt, wo ſie Sandrart in Geſellſchaft vonfete von Cortona, Pouſſin, und Claude Lorrain oft bewundert hat, und endlich ſindie durch den Prinz Ludoviſt an den Koͤnig von Spanien gekommen.

4 Unſer Kuͤnſtler ſetzte ſich hierdurch vollkommen in die Gunſt des Herzogs, daher

auch ſo wohl ſein als ſeiner Gemalin Bildniß malen mußte, welches er mit vieler

1 unſt ausfuͤhrte. Sie ſtützt ſich mit der einen Hand auf einen Mohren, und hat einevergleichliche Draperie. Das Bild iſt von Sadelern geſtochen.

ten Mit aller dieſer Geſchicklichkeit mußte unſer Kuͤnſtler ſich doch in den erſten Jah-n genau behelfen, weil man zwar wohl den Werth ſeiner Arbeit einſahe, aber ſie nichtſeng ſchätzte. Endlich fand er Mittel bey dem Kayſer Carl V. bekannt zu werden, dert 8 lach Verdienſten belohnte, und ihm für das erſte Portrait tauſend Goldgulden ſchenk-hier, So oft der Kuͤnſtler ihn aufs neue malte, welches verſchiedene mal geſchahe, er-57 a eben ſo viel. Der Kayſer ſahe zuweilen ſeiner Arbeit zu, und hob ein-enol einen Pinſel, den er fallen ließ, mit eignen Handen auf, und als der Maler ſichdiaſchuddigte, gab der Monarch zur Antwort: eine Hand wie die vom Tizian ver-ſchre, lch von Kayſern bedient zu werden. Verſchiedene der umſtehenden Hofleutebers en ſich uber dieſe Erniedrigung zu verwundern, der Kayſer gab ihnen aber zu1 oſtehen, daß er alle Tage ſo viel Hofteute, als ihm beliebig wäre, aber keinen Ti-00 machen konnte. Der Kayſer erhob ihn in den Ritterſtand, ſchenkte ihm einende denen Degen, und ernannte ihn auch zum Comes Palatinus. Er malte ferner fuͤr0 8 Kayſer eine betruͤtte Maria, die den gekreutzigten Heyland betrachtet, wodurch die-wie gemein gerͤhrt wurde, und ein allegoriſches Bild von der wahren Religion,fol ſie von der Ketzerey verfolgt wird. Von dieſem hat man einen Kupferſtich mitgenden Verſen:

Caeſaris invicti pia Religionis imago

aereſis anguicoma, et ſaevus quam territat hoſtisChriſtigenum paſſura dolos, ut cernis, utrimqueVirtuti et paci ſeſe commendat amicae.

deſec nig Philipp von Spanien ernannte ihn zu ſeinem Hofmaler, und in Anſehung4 ſuch alte er Chriſtum im Garten, und eine Abnehmung vom Kreutze. Der Koͤnigum te ihn durch ein eigenhaͤndiges Handſchreiben in den anddigſten Ausdruͤcken dar-er ez endneimem Abendmal fuͤr ihn, arbeitete der Künſtler ſieben Jahre, und nachdemben endlich in ſeinem Alter zu Stande gebracht, uͤberſchickte er es, nebſt einem Schrei-fahrlche dan er ber ſeine dürftigen Umſtäͤnde klagte und ſich beſchwerte, daß derGolde Gehalt nicht richtig erfolgte, worauf der Koͤnig ihm nicht nur zwey tauſendgulden ſchenkte ſondern auch ernſtlich befahl, den Gehalt richtig zu beſorgen.

In der Kirche de Frati zu Venedig malte er das hohe Altarbild, die Himmelfarth915 auf Leinwand, 85 aber das Stuͤck ſchlecht in acht genommen wurde, iſt faſtIl. Z ebr davon zu ſehen. Sonſt trift man in derſelben Kirche noch eine MariaSauptth. VII. Band. S und