und Tizian. 139ſonen, eine Venus, eine Maria Magdalena, und das Portrait von dem tuͤrkiſchenKapſer Solimann.
Im Jahr 1 6. berief ihn der Cardinal Farneſe nach Rom, wo er ſehr wohltom Pabſt 5„ 5 ſogar in ſeinem Pallaſte aufgenommen wurde. Er mal-le darauf den Pabſt in Lebensgroͤſſe, den Cardinal Farneſe, und den Herzog Ottavio.Fita erhielte durch dieſes Bildniß groſſen Beyfall, und zwar mehr als mit 3'der homo, welches er dem Pabſt ſchenkte. Michael Angelo und Vaſari 1en eimal, und als erſterer eine nackende Danae mit dem goldenen Regen genau be-trachtet hatte, faͤllte er das Urtheil davon, daß das Colorit vortreflich, und nur zubedauern ware, daß ein Kuͤnſtler von ſo groſſem Geiſte ſich nicht mehr auf die Zeich-gung geleget haͤtte, weil er alsdann in ſeiner Kunſt vollkommen geweſen ſeyn wuͤrde.Jöian erhielt zu Rom reichliche Geſchenke, und fuͤr ſeinen Sohn Pomponius geiſtlichePfründen. Den andern Sohn Horaz, welcher ein ganz guter Bildnißmaler war,ſchäkte er von hier nach Florenz, um die daſigen Werke der Kunſt zu beſehen.
Als Tizian wieder enedig zuruͤck gereiſet war üuͤberhaͤufte man ihn aufsneue mit Aebeiten. eee 1 0 das Bildniß des Marcheſe del Vaſto,0 ber ſeine Soldaten aufmuntert, verſchiedene Gemälde in St. Maria Nova und an-
zen Kirchen. Carl den V. mußte er abermals malen, weil der Kayſer keinen andernKun ler, ſo wie Alexander nur den Apelles haben wollte. Für eine venezianiſche Damedebeiteteer verſchiedene Bilder von der alten Fabellehre aus, als: den Prometheus,dem der Adler die Leber an dem Berge Caucaſus frißt, den Siſyphus, der einen Steinider Holle welzt, Titius mit den Geyern, die Geſchichte des Tantalus, Venuseb d is, Perſeus mit der Andromeda, Diana nebſt dem Acteon, Europa mit demStier; welche Gemaͤlde alle nach Spanien gekommen ſind.
Tizian atte zwey Manieren, welche einer der Gelegenheit gehabt, viel von die-ſem Mei er 1. wird. In der Jugend malte er ſeine Figuren95 dem Le en uͤberaus fleiſſig, ſo daß ſie beydes in der Naͤhe und in der Ferne gutſte le Augen len. Bey zunehmenden Jahren ſehen ſeine Werke kraͤfktiger aus, und
wollen in mehrerer Entfernung betrachtet ſeyn. Seine Nachfolger lieſſen lich da-
reiten, wurden plump, und brauchten zu ſtarke Farben, weil ſie glaub-
In“ ies die Tizianiſche Manier ware. Sie irrten ſich aber, denn wenn an
wid emalden gleich von weitem nicht der Fleiß gewandt zu ſeyn ſcheinet, ſoan
ſolchen doch gewahr, ſo bald man ſich die Mühe nimmt, eine genauereung anzuſtellen.
In ſeinen letzten Jahren arbeitete Tizian noch eben ſo unermuͤdet zu, daher0 wenig auer be W man ſo viel groſſe und kleinere Staffeley Gemaͤldeſweiſen kann. Um dieſe Zeit verfertigte er die heiligen drey Könige, mit vielen Fi-enen ohngefahr einer Elle lang: Für die Kirche Maria della grazia nach Maylandfl Ver pottung Chriſti: Fuͤr den Koͤnig in Portugall eine Geiſſelung Chriſti etwasmmer als de ensgröͤſſe, fur die Dominicaner zu Ancona: Chriſtus am Creutze, und zueiferiJaſſen Maria, Johannes, und der heilige Dominicus: Fuͤr die Kirche der Cru-dr al zu Vene ig einen heiligen Laurentius auf dem Roſte, welches Bild wegen desfachen kuͤnſtlichen Lichts bewundert wird, namlich das eine kommt vom Feuer,Neher de von einer Fackel, das dritte von einem Blitze, welcher die Klarheit desle es noch uͤbertrift: Fuͤr die Kirche St. Sebaſtiano einen heiligen Nicolaus a 0m ſteinernen Stuhl, nebſt einem Engel, der die Inful haͤlt. Eine ä—* S 2
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