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und Tizian. 141

Aera quidem abſumit tempus, ſed tempore nunquamMagni abſumitur gloria Vccelli.

Ma 5 beruͤhmte Dichter Arioſto(deſſen von Tizian gemaltes Bildniß, neben des Platte k.

len 1 ſeinem auf der Platte R. anzutreffen iſt) gedenkt ſeiner in der bereits mehrma-agiche Nieren Stelle, wo er die damals beruͤhmten Künſtler erzaͤhlt, auf eine vor-he Art:

Tizian ch'onoraNon men Cador, che quei Venezia ed UrbinoE gli altri di cui tal opra ſi vede,Qual della priſca eta ſi legge e crede.

Das 17. Kapitel.

Von Tizians Bruder und Sohn, von dem Tintoret und ſeinerTochter und dem Paolo Veroneſe. 8

69. Franciſco Vecelli.

Das glückliche Genie zur Malerkunſt war dem groſſen Tizian nicht von der Naturſe ertheilen gegeben, ſondern ſie hatte es ſeinem Bruder Franciſcus in eben dem Maaſ-eben fo lot. Aus denjenigen Sachen, welche man von ihm hat, zeigt ſich, daß er esnomme weit, als ſein Bruder wuͤrde gebracht haben, wenn er nicht Kriegsdienſte ge-ner 9 75 und auf dieſe Art viele Jahre den Pinſel verlaſſen haͤtte. Wie die Venezia-ſeinen 3 Ruhe und Italien uͤberhaupt Frieden bekommen hatten, kehrte er wieder zuleiſſe a ruder, und ließ ſich durch deſſen Beyſpiel ermuntern, den Pinſel mit größtemzu St ufs neue zu ergreifen. Er verfertigte verſchiedene Arbeiten, als die Orgelfluͤgeldie Verfſah batore, worauf man den heiligen Theodor und Auguſtinus, und inwendigiorgi arung und Auferſtehung Chriſti ſo ſchoͤn ausgefuͤhrt ſahe, daß viele es fuͤr desgione Manier hielten.ehen 5 Kirche zu Oriago ſopra la Brenta ſtellte er auf dem hohen Altar die Auf-te, a iſti, in einer vortreflichen Landſchaft vor, woraus man abnehmen konn-thun ird ſeinem Bruder in dieſem wichtigen Theil der Kunſt in kurzer Zeit gleichKirche malt.„Zu Campo St. Pietro im Paduaniſchen, ingleichen in der Barfuͤſſere er den heiligen Ludwig, Koͤnig in Frankreich, im koͤniglichen Mantel,Franciscus: lehr glücklich gerathen war. Der andere Tizian war uͤber ſeines Brudersir cus zunehmenden Ruhm eiferſuͤchtig, und ſahe wohl ein, was er mit der Zeithe, ihn v wichtigen Nebenbuhler zu befuͤrchten haͤtte. Deswegen gab er ſich alle Muͤ-ringen en der Kunſt nach und nach abzuziehen, und Luſt zur Kaufmannſchaft beyzu-„Zu dem Ende ſuchte er ihm die Sache zu erleichtern, wuͤrkte viele Jollfreyhei-Handlun und erreichte ſeinen Zweck in ſo weit glücklich, daß Franciſcus ſich ganz derweilen auf dadmete. Die von den Geſchaͤften uͤbrige Zeit wandte er zwar wohl zu-Pinsel F ſeine vormalige Liebhaberey, und zeichnete fuͤr ſeine Freunde, aber dent ſo 1 mer nicht wieder zur Hand. Er erreichte ein gutes Alter, doch lebte erlich angeben. als ſein Bruder. Man kann weder ſein Geburts noch Sterbejahr eigent-

983 70. Ho.