Tintoret und ſeiner Tochter, und dem Paolo Veroneſe. 143
made war ſehr gut ausgefuhrt, und das ganze Werk ſo gerathen, daß TintorettsArbeit ſich nchen duft in Geſellſchaft der andern zu ſtehen. 55 7 Ti-5 delle oben erwehntes Handgemenge zwischen den kaiſerlichen und 11 8der Engelsburg, und Paul Veroneſe die Begebenheit vor, wie erwehn 2 5854 Fredrac dem Pabſt Victor V. die Hand zum Poſſen des Gegenpabſts Alexan-ers III. küſſet.
Weil die erſte rbeit unſerm Kuͤnſtler ſo gelungen war, verlangte die Regierungan eben dem Oele en 1 5 Bid von ihm, welches noch beſſer gerieth, und die Ge-ſchichte bokſtellt, wie Alexander Ill. den Kayſer in den Bann thut, und nach der dabenzlichen ewohnheit eine Kerze auslöſchet. Nunmehr fieng man an den Pinſel desJintore s zur Auszierung der Kirchen in Venedig eifrig zu ſuchen. Die Kirche St.
deeo pranget mit vielen Werken dieſes Meiſters, als: die Vorſtellung eines Hoſpi-tals, in welchem der heilige Rochus die Kranken heilet, darinn ſchoͤne nackende Figu-en angebracht ſind, und mitten in der Kirche den Teich Bethesda.
„In der groſſen apelle der Kirche Maria dell Orto ſieht man zwey groſſe Ge-Gelde zwey 11 Ellen hoch, von ſeiner Hand, das eine wie Moſes nach der5 eſetzgebung vom Berge kommt, und ſieht wie die Iſraellten das goldene Kalb an-duten/ und das andere eine Vorſtellung des juͤngſten Gerichts, worinn viel 5
ung, ſeltſame und zum Theil schreckliche Stellungen von Figuren verſchiedenen Al-fers un eſchlechts, bemerkt werden. Man muß des Kuͤnſtlers reiche Einbildungs-kraft loben, ob das Bild gleich hart ſcheint, und dem Auge daher nicht ſehr gefallt.Er hat, ſo wie Michael Angelo, Charons Schif darinn angebracht, und alſo eben denFehler, wie dieſer groſſe Meiſter, wider das Eoſtum begangen. Zu St. Maria Zebe-ade dicht man von ihm die Bekehrung Pauli ohne ſonderlichen Fleiß; in der Carita0 Abnehmung vom Kreuz; in der Sacriſtey bey St. Sebaſtian Moses in der Wu-lie nd zwar malte er das Bild um den Paul Veroneſe zu uͤbertreffen der viel da-10 Larbeitet hatte. Ferner zu St. Hiob die drey Marien, den heiligen Franciſ-loi Se aſtian, und Johannes; bey den Serviten, den heiligen im K desgleichen den Tod Abels auf den Orgel Thuͤren; zu St. Philipp ein Abend-al für den Altar; zu St. Franceſco della Vigna eine Abnehmung vom Kreutze.
In der Schule von St. Marco hat Tintorett ſeines Namens Gedaͤchtniß mit vieremen Bidern aus der Geſchichte dieſes Heiligen geſtiftet;.5 Feufel aus, in dem andern fuͤhrt er eine Seele nach den Himmel, in dem drit-Seeſtolet er einen Märtyrer von der Jugal, und im vierten einen, der ihn in einemGerſturme anruft. Tintorett war ſo fleiſſig und hurtig in der Ausfuͤhrung, daß ſein
emalde oft fertig war, ehe man glaubte, daß die Zeichnung entworfen ſey. Die
5 merde gieng ſo weit bey ihm, daß er alles malen wollke, und daher manches Stuͤck
Dahme die Ehre zu haben, es zu machen, fuͤr einen ſehr geringen Preiß malte, undurch ſich und der Kunſt ſchaden that.
Für die S 5 co hatte er eine Kreutzigung Chriſti malen muͤſſen,drauf decgloſen di Boten dure ein weit wichtigers Werk verfertigen zu laſ-ſer Kind zu dem Ende ſollten Salviati, Friedrich Zucchero, Paul Veroneſe, undun-da unſtler je er eine Zeichnung liefern, um die beſte daraus zu waͤhlen. Unterdeſſen
e andern ſich uͤber die Zeichnung die Koͤpfe zerbrachen, nahm Tintoret dasbenaß non der Gröſſe der Wand„malte das ganze Werk fertig, und ließ es heimlichiſelben Morgen in dem Verſammlungsſaal an den beſtimmten Ort ſtellen, als die 12 75