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Siebender Band.
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144 Kap. 17. Von Tizians Bruder und Sohn, von dem

ſteher zuſammen kommen wollten, um die Zeichnungen zu unterſuchen. Bey Erbli-ckung des Gemaͤldes wurden ſie unwillig, und ſagten zum Tintorett, man hatte keinGemaͤlde, ſondern erſt eine Zeichnung verlangt, noch viel weniger die Arbeit mit ihmverdungen, worauf er ſich damit entſchuldigte, daß das ſeine Art zu zeichnen waͤre.Als er merkte, daß man ihm ſeine Arbeit nicht bezahlen wollte, ſchenkte er es der Schu-le, und brachte dadurch ſo viel zuwege, daß ſein Gemaͤlde hangen blieb, obgleich eini-ge Vorſteher ſehr dawider waren. Er hatte auf dieſem Bilde Gott den Vater nebvielen Engeln, welche herab ſteigen um den heiligen Rochus abzuholen, vorgeſtellt.

Es waͤre viel zu weitlaͤuftig, ein Verzeichniß von der groſſen Menge ſeiner Wer⸗ gke in und auſſer Venedig zu geben, wir wollen nur noch dasjenige anzeigen, welcheunter die beſten Werke dieſes Meiſters, und in Anſehung der Weitlaͤuftigkeit des Um-fangs, unter die groͤßten in der Welt gezaͤhlt wird, weil es vier und dreißig Schuh inder Hoͤhe, und vier und ſiebenzig in der Breite haͤlt. Man ſiehet ſolches in dem her-zoglichen Pallaſt, und iſt darinn das Paradies mit groſſem Fleiß und einer Menge vonFiguren abgebildet.

Tintorett malte bis in ſein Alter, das er hoch brachte, mit unaufhoͤrlichem Fleiß,Er erreichte das zwey und achtzigſte Jahr, ſtarb 1594. und wurde zu St. Maria deiOrto unter dem Bogen von St. Marco, wo er ſeines Namens Gedaͤchtniß durein paar Gemaͤlde geſtiftet hatte, begraben. Der gelehrte Jacob Pighetus ſetzte ihmfolgende ſchoͤne Grabſchrift:Hoſpes, viator, CivisAdſta et perlegeVeneti Apellislacobi RobuſtiicognomentoIintorettiCineresHoc marmore clauduntur.is magnus naturae aemulator, mutam PoeſinIngenio vehementi reddidit eloquentem.Divino ſiquidem penicillo ſole coelique IncolasSuis in tabulis ſpirare coegit.Eas tempus licet vorax merito ſuſpiciens ſervabit:Fama collocabit in templo ImmortalitatisAd ae viternum picturae orbisque ornamentum.Lectortanto virobene adprecare, tum felix abito.

72. Maria Tintoretta.

Tintorett deſſen Leben wir zuvor beſchrieben, hatte das Vergnuͤgen an ſeiner Toch-ter eine geſchickte Malerin zu erziehen. Sie verdienet um ſo viel mehr, daß wir ih-

Platte. per gedenken, je ſeltener man Beyſpiele in der Geſchichte der Kunſt findet, daß 75

Frauenzimmer in derſelben hervorgethan haben. Dieſe Tochter Namens Maria, war

1530, gebohren, und zeigte von Jugend auf mehrere Neigung zur Maleren, als K.andern weiblichen Geſchaͤften, daher der Vater ſie in den Anfangsgruͤnden derſelben Unterrichtete, ſo wenig es auch anfangs ſeine Abſicht geweſen war. Sie folgte dem Paz