Band 
Siebender Band.
JPEG-Download
 

Tintoret und ſeiner Tochter und dem Paul Veroneſe. 145

als Knabe gekleidet, allenthalben und gab auf ſeine Art zu malen, fleiſſig acht. Siebrachte ez daher fruͤhzeitig N einer— Fertigkeit, in Behandlung der Farben, und12 n ein lebhaftes ſchoͤnes Colorit an. Ihre Hauptneigung gieng auf Bildniſſe, de-50 flehnichkeit ſie ungemein gluͤcklich traf. Weil der Vater ſie im Singen 1Ar laſen, und ſie über dieſes vom aufgeraͤumten Weſen war, ſo pflegte ſie bey ihrerAn zu ſingen, und zu lachen. Dies war die Urſache, daß es in Tintorets Hauſe18 an Perſonen beyderley Geſchlechts und von allerley Stande fehlte, die ſichjunge

n Kuͤnſtlerinn abmalen lieſſen.

Sie malte ilipp II. Koͤnig in Spanien, und Erzherzog Ferdinand, nebſt vielenwüern ene Der Vater liebte ſeine Tochter herzlich, und80 nicht, daß ſie ſich aus Venedig entfernen ſollte, zu dem Ende verheyrathete er5 an einen Goldſchmid, von deſſen Familie ihr viele Perſonen zu Bildniſſen dienenU ußten. Das Schickſal wollte aber nicht, daß dieſe Kuͤnſtlerin zur Freude des Vaters800 Mannes lange leben ſollte, denn ſie ſtarb in der beſten Bluͤte 1590. im dreißigſtenJahre. Sie hat einige Gemaͤlde ihres Vaters ſehr gluͤckklich copirt, und auch einigeſſe chen von eigener Erfindung gemacht, die aber nicht ſonderlich bekannt worden, weil

auſſer den Bildniſſen nicht viel Zeit hatte, auf etwas anders zu denken.

73. Paul Calliari Veroneſe.Paul

erblickt Calliari, mit dem Beynamen Veroneſe, von ſeiner Geburtsſtadt Verona, platte xe di

e, Welt im Jahr 1532. Sein Vater war ein mittelmaͤſſiger Bildhauer zu 5 5 1 93 Sohn Benedict hatte, welcher nicht minder ſtarkeine Malerey wurde, aber wenig bekannt iſt, weil er keine groſſe Begierde Hudebe n Namen in der Kunſt zu erwerben, ſondern ſich damit begnuͤgte, 275 Bru erals Wenn groſſen Werken zu helfen, ob er gleich an manchem mehr Antheil hatte

Paul Calliari hielte ich anfaͤnglich bey einem Maler zu Verona, Johann Caroto,lle von welchem er 0 eee„und gar bald zeigte, was er fuͤr 8Ven 3 Malerey hatte. Seine erſten oͤffentlichen Arbeiten vollfuͤhrte er auſſerhamalen 9. Die Regierung hielte ihn aber bald fuͤr geſchickt genug, in ihrem Pallaſte AVorſtelln Er machte zu dem Ende an der Decke des Saals der Dieci eine allegoriſche

ellung wie Jupiter die Laſter vertreibt. Darauf trug man ihm ein wichtigereseck in dem Saal des groſſen Raths auf, wie Kayſer Friedrich Rothbart zum Pabſtdern, In dem Gemaͤlde iſt ein groſſer Reichthum an Figuren, an ſchoͤnen Gewaͤn-

e nnd das Coſtum hat der Künstler wohl beobachtet. Mit dem Gewolbe der Kir-grosse heiligen Sebaſtians, legte er viel Ehre ein, ingleichen mit dem Altarblatt deren Kapelle, und den Orgelfluͤgeln eben daſelbſt.

8 dn dem Speiſeſaal des Kloſters zu St. Giorgio Maggiore ſieht man eines derwählten und eee dieſes Meiſters, die Hochzeit zu Cana, worinnſelung gen hundert und funfzig Figuren zaͤhlet, die alle mit der angenehmſten Abwech-macht n der Stellung, in den Geſichtszuͤgen, in den Kleidern und in dem Colorit ge-Bl nd. Die Vorſteher von St. Marco wollten einige Figuren an der Decke desge* der wegen der griechiſchen Handschriften des Cardinals Beſſarion un-nſe borgröſſert worden war, durch die beruͤhmteſten Maler verfertigen laſſen.te ej r Künſtler ſtellte die Muſick unter drey reitzenden Frauensperſonen vor, und erhiel-Vorzug elbene Halskette zum Geſchenk, weil ſeinen Werken von allen Kennern der

I. uerkannt wurde. Alles was bisher angezeigt worden, nebſt noch vielen klei-

Bauptth. VII. Band. 2 nern