Tintoret und ſeiner Tochter und dem paul Veroneſe. 147
ſſer den offentlichen Werken, und die fuͤr die Gallerien hoher Potentaten ge-
aren, verfertigte er eine Menge Stucke vor Privat Sammlungen, welchef urchgehends etwas von ſeinem Pinſel aufweiſen koͤnnen.
Aumalt w
Wir wollen nur einige derſelben anzeigen. Zu Rom ſieht man im Pallaſt Bor-gheſe einen heiligen Antons 11 den Fichen predigt; bey dem Fuͤrſten Ludoviſi eineReinigung Marla, und Johannes der dem Volke predigt; bey dem Fuͤrſten Güuſti-nian das Bild des verſtorbenen Heylandes. Der damalige engliſche Geſandte in Ve-nodig, ließ viele Gemaͤlde durch ihn malen, welche nachgehends nach England gekom-in de, As eine Opferung Iſaacs, Eva mit Cain und Abel, die Auferſtehung, Johannes10 der WVuͤſten Martha und Maria bey Chriſto, Eſther und Ahasverus, und nochuidere mehr. Viele Stuͤcke von ihm giengen nach Frankreich. Man trift in der koͤ-adlichen Sammlung den Einzug Königs Heinrichs III in Venedig, die Juͤnger vonmau„Judith mit dem Holophernes, Rebecca, Suſanna im Bade, David und Bath-ſeba, u. f. w. an: und unter dem herrlichen Vorrath im Palais Rojal fehlt es auchnicht an Stuͤcken von dieſem groſſen Meiſter. Eine Menge in der vorigen Ausgabeſügezeigter Bilder, welche damals in Privat Handen waren, uͤbergehen wir, weilſolche zerſtreut, und die alten Nachrichten von keinem Nutzen ſind.
Calſiari war, wie bereits zu Anfange gedacht worden, zu einem Kuͤnſtler gebohren.N. ſahe ſeinen Vater bee dadurch bekam er Luſt zum Zeichnen; bey ſeinem erſtendeze iſter Badile war er ſleiſſig, und copirte anfangs deſſen Sachen, und einige Kupferat, Albrecht Düͤrers, davon er deſſen Gewänder annahm. Wie er es weiter gebrachtnache/ gefielen ihm die Zeichnungen des Parmeſans ſehr wohl, er zeichnete ſie ſleiſſig2 ch, und gewoͤhnte ſich dadurch an eine beſſere Manier. Er gab ſich viel Muͤhe in50 nichtigen Ausdruck der Nerven, Muskeln, Adern, des Achts und Schattens, da-Vier oft die Gegenſtaͤnde bey dem Lichte von Fackeln oder Lampen zu zeichnen pflegte.8 glaubten, daß er eine Menge Modelle und Zeichnungen zu Hauſe hätte, 120 utes Gedaͤchtniß kam ihm ſo zu ſtatten, daß er alles behielt, was er nur einmaSagen oder abgezeichnet hatte. Sein Haupt Studium war der Natur, der er in allen
le
gute en glei zu kommen ſuchte, und er beſaß Verſtand und Einſicht genug, nur dasund ſchöne zu waͤhlen.
in Sein vornehmſter Endzweck bey der Arbeit war die Begierde nach Ruhm; erwachte er erſte 3 zu 5 45„und daher ſparte er keinen Fleiß um im-ns ſoerbvere Vollkommenheif zu erlangen. Dieſer Trieb zur Ehre verließ ihn nicht biste, bocteſte Alter; und war Urſache, daß er nicht blos des Gewinnſtes halber arbeite-„ſondern mit einer maͤſſigen Bezahlung vorlieb nahm. Inſonderheit malte er beſtäaͤn-5 0'intoret in die Wette„nicht nur weil ſie oft zuſammen an demſelben Ortegierde es rag bekamen, ſondern weil beyde Kuͤnſtler ſuchten, aus einer edlen Ehrbe-te 5 es einander zuvor zu thun. Allein ein jeder von dieſen beyden Meiſtern behiel-her ſahe emal gewiſſe ihm eigne Vorzuͤge. Tinkoret war von feuriger Erfindung, da-
ſtarke dn, Man in ſeinen Compoſitionen, ſchreckliche Affeeten, viel kuͤhne Stellungen,zug(0 pnelſriche„und ein dunkles hartes Colorit; dagegen Paul Veroneſe den Vor-
deborſenen Omen Figuren, ſanften gefaͤlligen Mienen, reichen Entwuͤrfen, und wohl
ewaͤndern verdienet.wrde ge pinnſuchtig zu ſeyn, hatte unſer Kuͤnſtler durch Ordnung und Fleiß ein
ie Vermoͤgen erworben, von dem er mit ſeinen Kindern gut lebte, und fuͤrn Erziehung orgte. Man beſchreibt ſeinen Character ſehr vortheilhaft, er war* T 2 fromm,