blade. Jiocomo da Ponte, von ſeinem Geburtsorte Baſſano genannt, ſtammte aus einem
148 Rap. 18. Jacob Baſſano, Licinius Pordenone,
fromm, redlich, und freundſchaftlich, gegen jedermann hoͤflich, und daher von allengeehrt. Tizian ſchaͤtzte den Calliari ſehr hoch, und hielte ihn fuͤr einen groſſen Meiſter.Er ſchlug den Beruf Philipps II. nach Madrit zu kommen aus, weil er im herzoglichenPallaſt beſchaͤftigt war, und ſchickte den Friederich Zucchero ſtatt ſeiner hin. Siewaren gute Freunde, und Zucchero hatte von Calliari viele Gefaͤlligkeiten und Ge-ſchenke empfangen, weswegen er ihn in ſeinen Gedichte von der Malerey ungemein
erhebt:
Ma che diro di Paolo Veroneſe,Magnanimo, Corteſe, ed EccellenteChe diede fin a mille belle impreſe,Delle piu ricche gemme d OrienteQueſto mi poſe una collana al collo,E di candide perle un gran pendente.
Paul Veroneſe pflegte zu ſagen, daß man nicht richtig von der Malerey urthe!llen koͤnne, wenn man nicht ſelbſt die Kunſt ausgeüͤbet haͤtte, und daß es eben ſo vergeblich ſey, ohne natuͤrliches Geſchick die Kunſt zu treiben, als wenn man auf dem Mee-re ſaͤnn wollte. Das Jahr 1588. war endlich unſerm Kuͤnſtler zum Ziel ſeines Lebenbeſtimmt, und er brachte ſolches nicht hoͤher als funfzig Jahre. Man begrub i 1ſehr feyerlich zu St. Sebaſtian, in welcher Kirche er ſich durch viele Werke verewighatte. Seine Kinder lieſſen ihm ein marmornes Bruſtbild, welches Bozzetti ausge-
hauen, mit der Aufſchrift ſetzen:
paulo Calliario Pictori VeronenſiNaturae aemulo, artis miraculo.Superſtite Fatis fame victuro.
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und auf dem Grabſteine lieſet man:
Paulo Caliario Veronenſi Pictori CeleberrimoFilii et Benedictus FraterPientiſſ. et ſibi PoſterisqueDeceſſit XIl. Calend. Maii A. MDLXXXVIII.
Das 18. Kapitel.
Jacob Baſſano, Licinius 2 Georg Vaſari, Fried.ucchero.
74. Giacomo da Ponte Baſſano.
Geſchlechte, das viele Kuͤnſtler hervorgebracht hat. Er war im Jahr 1567
gebohren, und lernte die Anfangsgruͤnde der Kunſt bey ſeinem Vater Franciſcus.wurde ein feiſſiger und geſchickter Maler, der ſich aber wenig an groſſe hiſtoriſche B.,der gewagt hat. Seine ſtarke Neigung zum Vieh malen machte, daß man viele 2kuͤndigungen der Hirten, und dergleichen Gegenſtaͤnde von ihm ſieht. In Kirche 5trift man nicht viel von ihm an, deſto haͤufiger ſind hingegen des Baſſano Sachen 5Privat Sammlungen, welches um ſo weniger zu verwundern, weil er ein Alter vo
mehr als achtzig Jahren erreichte. E