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Siebender Band.
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154 Kap. 19. Von Barozio, Palma, d Arpino, den drey Caracci,

Freundſchaft aufgenommen wurde, nach einigem Auffenthalte ſetzte er nach Englanduͤber, und mußte in London viele vornehme Herren abmalen. Er beſuchte auch Spanien,und erhielte den Beyfall Koͤnig Philipps durch verſchiedene Stuͤcke. Er wohnte eigent-lich in Rom, wo er bey der Dreyfaltigkeitskirche einen Pallaſt erbauet hatte. Wie elſeine Reiſen gethan hatte, mußte er die von Vaſari hinterlaſſene mehr erwehnte Kupbeendigen. Friedrich hat die Ehre gehabt, die Maler Academie zu Rom bey St. Lucemit Einwilligung des Pabſts zu Stande zu bringen; er war ihr erſter Vorſteher undſetzte ſie nach ſeinem Tode zum einzigen Erben ein. Er hatte einen ofnen Kopf, un

machte Verſe, welche man zum Theil bey ſeiner Abhandlung von der Kunſt findet,welche den Titel fuͤhrt: Idea dei pittori, ſcultori, ed Architetti, in 2. libri. Torino.160. fol. Von ſeiner Geſchicklichkeit in der Baukunſt hat er auſſer obgedachten Pal-laſt mehrere Proben gegeben; er batte auch Verſuche im Bildhauen gemacht. DieſekKuͤnſtler beſaß eine reiche Erfindungskraft, und brauchte ein gutes Colorit; nur bedauret man, daß er ſich an eine gewiſſe Manier, und an eine Zeichnung gewoͤhnt hatte,die nicht die beſte it. Er ſtarb im Jahr 1609. zu Ancona, und kam nicht in das Gra

ſeines Bruders Taddeo, welchem er eines in der Rontonda bey Raphaels Grabmaleerrichtet hatte.

Das 19. Kapitel.

Von Barozio, Palma, d Arpino, den drey Caracci, Cara-vaggio, Manfredi, Spagnoletto, und den Cavaliere Maſſimi.

78. Friderico. Barozio.

Frieden Barozio wurde zu Urbino im Jahr 1528. gebohren, und erlangte ein ange-

nehmes liebliches Colorit, und eine ſo gute Manier, daß es ſchien, als wenn diLuft, welche er mit Raphaeln eingeſogen hatte, ihm auch eine gleiche Geſchicklichkeit kinfloͤßte. Er lernte bey Battiſta Franco, kam aber bald weiter als ſein Meiſter.Vorſatz war dem Corregio in dem Colorit, und Raphaeln in der Zeichnung nachzuah-men, welches er ſehr gluͤcklich ausfuͤhrte. Im zwanzigſten Jahr kam er nach Rom,und begab ſich unter den Schutz des Cardinals delle Rovere. Er übte ſich ungemeinfleiſſig im Zeichnen. Seiner Geſchicklichkeit ungeachtet war er doch ſo beſcheiden, aßals Michael Angelo eines Tages vorbey gieng, wie er nebſt ſeinen Mitſchuͤlern naner Vorderſeite eines Gebaͤudes des Polydors zeichnete, und alle junge Maler ſich be-muͤhten, demſelben ihre Arbeiten zu weiſen, Barozio allein ganz furchtſam zuruͤck blieb,bis Zuchero ihm die Zeichnung nahm, und dem Michael Angelo zeigte„welcher ſiddaruͤber wunderte, und unſern Kuͤnſtler bat, in ſeinem Fleiſſe fortzufahren. Wie er mitſchnellen Schritten zur Vollkommenheit eilte, uͤberfiel ihn eine Krankheit, die ihn nö-thigte nach Urbino zuruͤck zu kehren.

7.

Einige vermuthen, daß man ihm aus Neid wegen ſeiner auſſerordentlichen Talen-te, welche einen der groͤßten Kuͤnſtler verſprachen, langſames Gift beygebracht habe.Ganzer vier Jahre vergiengen, ehe er wieder hergeſtellt wurde; wiewohl er ſich nie wiedereiner dauerhaften Geſundheit erfreuen konnte, und deswegen weder in die DielKayſers Rudolphs fl. noch Philipps II. in Spanien treten wollte, ob man ihn gleiczu wiederholten malen darum erſuchte.

Barozio gieng darauf wieder nach Rom, und mußte in Geſellſchaft von FriedrichZuccheri im Belvedere fuͤr Pabſt Pius IV. arbeiten. Zu Perugia machte er in de

in dKirche St. Lorenzo eine vortrefliche Abnehmung vom Kreutze. Die meiſte Zeit bug1