Er. ormoſa ſi
Caravaggio Manfredi Spagnoletto, und dem Cavaliere Maſſimi. 155
unſer Kuͤnſtler ſſch zu Urbino auf, und malte fuͤr die Capuziner das beruͤhmte Altar-bld, wie der heilige Franciſtus die Wunden empfaͤngt. Ferner verfertigte er die Kro-peng der Maria, und das bekannte von ihm ſelbſt radirte Altarbild, wie Chriſtus dembeilgen Franciscus von Aſſiſ verzeihet, in der Kirche dieſes Heiligen. Auſſer ver-ledenen andern offentlichen Gemaͤlden, beſchaͤftigte er ſich fuͤr Auswärtige zu ma-and und es fehlte ihm nie an beſtellter Arbeit. Er war ſo ſchwächlich, daß er ſichbum drey Stunden des Tages beſchaͤftigen durfte, dieſe wandte er aber allemal nuͤtz-ich an. Barozio hat daher eine groſſe Menge Werke hinterlaſſen, welche alle durch-iubends geschätzt werden, weil er ihnen ein gewiſſes munteres Weſen, und den Koͤpfenmſonderheit einen angenehmen Ausdruck zu geben wußte. Er beſchaftigte ſich auch mit
adirnadel, und hat verſchiedene artige Blaͤtter geliefert. Dieſer Kuͤnſtler, denman mit Recht unter die beſten Maler Italiens ſetzen kann, ſtarb 16 18. im vier undchtzigſten Jahr ſeines Alters, und wurde in der Kirche von St. Franciſcus zu Urbinobeg en. Man ſagt, daß er zu ſeinen Marienbildern, die ſo vielen Reitz haben, ſei-ge Frau oder Schweſter genommen, und ihnen ſeinen Sohn auf verſchiedene Art in dieArme gegeben, um darnach das Kind Jeſus zu bilden. Eines der ſchoͤnſten Bilderdes Barozio iſt der Aeneas, welcher den Anchiſes traͤgt, im Pallaſt Borgheſe zu Rom,welches Caracci in Kupfer geſtochen. Er wußte ſeinen Bildern, wenn es erfordertwurde, eine ſolche andaͤchtige Miene zu geben, daß der heilige Philippus Neri vonaner Ver uͤndigung Maria, welche Barozio fuͤr die ſo genannte Chieſa nuova gemalthatte, ungemein geruͤhrt wurde, und faſt taglich ſein Gebet dabey zu verrichten pflegte.
79. Jacob Palma der altere und juͤngere.
ben Es giebt in der Kuͤnſtler Hiſtorie zwey Maler mit Nahmen Palma, welche ſich
ade ſehr hervorgethan. 2. von Sandrart in der erſten Ausgabe der Acade-
Se micht ordentlich aus einander geſetzt ſind. Jacob Palma der altere wurde zu
Paunalta im Jahr 1540. gebohrenz und hatte einen Bruder Anton, welcher Jacob
0— den juͤngeren im Jahr 1544. erzeugte, der zum Unterſchied von ſeinem Oheimnnt wu 6
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rde, ob er gleich nur vier Jahre juͤnger war, und ein viel hoͤheres Alterener erreichte.
inn Der altere Palma kam frühzeitig nach Venedig in die Schule des Dizians, wor-na 0 dar bald zunahm, und es zu einer ſolchen Geſchicklichkeit brachte, daß man ihmſchen ſdans Tode verſchiedene von deſſen Gemaͤlden, zu vollenden auftrug. Inzwi-
gleich 585 zu laͤugnen, daß er das Colorit ſeines Meiſters nie vollig erreicht hat; ob er
eine liebliche Manier angenommen hatte, und ſeinen Figuren artige Stel-w und angenehme Mienen zu geben wußte. Die an die ſtrenge Zeichnung derE 5
n Schule gewohnten Kenner tadeln an ihm einen vernachlaſſigten Contur. Da-der man ſeme Gedult in der Ausfuhrung, und den Fleiß in der Nachahmungaß ie ur loben. Er war unermuͤdet, bis er das Gemaͤlde vollendet hatte; und be-man iel Geſchicklichteit das ahnliche bey den Bildniſſen zu treffen. Sonſt beſchuldigteine ihn auch, daß er ſich in ſeinen Arbeiten ungleich iſt, und daß daher einige Stuͤckedia n groſſen Vorzug vor den andern haben. Man trift nicht viel groſſe Derke in Vene-den fan der Hand dieſes Kuͤnſtlers an, weil er mehr Geſchmack an Staffeley Gemaͤl-i fand. Unter ſeinen offentlichen Bildern iſt das beruͤhmteſte in der Marcus Schuleeine 5 1g, welches die Geſchichte vorſtellt, wie der Koͤrper des heiligen Marcus aufſurm Schiffe nach Venedig gebracht wird. Der Maler hat einen vortreflichen See-
85 8 verſchiedene geſcheiterte Barken, und dergleichen dabey angebracht. Zu St.
ria ieht man ein herrliches Bild, die heilige Barbara, von ſeiner Hand.
r wuͤrde noch weit mehr Werke hinterlaſſen haben, wenn ihn der Tod nicht im 4u 2