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156 Rap. 19. Von Barozio, Palma, d Arpino, den drey Caracci/

und vierzigſten Jahre 1888. weggenommen haͤtte Er ward wegen ſeines rechtſchaffe-nen Characters von jedermann bedauert.

Palma der juͤngere lernte anfangs bey ſeinem Vater Anton, und nachgehendẽbey Tintorett, wie einige wollen, wenigſtens ahmte er deſſen Manier ſehr nach.ſich in der Kunſt feſt zu ſetzen, malte er fleiſſig nach den Gemaͤlden groſſer Meiſter.Als er den heiligen Laurentius vom Tizian in der Jeſuiter Kirche copirte, kam deHerzog vom Urbino Guidobaldo oft dahin, um ihn arbeiten zu ſehen, und wie er einmadie Meſſe daſelbſt hörte, malte unſer Kuͤnſtler ihn unvermerkt ab. Der Herzog erfuhtes gleichwohl von ſeinen Leuten, ließ den Kuͤnſtler zu ſich kommen, und hatte ein ſolcheVergnuͤgen daruͤber, daß er ihm nicht nur das Portrait und die Copie vom heiligen Lau-rentius reichlich bezahlte, ſondern ihn auch mit nach Urbino nahm. Wie ſein lehrbesgieriger Geiſt dort aber nicht Kunſtwerke genug fand, ſo ſchickte der Herzog ihn naRom, zu ſeinem Bruder dem Cardinal. Hier beſchaͤftigte ſich Palma den ganzen Tagmit ſtudiren nach Raphael Michael, Angelo und Polydor. Er nahm nunmehr eineleichte angenehme Manier an, zeigte vielen Verſtand in ſeinen Entwuͤrfen, und ma,inſonderheit gute Gewaͤnder. Er brachte es durch ſeinen allgemeinen Beyfall ſo weil,daß der Pabſt ſich bewegen ließ, ihm die Verfertigung einer Gallerie und eines Saalsim Vatican aufzutragen. Nach einem achtjaͤhrigen Auffenthalte zu Rom kehrte erwieder in ſein Vaterland Venedig zuruͤck, woſelbſt es ihm anfangs ſchwer ward Arbeizu finden, weil zu derſelben Zeit viele groſſe Maler im Flor waren. Endlich ward ermit Vittoria einem Bildhauer bekannt, der damals die Aufſicht uͤber die meiſten oͤffent-lichen Werke hatte, und wußte ihn dergeſtalt zu gewinnen, daß dieſer ihn aus Freundſchaft dem Paul Veroneſe, Tintorett und andern aͤltern und wuͤrdigen Meiſtern vor-zog. Palma malte zugleich mit Tintorett im herzoglichen Pallaſt, und mit dem Ar-pino im Oſpitaletto, wo er aus Eiferſucht alle ſeine Kraͤfte anſpannte, und herrlicheStuͤcke verfertigte.

Nach Tintorets und Baſſans Tode ward er der beruͤhmteſte Maler zu Venedig.Man verlangte von allen Orten Arbeiten von ſeiner Hand, und weil er alle zu befrie-digen ſuchte, ſo gewohnte er ſich an eine fluͤchtige und geſchwinde Manier, wie Tinto-rett, und verfiel oft in Nachlaͤſſigkeiten, die ſeinem Namen ſchadeten. Er war ſo auldie Arbeit erpicht, daß er während der Zeit, daß ſeine Frau begraben wurde, ſaß un,malte. Er bewies ſich ſeine ganze Lebenszeit unermuͤdet, und hat daher eine groſſeMenge Sachen verfertigt. Es ware aber um ſeiner Ehre willen beſſer, daß er wenger gearbeitet haͤtte. Inzwiſchen ziehen die Kenner ſeine guten Werke uberhaupt demaltern Palma vor. Man kennt auch einige Stücke von ihm, die er mit eigner Handin Kupfer geaͤtzt hat, als die Enthauptung Johannes, und ein Zeichenbuch. Er ſtarb1628. im vier und achtzigſten Jahr ſeines Alters, und ward in St. Giovanni und Pao-lo begraben, wo man ſein Bruſtbild in Geſellſchaft des Tizians, und ſeines Oheindes altern Palma ſiehet. Er hatte zwey liederliche Söhne, welche vor ihm ſtarbelDie Kirchen und Palläſte zu Venedig ſind voll von ſeinen Werken, und man wirdwenig Gallerien antreffen, welche nicht Stuͤcke von ihm aufzuweisen haben.

80. Io ſe ph Ceſare von Arpino.Joſeph Ceſare war 1860. zu Arpino im Neapolitaniſchen gebohren, und wird 5

Platte s den Italiaͤnern und Franzoſen insgemein nur mit dem Vornahmen Joſepin 1 ule

Sein Vater war ein armer und ſchlechter Maler, der Geluͤbdetafeln fuͤr geringe L 10verfertigte. Bey dem lernte Joſepin etwas von der Zeichnung. Seine Eltern nahm 4ihn mit nach Rom, wo er anfieng ſich auf des Vaters Art zu ernaͤhren. 155

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