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Siebender Band.
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Caravaggio, Manfredi, Spagnoletto, und dem Cavaliere Maſſimi. 159

ihnen Arbeiten aufzutragen. Junge Künſtler die etwas lernen wollten, begaben ſich zuihnen in die 6 30 808 lieſſen ſie Basreliefs, Bruſtbilder und Modellevon Rom kommen, und errichteten eine Academie, worinn unter andern auch denmüngen Kuͤnſtlern Unterricht in der Anatomie gegeben wurde. Das Gerücht von dieſerJuen Academie breitete ſich gar bald aus, und zugleich wuchs auch der Ruhm desſauptſtifters. Der Cardinal Farneſe verlangte den Ludwig nach Rom, um durchihn eine Gallerie malen zu laſſen. Ludwig konnte ſeine Schule aber nicht verlaſſen,und ſchickte deswegen den Hannibal, der bisher ſich bey ihm aufgehalten hatte/att ſeiner dahin. Auguſtin war ſchon in Rom, denn die beyden Bruͤder vertrugenh nicht lange beyſammen. Ludwig blieb nunmehr allein, und man ſahe aus ſeinen5 erken, daß er die Huͤlfe ſeiner Vettern nicht gebrauchte, da dieſe hingegen jederzeiten Rath ihres Lehrers nutzten.

ſch Als Annibal gedachte Gallerie zu Stande gebracht hatte, ließ er nicht ab, bis

Ac ſein Meiſter bewegen ließ nach Rom zu kommen, ob er gleich faſt das ſechzigſteJahr erreicht hatte.

N Ludwig war mit Annibals Arbeit zufrieden, machte einige Verbeſſerungen, hielteſich aber nur dreyzehen Tage in Rom auf. Nach dem Tode Hannibals und Auguſtinsmußte udwig die Ehre der Academie allein zu erhalten ſuchen. Er arbeitete darnebenvielen Klöstern und Kirchen. Vornaͤmlich machte er ſich in der vor der Stadt Bo-dene gelegnen Abtey St. Michele in Boſeo unſterblich, wo er zwey Jahre uͤber verſchie-

5 emälde, welche die Geſchichte des heiligen Benedicts und der Caͤcilia vorſtellen,ſeutachte Bey vielen haben ſeine Scholaren das meiſte gethan, aber ſieben ſind vong 175 eignen Hand, als erſtlich, wie Benedict den Teufel aus einem Prieſter 9te dem zweyten bringt der heilige eine Unſinnige wieder zum Verſtande; auf dem drit-

u bewahrt er ein Haus fuͤr Feuersgefahr. Auf dem vierten, liegt Totila vor ihm auf den1 7 dauf dem fuͤnften, verjagt er den Teufel mit dem Zeichen des Kreuzes; auf dem ſech-der wird er von Weibern in Verſuchung gefuhrt; auf dem ſiebenten iſt der Brand vonverferttey Monte Caſſini, wo der Blitz eingeſchlagen hatte. In dem Kloſter ſelbſt

fertigte er ein Abendmahl auf naſſem Kalk, und an der Decke einen heiligen Petrus.

Ludwi hielte ſich vier Jahre zu Placenz au und malte in dem Dom die Geſchichte

Hellgen g 1 2 Apo und N Sein leztes Werk war eine

enen ndigung, im Dom zu Bologna: allein altershalben gerieth es nicht: Er be

ſer guten Freund um Rath, wie ſich daſſelbe von unten auf ausnahme, und wie die-aus Bosheit es lobte, ließ er das Geruͤſte wegreiſſen: allein er mußte nachher zu

ſes 0 größten Verdruſſe hoͤren, daß es durchgehends getadelt wurde. Er zog ſich die-

ſcahe fſtalt zu Gemüthe, daß er krank wurde, und im 64. Jahr starb. Dies ge-de 1619. und er wurde mit groſſem Gefolge begraben.

zufttendwig hatte einen guten Charakter, war ehrlich, aufrichtig, und mit wenigemſich verhe daher er niemals Vermögen erwarb. Keiner von den dreyen Caracci hatmecbralhet. Unſer Künſtee ſchikte ſic auſſtrordentlic gut zu einem Lehrer, weilſehen e Schuͤler mit Gedult unterrichtete, mit Sanftmuth tadelte, ſich im An-es m zu erhalten wuſte, und durch ſeinen Fleiß ein gutes Beyſpiel gab. Er billigtealte cht, ſondern behauptete, es ware als ein Mangel des Genies anzuſehen, daß ſo vieleMaler in geiſtlichen hiſtoriſchen Gemaͤlden oder Altarblaͤttern, Bildniſſe nachHeiliger u angebracht haben. Er waͤhlte blos Portraits zu den Köpfen einzelnerger, und ſüchte ſolche Heilige aus, die ſich zu dem Portrait ſchickten.*