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2 Augu-ſtinus.

160 von Barozio, Palma, d Arpino, den drey Caracci/

Schuͤlern haben ſich viele, und unter andern Lucio Maſſari, und Lorenzo Garbier!berühmt gemacht. Seine öffentlichen Werke ſind in den Bologneſiſchen Kirchenhauptſaͤchlich zu ſuchen: ſonſt findet man, auſſer in einigen lombardiſchen Staͤdten,wenig von dieſem Meiſter. Man hat einige Blaͤtter die er ſelbſt radirt hat.

Auguſtinus und Hanibal hatten einen Schneider aus Cremona zum Vater; ekſterer wurde 1558. zu Bologna gebohren, und war von dem obgedachten Ludovicſeinem Vetter, im Alter nur zwey Jahre unterſchieden. Die beyden Bruͤder konn eſich nie gut vertragen, wenn ſie beyſammen lebten. Ob ſich gleich Ludwig alle Muͤ-he gab, die Einigkeit zu unterhalten, ſo konnte er es doch kaum ſo lange dahin bringenals ſie unter ſeiner Aufſicht waren. Den Auguſtin hatte man Anfangs zum Gold,ſchmiede beſtimmt, Ludwig brachte es aber dahin, daß er zu den Malern ProſpFontana und Paſſerotti kam, wo er bald ſeine Geſchicklichkeit zeigte. Der jungeMaler hatte aber nicht blos Genie zu ſeiner Kunſt, ſondern zu allem, was er vor-nahm. Er wurde ein Bildhauer, und hauptſaͤchlich ein groſſer Kupferſtecher. Diephiloſophiſchen und mathematiſchen Wiſſenſchaften, die Dichtkunſt, und was malſonſt in damaligen Zeiten zu treiben pflegte, ſchien ihm nicht zu ſchwer zu ſeyn. Alser eine Zeitlang gemalt hatte, ließ er den Pinſel aus Verdruß, weil Hannibal ſo groſſeProgreſſen in der Kunſt machte, liegen, und legte ſich mit aller Macht auf das Kupferſtechen, worinn Tibaldi, ein guter Baumeiſter und Kupferſtecher, ihm Unterricht gab.Wie ſein Bruder nach Parma gereiſet war, folgte er ihm nach, um gleichſa 0Correggio zu ſtudiren eil Annibal ſich aber zu lange aufhielte, gieng er na Ve-nedig, um von Cornelius Cort fernern Unterricht in der Kupferſtecherkunſt/ worindieſer ungemein geſchickt war, zu nehmen, wodurch er es auch ſo weit brachte, daß er un-ter die groͤſten Meiſter in dieſer Art gezahlt zu werden verdient. Cort ſahe daß felSchuͤler beſſer zeichnete als er ſelbſt, und gab ihm deswegen bald den Abſchied. WeilAuguſtin ein groſſer Zeichner war, ſo pflegte er oft in den Kupferſtichen die Zeichnungdes Originals zu verbeſſern. Paul Veroneſe und Tintorett ruͤhmten ihn deswegen,hingegen nahmen Barozio und Vanni es ſehr uͤbel, daß er ohne ihr Wiſſen gan.Figuren in den nach ihnen geſtochnen Blaͤttern geaͤndert hatte. Es iſt Schade daß Al-guſtin ſeinen Grabſtichel nicht immer zum beſten anwendete, ſondern viele unehrbar-Zeichnungen ſtach, die er heimlich verkaufte, und daraus zwar ziemliches Geld loſete/aber bey ſeinem Vetter Ludwig und allen rechtſchaffenen Leuten ein Mißfallen er-weckte. Er zog inzwiſchen einen geſchickten Schuͤler in dem Franciſcus Villamena.

Nach ſeiner Zuruͤckkunft nach Bologna legte er ſich von neuem mit groͤſtem Eifer

auf das malen. Es verdroß ihn, daß Annibal ſich allein ſolchen Ruhm erwarb: un 5währte nicht lange, ſo that er es dieſem jungern Bruder gleich. Weil er ein! ichtelwar, ſo malte er auch mit einem dichteriſchen Feuer; in der Zeichnung war er wie ge.dacht, ſehr ſtark, und dazu nahm er ein angenehmes Colorit an. Weil er drey ſo wich-tige Stuͤcke der Kunſt in ſeiner Perſon verband, ſo konnte es ihm nicht fehlen/.muſte ſich einen vorzuͤglichen Platz Unter den Malern erwerben. Einige Zeit herrſchte Uneter den drey Caracci gute Einigkeit, ſie arbeiteten gemeinſchaftlich miteinande: inden Pallaͤſten Zampieri, Fava und Magnani, ſie ſtunden ſich mit gutem athebey, und ſuchten bey der neu errichteten Academie mit vereinigten Kraͤften zu nien Weil Auguſtin die meiſten Kenntniſſe beſaß, ſo lehrte er die Perſpeke,die Baukunst, die Fabel und Geſchichte. Die Karthaͤuſer verlangten von 4beyden Bruͤdern die Zeichnung eines heiligen Hieronhmus, Auguſtin behielte deVorzug, und bekam ihn zu malen, und ſein Stuͤck wurde in der Kirche aufgehangen.

Die