Caravaggio, Manfredi, Spagnoletto, und dem Cavaliere Maſſimi 161
i Die groſſe Einigkeit waͤhrte nicht lange; deswegen rieth Ludwig dem Auguſtin05 Reiſe nach Rom vorzunehmen, um zu verſuchen, ob durch die Trennung vielleicht85 bisherige vergeſſen wuͤrde. Dieſer ließ ſich von den herrlichen Antiken und andernſei erken dergeſtalt einnehmen, daß er nicht mehr an Feindſchaft dachte, und
en Bruder zu verſchiedenen malen ſchriftlich erſuchte, zu ihm zu kommen: Annibales aber unter dem Vorwande aus, daß es ihm verdrießlich ſeyn wuͤrde Sa-zu ſehen, die gegen ſeine Arbeiten viel zu vollkommen waͤren.
die Falle Annibal endlich nach Rom muſte, um wie unter Ludwig gedacht worden,ſtin zerneſiſche Gallerie zu malen, waren die beyden Brüder lange ſehr einig; Augu-Wi gab mehrentheils die Erfindungen an, malte auch einige Stucke mit eigner Hand.mit e einige Kenner aber ſeine Arbeit mehr lobten, zer fielen die Bruͤder dergeſtalt90 er, daß der Cardinal ſich genoͤthigt ſahe, ſie zu trennen. Auguſtin begabErf adauf zum Herzog von Parma, und malte einen groſſen Saal für denselben.5 5 zu Parma ſo viele Feinde, daß er Verdruß genug ausſtehen mußte. Er ge-gefo* ar nach Genua zu gehen, wohin man ihn unter reichlichen Verſprechungengleich ert hatte, allein der Herzog wolte ihn nicht ziehen laſſen, ob der groſſe Saalvollendet war. Hieruͤber graͤmte er ſich ungemein; dazu kam, daß er ſeit derſtetz mung von den andern Caracci mit denen er von Jugend auf umgegangen war,der mißvergnuͤgt lebte, und ſich innerlich kraͤnkte.„Dieß konnte ſein Koͤrper,halte beſtaͤndiges Arbeiten angeſtrengt und entkraͤftet war, nicht lange aus-Die n, daher er im 44. Jahre, und in dem beſten Alter aus der Welt gieng.zehlt geſchahe im Jahr 1602. Er wurde im Dom zu Parma begraben. Man er-0 85 daß er wenige Jahre vor ſeinem Tode, als er ein Marienbild mit Chriſto ge-ſert„dergeſtalt von ſeiner eignen Arbeit geruͤhrt worden ſey, daß er ſein Leben gebeſ-viel und von der Zeit an keine unehrbare Sachen mehr gemacht habe, darauf er ſonſteine Zeit zu verwenden pflegte. Kurz vor ſeinem Tode verfertigte er fur die KapuzinerPetrus, der ſeine Sünden beweint, zum Zeichen ſeiner Reue: Er fieng auchungſte Gericht an, brachte es aber nicht zu Stande.
ſen ſche hatte zu Venedig einen unehelichen Sohn erzeugt, nahmens Antonio, deſ⸗ auoatepellen Tintorett als ſeines Pathen annahm. Nach den Gemälden in den drey Ka⸗ e.als al artolomeo nell Iſola in Rom zu urtheilen wuͤrde er es vielleicht weiterwaͤre drey Caracci gebracht haben, wenn er nicht 1618. im 33. Jahr verſtorbenſeinez rer hat im Quirinal zu St. Sebaſtian, und andrer Orten ſchoͤne Denkmaleb in der Pinſels hinterlaſſen. Was Auguſtin fuͤr Stuͤcke von der Hiſtorie des Romulusmalt allerie des Pallaſts Magnani, ingleichen im Pallaſte Fava und Zampieri ge-Ar hat, an man in den Pitture di Bologna, und von ſeinen uͤbrigen Werken desN die eansville Leben der Maler B. 1. S. 244. nachſchlagen. Unter ſeinen Kupferſtichen,Int n iebhabern mit groſſer Begierde aufgeſucht werden, iſt eine Kreuzigung nachbrett auf drey Blattern eins der merkwuͤrdigſten.ches Ain bal war der juͤngſte von den drey Caraccei, im Jahr 1560, gebohren, und u an.über er groͤſten Genien, welche die Kunſt jemals geſehen. Viele ſetzen ihn 5theil de udwig; allein ein jeder hat ſeine vorzuͤgliche Seite; und das guͤnſtige Ur⸗ platte d.ug 750 meiſten Verehrer des Annibals kommt daher, weil ſie nicht Gelegenheit ge-Der Vabt Ludwigs Arbeiten, und vornemlich die zu Bologna genau zu unterſuchen.ſeinem 5 batte ihn anfangs zum Schneider beſtimmt, nachgehends ſollte er, nebſter für Verciihr Auguſtin, ein Goldſchmied werden. Als Ludwig aber merkte, wasUau
* he Talente zur Kunſt aͤuſerte, machte er ſich ein Vergnuͤgen daraus, einen»Sauptth. VII. Band.& ſo
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