164 Rap. 19. Von Barozio/ Palma, d Arpinoß den drey Caracci
e Annibal Caraccius5 Bononienſis
e hic eſtee Raphaeli Sanctio Urbinatiee Ut arte, ingenio, fama, ſie tumulo proximus,e Par utrique funus et gloria
e diſpar fortuna
Aequam virtuti Raphael tulitAnnibal iniquam.
Diſceſſit die XV. Iulii MDCIX. aet. XLIX.Carolus Marattus ſummi pictorisNomen et ſtudia colens.
P. A. MDCLXXIIII.
In Arte mea vixit natura et vivit in artei Mens, decus et nomen, caetera mortis erant,
einen
Hannibal hat eine Menge groſſer Schuͤler gezogen, von denen man nur 5ſehen/
Domenichino, Lanfranco, Albani, Guido, und Guereino nennen darf, um einzudaß nicht leicht ein Meiſter in der Kunſt zu finden, der ihm in dieſem Stuͤcke anSeite zu ſetzen iſt. In den Kupferſammlungen findet man einige ſehr ſchäͤtzbal,Stuͤcke, welche er mit eigner Hand radirt hat. In Bologna hat er viele Arbeit inPallaͤſten und Kirchen mit den andern beyden Caracci gemeinſchaftlich verfertigel,die man zum Theil nicht gewiß angeben kann: doch hat er auch einige ganz allein ge-macht, als z. E. zu St. Petronio eine Darſtellung Ehriſti, und eine Auferſtehung inder Kirche Corpus Domini. In Rom ſieht man eine Menge Sachen von ihm. Auſ-ſer der Gallerie malte er in dem farneſiſchen Pallaſte einen Saal il Camerone gesnannt, und zierte die Decke deſſelben mit drey Ovalen von der Geſchichte des Herkules: und in der zum Pallaſte gehörigen Kapelle iſt das Altarblatt das KananäiſcheWeib gleichfalls von ſeiner Hand. Einige Kirchen prangen auch mit Bildern voihm. Seinem beſtaͤndigen Fleiſſe hat man es zu danken, daß in den meiſten gro eGallerien Gemaͤlde von ihm anzutreffen ſind: Nicht nur die Pallaͤſte in Rom, ſol ödern auch die Sammlung des Koͤnigs in Frankreich und Herzogs von Orleans ſinddamit ausgeziert. Eines ſeiner ſchoͤnſten Werke ſieht man, auſſer vielen andernder Churfürſtlichen Gallerie zu Dresden. Es ſtellt den heiligen Rochus vor, wieAllmoſen austheilt, und iſt von Guido Rheni geſtochen.
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Annibal war auf die Geſchicklichkeit ſeines Bruders und Vetters, und inſon,derheit auf ſeinen Schuler Guido ſehr eiferſuͤchtig. Er liebte wenigen Umgang,nur bloß mit Geringern oder ſeines gleichen; wie er denn einmal bey einem Beſuchedes Cardinals Borgheſe, durch die Hinterthuͤre entwiſchte, und den Kardinal ſeinenSchülern überließ. Seine erſten Werke haben ein viel harteres und ſtaͤrkeres olorit-er verbeſſerte ſeinen Stiel aber ungemein durch den Aufenthalt zu Rom.
82. Michel Angelo Merigi da Caravagio.
16 7 Michael Angelo Merigi wurde zu Caravagio im maylaͤndiſchen Gebiete im 75alle 1569. gebohren. Er kam zu verſchiedenen Meiſtern, und endlich zum Joſepin. 3zeitlang ahmte er der guten Manier des Giorgione nach, verfiel aber gar bald a 1wege, und wehlte eine ihm eigne Manier. Er malte blos nach der Natur, un derkümmerte ſich weder um Modelle noch Antiken: und wie man ihm einſtens vonSchönheit der letztern vorredete, gab er zur Antwort, indem er auf den Hau Unſte-
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