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Caravaggio, Manfredi, Spagnoletto, und dem Cavaliere Maſſimi. 165
zunseehenden zeigte: Seht wie viele Muſter mir die Natur darbeut, denen ich folgenun, ohne mich um cure Statuen zu bekuͤmmern. Er gieng darauf in das naͤchſteurthshaus und zeichnete eine vorbeygehende Zigeunerin mit vieler Geſchicklichkeitpf Es war ihm einerley, was er fuͤr Gegenſtaͤnde vor ſich ſahe:. iſt in ſeinen0 en und Stellungen ſelten etwas edles: und er muſte oft den Verdruß erfahren,i glei ze geiſtlichen Vorſtellungen in den Kirchen nicht aufgehangen wurden, 00pöbelt ch in der Abſicht gemacht waren. Man ſahe gemeiniglich niedrige„ unoder. Stellungen, in Stuͤcken, die doch Anſtand und Geſichter voll AndachtNutte en Zuͤge erforderten. Fuͤr die Kirche St. Ludovico ſollte er einen heiligendaran e malen, es wurde aber ein grober Bauer mit einer nichtsbedeutenden Mieneaus: Fuͤr die Kirche Madonna della Scala verfertigte er den Tod der Maria, dieur ein gemeines Weibsbild, das im Waſſer erſoffen, anſahe. Beyde Bilderacht. Lerworfen, weil ſie einen verkehrten Eindruck an dem beſtimmten Orte ge-r haͤtten.
ſch Caravagio war, wie man zu ſagen pflegte, ein bloſſer Naturaliſte, er uͤberließNei ein ſeinem Genie, und wuſte uͤhrigens nichts von Regeln, und Grunden derliebte ung: er ſtudirte weder nach Modellen noch Gemälden andrer Meiſter. Er5 in ſchwarzes und hartes Colorit, und ſuchte dadurch ſeinen Figuren die Erhe-de zu geben: allein er ſetzte das Dunkle zu nahe bey den Lichtern, und das mißfaͤlltgen üge. Inzwiſchen muß man ihm doch den Ruhm laſſen, daß allenthalben eineue Nachahmung der Natur hervor ſcheint. Er ſtrich die Wande ſeines Mahl-eine Maſchwarz an, damit ja ſeine Sachen nicht zu viel helles bekommen ſollten. Weilamer leichter war, als die genaue Beobachtung der Regeln, und der Zeich-ehe ſo bekam er einen ſtarken Anhang von Schuͤlern, die ſo dachten wie er, unter0 0 ſind hauptſaͤchlich Bartholomäus Manfredi, Carlo Lotti, und Ribera, oder derba annte Spagnoletto zu merken. Als Annibal Caracci nach Rom kam, muſte Ca-trefliche⸗ des ſtarken Vorurtheils fuͤr ſeine eigne Manier ungeachtet, dennoch deſſenden hab Colorit loben, und geſtehen, daß er endlich einmal einen guten Maler gefun-als we e. Caravagio verſtund nichts von der Perſpektiv, daher hat es das Anſehen,ſtaͤndi un ſeine Figuren in einer Linie geſtellt ſind. Aus dieſer urſache waren die ver-ſich 05 Maler nie mit ſeiner Arbeit zu frieden: und er hatte den Ruf, welchen erzeigt arb, mehr dem Gluͤck, das ſich einem Kuͤnſtler guͤnſtiger als dem andern er-zu danken, als einer wuͤrklichen Geſchicklichkeit. 5
mit de aravaggio konnte ſich mit niemand in der Länge vertragen, am we nigſten aberKirche u, Cavalier d' Arpino, dem er doch viel zu danken hatte. Letzterer malte in derGem von St. Lorenzo; um ſich uͤber ihn aufzuhalten, brachte Caravaggio in einemalde dabey einen nackenden Rieſen an, der uͤber jenes Werk die Zunge ausſtreckte:gero 1 geriethen ſie derm aſſen aneinander, daß Caravaggio den Degen zog, und einenete 130 Tomaſſino, der ihn zuruck halten wollte, über den Hauffen ſtieß. Er fluͤch-bis die en Pallaſt des Marcheſe Giuſtiniani, wo er ſich eine Zeitlang verborgen hielte,barkeit ache ausgemacht wurde. Unterdeſſen malte er fuͤr dieſen Herrn aus Dank-ai lrdchudne Bilder als den Thomas, der die Finger in Chriſti Seite legt, eineneinez 5 ſſten Matthäus, und beſonders den Cupido auf der Weltkugel ſizend, welcheserſchei hoͤnſten Bilder in der ganzen Sammlung war. Wie er nun wieder oͤffentlichnen durfte, begegnete ihm der Cavalier d' Arpino zu Pferde, dem packte er aufs
er algen, und verlangte er ſollte ſich mit ihm ſchlagen: wie dieſer aber vorwandte, daßu. babſtlcher Ritter ſich mit ihm als einem ſchlechten Burger nicht einlaſſen könnaravaggio ganz raſend, ließ ſich 2 nichts merken. Als er zu 1 255* 3 I.