166 Cap. 19 Von Barozia, Palma, d Arpino, den drey Caracci/
kam, faßte er den Entſchluß, alles zu verkauffen, nach Malta zu gehen, und ſich dortzum Ritter ſchlagen zu laſſen, um alsdenn ſeine Sache mit ſeinem Feinde auszumachen.
Der Grosmeiſter nahm ihn wohl auf, machte ihn zum dienenden Ritter, undbeſchenkte ihn mit einer goldnen Kette. Er malte eine Enthauptung des Johannes inder Cathedralkirche, und andre Dinge, ja er wuͤrde noch mehr Andenken daſelbſt bilterlaſſen haben, wenn er nicht mit einem vornehmen Ritter Händel angefangen halltweswegen man ihn ins Gefaͤngniß ſetzte. Aus dieſem entwiſchte er gluͤcklich, und ſionach Neapel: daſelbſt machte er eine Herodias mit dem Haupte Johannes, wodurer wieder beym Grosmeiſter in Gnaden zu kommen hofte. Waͤrend der Zeit wurdeer einmal Abends vor ſeinem Hauſe von unbekannten Leuten angegriffen und verwun-det. Weil er ſich hier nicht ſicher glaubte, wollte er mit einer Felucke nach Rom ge-hen, wo der Cardinal Gonzaga Verzeihung beym Pabſte wegen ſeines Mordes ausgewirkt hatte. Wie er ans Ufer kam, nahm ihn die Wache, welche ihn fuͤr jemananders hielte gefangen, jedoch wurde er nach ein paar Tagen wieder auf freyen bgeſtellt. Als er darauf ſeine Felucke mit dem Gepäcke ſuchte, fand er ſie nicht mi 1und gieng in der groſſen Hitze zu Fuſſe bis Porto Ercole, wo er in ein hitziges Fieberfiel, und im vierzigſten Jahr 1609. ſterben mußte. Das ganze Leben dieſes Künſt-lers beſtund aus einer Folge von Wiederwärtigkeiten, und verdrießlichen Zufälle/die er ſich durch ſeine ſchlechte Auffuͤhrung, und durch ſeinen zaͤnkiſchen Eharackerzuzog. Er wurde allenthalben verjagt, fand zuletzt keinen einzigen Freund, unmußte ſo zu ſagen auf der Straſſen umkommen. Er hatte nirgends eine bleibendeStaͤtte, ſondern lebte allezeit in den Wirthshaͤuſern. Als es ihm einſtens an 55„ malte er einen Schild fuͤr ſeinen Gaſthof, der nachgehends theuer bezahlt
rde.
83. Bartolomeo Manfredi.
Bartholomaͤus Manfredi war aus Mantua gebuͤrtig. Man kann das Jahr ſel-ner Geburt nicht eigentlich beſtimmen, nur weiß man ſo viel, daß er um das Jahr 1597.zu Pomerancio auf die Welt gekommen. In der Folge nahm er des Merigi da CaravagieManier ſo vollkommen an, daß es ſchwer wird, die Arbeiten dieſer beyden Meiſtvon einander zu unterſcheiden. Er malte Converſationsſtuͤcke nach Art der Miederlan“der, nemlich Geſellſchaften von Trinkern, Spielern, Soldaten und dergleichen,In den Palläſten Giuſtiniani und Veroſpi ſieht man Bilder von ihm. Er lebtelocker, und ergab ſich den Ausſchweifungen, welche ihm zu Rom in den beſten Jahrenden Tod zuzogen.
84. Joſeph Ribera oder Spagnoletto.
Joſeph Ribera, mit dem Beynahmen gemeiniglich Spagnoletto genannt, wur,de im Jahr 1593. im Neapolitaniſchen zu Gallipoli gebohren. Sein Vater ſtammteaus dem ſpaniſchen Orte Xativa im Koͤnigreich Valenzia, daher einige annehmen Ri-bera ſey eben daſelbſt im Jahr 1589. auf die Welt kommen. Der Vater bekleideteeine Kriegsbedienung„lebte aber in armſeeligen Umſtaͤnden, und ſchickte deswegeden Sohn zum Merigi, als dieſer lich angezeigter maſſen zu Neapel aufhielte. Unedeſſen Anfuͤhrung nahm der junge Ribera geſchwind zu, jedoch nach der Art ſeine,Meiſters, daß er ſich auf die Natur verließ, ohne ich um Regeln, oder eine richtigeZeichnung nach Modellen zu bekuͤmmern. Er gieng darauf nach Rom und Parma-an letzterem Orte ſtudirte er nach den Corregio, und in jenem nach dem Raphael, ufdurch er eine beſſere und edlere Manier unvermerkt annahm. Als er eines Tages auder Gaſſe von Rom zeichnete, ſahe ein Cardinal ſeiner Arbeit zu, und ſie gefte a0
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