Caravaggio, Manfredi, Spagnoletto und dem Cavaliere Maſſimi. 167
dergestalt, daß er den jun en Ribera, welcher eine elende Figur machte, zu ſich nahm,
ihn kleidete, 5 eine. unterhielte. So lange es dem Künstler wohl gieng,
igte er ſich auf die faule Seite; er verließ deswegen ſeinen Wohlthaͤter freywillig,
um ſich zum Fleiſſe zu zwingen. Der Cardinal nahm dieſe Undankbarkeit anfaͤnglich
ſehr ubel, wie er aber von Ribera ſelbſt die Urſache vernahm, lobte er den ruͤhmlichenfer zur Arbeit.
z, Aus Begierde den Dominichino, der damals zu Rom in groſſem Ansehen ſtund,ſnuͤbertreffen chte er ſee alte ſtarke und ſchwarze Manier, die er bey Merigi er-lernt, wieder hervor. Weil er viel richtiger zeichnete als ſein Meiſter, ſo hatte ermuri einen groſſen Vorzug: und durch ſeine kräftige Manier machte er, daß dieArbeiten aller damals lebenden Maler ſchwach ſchienen. Er gieng darauf nach Nea-
wo er durch oͤffentliche Aussetzung eines Gemäldes von der Marter des ApoſtelsDartholomaus ſich in groſſen Ruff ſetzte, und bey dem Vicekoͤnig bekannt machte.8 urde in kurzer Zeit als der vornehmſte Maler von Neapel angeſehen, und dem
ominichin ſelbſt, der ſich zu der Zeit daſelbſt aufhielte, vorgezogen. Sein Rahmedaſcholl nunmehr auch in andere Lander, er bekam eine Menge von Beſtellungen: je-ch ſchickte der Vicekoͤnig die beſten Stuͤcke an den Koͤnig von Spanien nach Madritt.Durch ſeinen Fleiß und groſſe Geſchwindigkeit brachte er eine Menge von Stuͤckenzu Stande, deren Anzahl ſich um ſo viel hoͤher belaufen muſte, weil er wenig groſſefaaantlche Gemaͤlde vor Kirchen machte, ſondern am liebſten Staffeleygemalde ver-bdeiste: Seiner kräftigen und harten Manier halben ſchickte er ſich nicht zu gefaͤlligener andachtigen Gegenſtaͤnden, ſondern er wehlte meiſtens ſchreckliche Vorſtellungendes der abellehre oder Märtirergeſchichte: als die Fabel des Tantalus, des Irions,d. romtheus; und die Marter des Stephanus, Laurentius und andre mehre. Indeen Stuͤcken muß man die Nachahmung der Natur, und die Warheit des Aus-rucks loben„wenn gleich ſolche fuͤrchterliche Abbildungen unangenehme Empfindun-ben au Gemuͤth wuͤrken. Vermuthlich hatte Ribera in Rom, wo man mehr er-inet egenſtände und edle Gedanken liebte, ſein Gluck nicht ſo ſehr gemacht, da0 kapel hingegen verehrt wurde, und ein anſehnliches Vermoͤgen erwarb. Man findeG55 nd zwanzig Blätter welche dieſer Kuͤnſtler eigenhändig geaͤzt hat. Unter ſeinenerthülern hat ſich Lucas Jordans beruͤhmt gemacht. Ribera ſtarb 1656. Domenieiin delt in ſeinem Leben der neapolitaniſchen Maler, daß Don Juan von 5 ſich5 85 vera Tochter verliebt, und ſie endlich entfuͤhrt habe.„Der Vater habe 905ge Verdruß, weil er dieſen Schimpf nicht raͤchen koͤnnen im Jahr 1649. unſichtbar955 acht, ohne daß man jemals erfahren koͤnnen, weder wo er hingekommen, nochhielte al ann er geſtorben. Ribera liebte die Pracht, machte vielen Aufwand, undmit ezalle Abend Geſellſchaft in ſeinem Hauſe. Bey der Gelegenheit redete er einmalGehein paar ſpaniſchen Officiers vom Gold machen. Als dieſe ſich ruhmten, dasnerbeimniß zu beſitzen, gab er zur Antwort: er verſtuͤnde es auch, und wollte es ih-56 den folgenden Tag zeigen. Als ſie zu ihm kamen, legte er gleich die letzte Handeme Figur von Johannes dem Taͤuffer. Sie verlangten, er ſollte nunmehr diedas Bimachen, und er verſprach augenblicklich zu willfahren. Unterdeſſen ſchickte erden Bil zu einem Liebhaber, und erhielte zehen Piſtolen dafuͤr. Dieſe legte er aufLiſch hin, und ſagte: Sehen ſie meine Herrn, das iſt meine Art Gold zu machen.
85. il Cavaliere Maſſimi.
Maximus Stranzioni, wurde im Jahr 1585. zu Neapel gebohren, und nach-8 er Pabſt Urban ber VII ihn zum Ritter des Chriſtordens gemacht hatte, nur blosavalier aſſimi genannt. Er lernte bey unbekannten Meiſtern, ahmte den 155
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