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Siebender Band.
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168 Rap. 19. Von Barozia, Palma, d' Arpino, den drey Caracch

nach, ſuchte aber eine lieblichere Manier, und befliß ſich deswegen das Colorit vonGuido anzunehmen. Er achtete dieſen Meiſter ſo hoch, daß er ſeine Schuͤler gluͤcklichprieß, weil ſie das Beyſpiel eines ſo groſſen Mannes taglich vor Augen hatten.trug ihm nebſt Dominichino und Lanfranco auf, die Kapelle des Schatzes der Cathe-dralkirche von Reapel zu malen. Man lobt ſeine guten Erfindungen; und die Beobach-tung des Wohlſtandes in guten Stellungen. Die Zeit ſeines Todes ſetzt Domenicim Jahr 1656.

86. Franceſeo Albani.

Franciſcus Albani erblicke die Welt zu Bologna im Jahr 1578. Sein Vaterwollte ihn wieder Willen zum Seidenhandel, den er trieb, anfuͤhren: Als die Ver-wandten aber nach deſſen Abſterben merkten, daß Albani groſſen Hang zur Molere)blicken ließ, thaten ſie ihn im zwoͤlften Jahr zum Dionyſius Calvart, wo GuidoRheni ſich befand. Weil ſie beyde zu viel Genie fuͤr dieſen Lehrer hatten, ſo begabenſie ſich in die Academie der Caracci. Hier nahmen ſie geſchwind an Geſchicklichkeitzu, und wurden bald unter die vornehmſten Schuͤler gerechnet. Sie waren beſtaͤl-dig bey einander, und ſtunden ſich wechſelsweiſe mit gutem Rathe bey. Albani zeigteeine angenehme Erfindung, nahm ein ſanftes und zugleich lebhafftes Colorit an, Uarbeitete ſeine Stuͤcke fleißig aus, ſo daß Guido, der aͤlter war, und den Albani anfangs unterrichtet hatte, eiferſuͤchtig ward, weil er ſahe, daß ſein Gefährte in derAnordnung mehrern Beyfall fand. Sie trennten ſich deswegen, und jedweder be-hielte ſeine Anhaͤnger, daher eine doppelte Schule entſtund. Albani malte gute Land-ſchaften, und wehlte nichts als angenehme, und verliebte Gegenſtaͤnde: In ſeineFiguren ſahe man artige Stellungen, reizende Mienen, und Wendungen von Koͤpfen,Inzwiſchen hat man ihm zu viel Einfoͤrmigkeit vorgeworfen, weil er gemeinigltſeine zweyte Frau und Kinder zum Gegenſtande waͤblte, wenn er in Gemaͤlden eineVenus und Liebesgoͤtter brauchte. Er hatte nie viel nach Antiken und Modelle ſtu-dirt, daher war ſeine Zeichnung nicht die richtigſte, ſeine Staffeleygemaͤlde behalten vor den groſſen hiſtoriſchen in Kirchen den Vorzug. Er liebte die erſtern auweit mehr, und brachte die meiſte Zeit ſeines Lebens damit zu, weil ſie ihm theuer be⸗ Nzahlt wurden, und er nicht ſo viel verfertigen konnte, als man von ihm verlange NSeine nackten Figuren ſind im kleinen reizend, und haben ein angenehmes Colorit:Gewaͤnder ſind gut geworfen, und die Scene ſeiner Liebesgeſchichten findet ſich in Ge-genden, die allen Reiz einer wohlgewehlten Lage haben.

Albani hielte ſich achtzehen Jahr zu Rom auf, doch entfernte er ſich zuweilenauf eine zeitlang. Es iſt bereits oben erwehnt worden, daß er ſich ſeines ehemaligenLehrers des Annibal Caracci in Rom annahm, wie er zuletzt erkrankte, und daßdeſſen uͤbernommene Arbeit in der Kirche des heiligen Jacobs der Spanier zubrachte. Nach Caracci Tod wagte er ſich allein an ein wichtiges Werk, nemlich aldie Freſcomalereyen im Pallaſte Veroſpi. Sie ſtellen in vielen Gemälden: 50Decke eines Saales, die Sonne auf ihren Wagen, die Jahrszeiten, die Gottheitder ſieben Planeten, und die Tagszeiten vor, und in einem andern Zimmer ſieht madas Urtheil des Paris, und die Geſchichte des Polyphems und Galathee. Sie 1zuſammen in einem beſondern Werke von Trezza in Kupfer geſtochen. Hierdutbrachte er ſich einen groſſen Nahmen von ſeiner Geſchicklichkeit zuwege.

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Als er ſeine erſte Frau verlohren, verließ er Rom, und gieng in ſeine 1ſtadt, wo er anf vieles Jureden ſeines Bruders zum zweytenmal eine ſehr ſchoͤne Jachtheyrathete, die ihm zwoͤlf Kinder gebar. Sie waren ſo wohlgebildef, da uur