die zu Rom in dem ſechzehenden Jahrhunderte gelebt haben. 171
weil er aber zu einer Zeit lebte, wo die Kunſt ſchon von der ſchoͤnen Bahn, welcheRaphael geöfnet, abgewichen war, ſo hat er ſich auch nicht uͤber das mittelmaͤßigeothoben. In ſeinem Alter verließ er Rom und begab ſich in ſein Vaterland, wo erohngefehr um das Jahr 1614. geſtorben iſt.
89. Lorenzino von Bologna.
Lorenzino von Bologna war ein Landsmann von dem Pabſte Gregorius XIII.welcher aus der Urſache viel auf ihn hielt, und unter ſeiner Aufſicht viele junge Malercbeiten ließ. Er machte ſich einen guten Tag, daher man auſſer ein paar Gemaͤlden inde pauliniſchen Kapelle, die Steinigung des Stephanus, und die Tauffe des ApoſtelsPaulus wenig von ihm kennet, und auch weiter keine Nachrichten von ihm hat. Einezeitlang arbeitete der gleichfolgende
9. Raphael Motta.be Raphael Motta unter ihm, welcher zu Reggio im Jahr 1552. gebohren/ und1 h erwachſenen Jahren oft nur Raphael da Reggio genannt wurde. Dieſer Kuͤnſtlerlee in der Jugend ſeinem Vater die Gaͤnſe, lief aber wegen ſeiner Neigung zur Ma-8 1 davon, und begab ſich nach Rom, zu Friedrich Zuccheri, bey dem er ſich eine unge-u, Geſchicklichkeit erwarb, und viele Sachen, insonderheit in dem Pallaſte zu Ca-0 bla gemeinſchaftlch mit ihm verfertigte. Er war inſonderheit im Freſcomalen ſehrHacklich: weil er aber nach damaligem Gebrauch viele Haͤuſer an den auswendigenwinden bemalte, ſo iſt der gröſte Theil ſeiner Werke durch die Lange der Zeit 85ein fene, Es zeigte ſich in denſelben eine edle Erfindung, eine ſtarke Zeichnung und10 lebhaftes Colorit, daher die jungen Maler in Rom ſolche fleißig zu 3 biles-wie Er malte im Vatican viele hiſtoriſche Stuͤcke auf naſſem Kalk, als den Hercules,der den Cacus erschlägt, die Muſen, eine allegoriſche Vorſtellung des paͤbſtlichen5 appens und andre mehr. In der Kirche Maria Maggiore malte er eine ganze Ka-50 8. Man erzehlt, daß ein gewiſſer Maler Johann de Vecchi, der ihn wegenzun Geschicklichkeit beneidete, Raphaeln den Anſchlag gegeben, bey der groͤſten Hitzedaß ardinal Farneſe nach Rom zu reiſen. Dadurch erhitzte er das Blut dergeſtalt,Sei er in ein hitziges Fieber fiel, welches ihn in den beſten Jahren 1 580. dahin rafte.1 erluſt war um deſto mehr zu bedauern, weil er gewiß einer der groͤßten Malerne orden waͤre, und die Kunſt, welche damals in Verfall gerathen war, durch ſei-guteichlige und in den wahren Geſchmack gewaͤhlte Manier wieder al, den vorigeneg zuruͤck gebracht haͤtte. Sandrart giebt eine uͤbermaͤſſige Liebe zu einem
abe den, als die lirſache ſines Todes an: die erſtere Nachricht des Baglioni ſcheinter glaubwürdiger.
91. Paris.Von dieſem Paris fuhrt Sandrart weiter nichts an als daß er nebſt Raphaeldot unter 3 fuͤr den Pabſt gemalt, aber bey weitem nicht die Geſchicklich-uleines Mitarbeiters erreicht habe. Sonſt fuhrt Paſcoli noch zwey Brüder dieſes
8 Range nemlich Dominicus, und Horatius di Paris Alfani an, welche Mitſchuͤlersie, Raph
ael d' Urbino bey Pietro Perugino waren, und in der Folge, als Raphael
erſt für übertraf, fleiſſg 1 deſen Werken ſtudirten. Sie lebten und ſtarben in der
ter Küpellte des ſechzehenden Jahrhunderts; und folglich, muß dieser Paris ein drtunſtler ſeyn, der denſelben Nahmen gefuhrt,
92 92. Jo.