172 Rap. 20. Von einigen Malern
92. Johannes und Cherubim del Borgo.
Der Geſchlechtsnahme dieſer beyden Bruͤder Johannes und Cherubim hieß Al-berti. Sie ſtammten aus Borgo di St. Sepulero, wo ſie von ihrem Vater Michaedie Anfangsgruͤnde der Kunſt erlernten. Johannes legte ſich inſonderheit auf die Per-ſpectivmalerey, und war darin ungemein gluͤcklich. Pabſt Clemens III. ließ die ſoge-nannte Sala Clementina im Vatican durch ihn malen, welche als ein Meiſterſtuͤck derPerſpectiv von allen Kennern bewundert wurde. Er erreichte kein hohes Alter, ſon-dern muſte 1601. im drey und vierzigſten Jahre aus der Welt. Dieſe beyden Bruͤderlebten ſehr vertraut und freundſchaftlich mit einander; Sie theilten ihren Verdienſredlich, weil ſie ihre vielen Gemaͤlde in den Kirchen und andern Orten faſt alle ge-meinſchaftlich arbeiteten, und zwar ſo, daß Cherubim die Figuren, und Johannes dieLandſchaft, das Architectoniſche, und wozu ſonſt perſpectiviſche Kenntniß erfordertward, malte. Cherubim war uͤberdieſes ein fleißiger und beruͤhmter Kupferſtecher/welches ſeine vielen Blaͤtter nach Polydor, Michael Angelo und Zuccheri ausweiſen.Er ſtarb 1615. im drey und ſechzigſten Jahr ſeines Alters, und wurde in der KircheMaria del Popolo zu Rom begraben.
93. Guidone.
Von dieſem Meiſter findet man nichts, als daß er ohngefehr mit obigenKuͤnſtlern zu einer Zeit gelebet, und gut auf naſſem Kalk gemalet hat. Seine Bil-der und Verzierungen lobt Sandrart in der vorigen Ausgabe nach dem van Mander/und ſagt: daß er in der paͤbſtlichen Kapelle nebſt dem nachfolgenden Aletſi gemalt habe.Er ſoll fruͤhzeitig geſtorben ſeyn.
94. Matteo Aletſi.
Aletſi war ein Kuͤnſtler, von dem man eben ſo wenig Nachrichten als von demvorigen auftreiben kan. Er hat zu Rom gemalt, und iſt nachgehends nach Malta ge-zogen, wo er fuͤr den Grosmeiſter und die Kirchen gearbeitet. Seine beſten Sachenſind auf naſſem Kalk gemacht, und unter andern in der Villa zu Monte DragoneFraſcati zu ſehen.
95. Riccardo.
Riccardo war ein Freund von obgedachtem Raphael da Reggio, und arbeitetemit ihm im paͤbſtlichen Pallaſte. Er malte ein Ecce homo fuͤr die Kirche St. Gibvanni de Fiorentini, und als er Raphaeln daruͤber befragte, und von ihm wiſſen woll-te, welches Geſicht er fuͤr das beſte hielte: zeigte dieſer auf einen Kopf, den man nulvon hinten ſahe, und ſetzte hinzu; es waͤre ſchade, daß man dieſes Geſicht nicht ſehenkoͤnnte, weil es vermuthlich beſſer als die andern gerathen ſeyn wuͤrde.
96. Stephanus Parac.
Stephanus Parac kam von Paris, und wurde bey dem Cardinal SeriBaumeiſter. Er zeichnete ein von Cornelius Cort geſtochnes Ecce homo, wel,man fuͤr die Hand des Taddeo Zuccheri hielte. Er war ſelbſt auch ein geſchickter Ku-pferſtecher. Man weiß von ihm, daß er gute Ruinen gemalet hat. Nach einem vie jähegen Auffenthalte zu Rom, kehrte er wieder nach ſein Vaterland, und ſtarb daſelbſt
97. Pasqualino..Pasqualino aus der Anconitaniſchen Mark gebürtig, erlernte die Kunſt ſo 5ſchwinde, daß er nach ſeiner Ankunft zu Rom in Jahres Friſt erſtaunliche Sachen ge
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