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Siebender Band.
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176 Kap. 21. Von einigen beruͤhmten Kuͤnſtlern des 17. Jahrhunderts

Die Genueſer gaben ſeiner Geſchicklichkeit den Vorzug vor allen BologneſiſchenMalern, und berieffen ihn nach Genua, wo er eine Himmelfahrt Maria mit den zibe

Apoſteln verfertigte. Bey dieſer Gelegenheit ſahe er daſelbſt die Arbeit des jungenRubens, und bewunderte deſſen Colorit. Er pflegte ſolche ſeinen Schülern anzubprei-ſen, und oft zu ſagen: Rubens Fleiſch ſey ſo ſchoͤn, als wann er Blut unter die Far emiſchte. Nicht lange darauf bat ihn der Erzbiſchof von Ravena in ſeine Cathedral-Kirche, die Kapelle des heiligen Sacraments zu malen. Er bekam auch einen Runach Neapel, um die Kapelle des Schatzes in der Cathedralkirche daſelbſt durch ſeinenPinſel auszuzieren, hielte ſich aber nicht lange daſelbſt auf, weil ihm die Neapolita-niſchen Maler vielen Verdruß zufuͤgten, und er ſich fuͤrchtete mit Gift vergeben zuwerden. Bey der Durchreiſe durch Rom gaben ihm die Vorſteher der Peterskirchefunf hundert Thaler Handgeld, um fuͤr die Kirche die Geſchichte des Attila zu malen.Er verſpielte aber das Geld, borgte die Summe an einem Orte, gab ſie der Kirchewieder, und gieng voll Verdruß nach Bologna.

Gluido hatte einen groſſen Fehler, das war die Spielſucht, und uͤberdieſes einenziemlichen Stolz auf ſeine Kunſt. Dieſer machte, daß er die Leute oft beleidigte/und in Gegenwart des Pabſtes ſich manchmal bey ſeiner Arbeit zu bedecken pflegte.Er ſagte zuweilen, er ſchaͤtze ſeinen Pinſel hoͤher als eine Kardinalsmuͤtze, und hatte niegerne mit groſſen Herrn etwas zu thun, weil ſie Ehrerbietung verlangen. Die Spielſucht nothigte ihn hauptſaͤchlich in den letzten Jahren ums Brod zu arbeiten, und ſichin den Gemaͤlden mit Hintenanſetzung ſeines Ruhms zu uͤbereilen. Er kam einmalweit herunter, daß er tagweiſe arbeiten muſte; dies verurſachte Nachdenken bey ihm/und er faßte den Entſchluß das Spiel zu verlaſſen. Ganze zwey Jahre blieb er beydem Vorſatz, und erholte ſich waͤrend der Zeit: allein die alte Neigung bekam wiederdie Oberhand, und er verlor aufs neue ſein ganzes Vermoͤgen. Es war ein Gluck,daß unſer Kuͤnſtler ſich durch ſeine geſchwinde und leichte Art zu malen wieder zu hel—fen wuſte. Ein Beweis davon mag ein Kopf des Hercules ſeyn, welchen der Prinzvon Toſcana einſt von ihm verlangte; Er malte ſolchen in zwey Stunden ganz un gafertig, und ſo gut, daß ihm der Prinz ſechzig Piſtolen, und eine goldne Kette davorſchenkte. Der Cardinal Cornero gab ihm ſeine Boͤrſe, um ſich daraus nach Beliebenfuͤr eine Maria, die er in vier Stunden gemalt hatte, bezahlt zu machen; und weil. nur eine geringe Summe nahm, ſchenkte er ihm gleichfalls eine goldne

ette.

Guido malte fleißig auf Taft, weil er ſolchen fuͤr dauerhafter, als Leinwandhielte. Er ließ allemal den Preis fuͤr ſeine Sachen, durch eine dritte Per ſon aus-machen, weil er ſich ſchaͤmte Geld zu fordern: eben ſo wenig konnte er leiden, 0man ſagte der Preis des Gemäldes, ſondern meinte, man ſollte es eine Belohnungfuͤr das Gemaͤlde nennen. Groſſen Herrn ſchickte er die verlangten Sachen, ohne ewas zu beſtimmen, und erhielt dadurch oft ſtaͤrkere Geſchenke als die Summe, welcheer haͤtte verlangen koͤnnen.

Sonſt war Guido von guten Sitten, und liebte die Ehrbarkeit. Er blieb 15her niemals allein, wenn er nach weiblichen Modellen malte, und ſuchte ſo viel moglichdabey die Beſcheidenheit zu beobachten. Unter ſeinen Schuͤlern, deren man zugegen zwey hundert zehlte, hielte er eine ſcharfe Ordnung, gieng aber auf der an 8Seite freundlich mit ihnen um, und zeigte ihnen alle Vortheile.

Wenn