welche zu Sandrarts Zeiten in Italien gelebt haben. 177
N Wenn Guido ſich ein Vergnuͤgen nach der Arbeit machen wollte, ſetzte er ſich3 das Clavier. Vom leſen hielt er nichts, und eben ſo wenig vom ſchreiben, daherdeſeine Briefe und Antworten an vornehme Standesperſonen durch ſeinen FreundEnded abfaſſen ließ. Die unglückliche Neigung zum Spiel beherrſchte ihn bis an ſein855 8 Seine Freunde verlieſſen ihn zulezt alle, weil er immer borgen wollte, undit ſeiner Arbeit nicht genug verdienen konnte, weswegen ihn die Schuldleute beſtaͤn-110 mahnten. Hieruͤber graͤmte er ſich innerlich, und befoͤrderte ſeinen Tod, welcher 1642.u ſieben und ſechzigſten Jahre ſeines Alters erfolgte. Er wurde in der Kirche St.ominicus zu Bologna begraben. Alle Perſonen von denen er Handgeld fuͤr Gemaͤl-zum voraus empfangen hatte, nahmen die angefangenen Stuͤcke, und litten keinenbechaden; aus dem Verkauf der uͤbrigen Stuͤcke loͤßte der Erbe ſo viel daß jedermannefriedigt wurde.
Sc
ligen g Guido war nicht ungeſchickt im atzen, wie er denn einige ſchoͤne Stuͤcke, als den hei-
— Rochus nach Hannibal Caraci, Chriſtus im Grabe nach Parmeſan, und verſchie-
Vit andre Blatter hinterlaſſen. Die groͤſten Kupferſtecher, Audran, Frey, Bloemart,
delther, Strange haben nach ihm geſtochen. Auſſer den bereits angezeigten Gemal-
bie in den Kirchen zu Rom und Bologna, hat er ſowohl daſelbſt als an andern Orten
lch offentliche Bilder geliefert: und in allen Gallerien trift man Beweiſe ſeines tref-en Pinſels in kleinern Stuͤcken an.
105. Dominicus Zampieri.
0 Dominicus Zampieri wurde von ſchlechten Eltern im Jahr 1581. zu Bologna ne 8.gebohren. Man heißt ihn gemeiniglich Dominichino, welchen Nahmen er von ſeinen* N. N.
nachlchülern bekam, weil er ſehr jung in die Lehre genommen wurde. Er behielt ihnV gehends, ſo daß ihn viele unter ſeinem Geſchlechtsnahmen gar nicht kennen. Sein
aer ſchickte ihn anfangs zum Dionyſtus Calvaert, als dieſer ihn aber bey einer gewiſſenſoralegenheit ſchlug, gieng er in die Academie der Caracci, und wurde nicht nur einerhabe eſten Schuler, ſondern auch einer der groͤßten Hiſtorienmaler, die jemals gelebter 05 Wenn die andern ſich luſtig machten, ſo ſaß er und zeichnete: uͤberhaupt liebter— Ur ſich zu arbeiten, und vermied die Geſellſchaft der andern. Die Erlernung1 80 ward ihm ſchwer; er dachte ſeiner Zeichnung vorher ſorgfaͤltig nach, undten 58 folglich langſam. Seine Mitſchüler ſpotteten ihn deswegen oft, und nann-deſto mur il bove della pittura: allein er zeigte ihnen gar bald, daß er die Kunſttec dründlicher erlernte, und uͤbertraf die meiſten unter ihnen. Inſonderheit hatte100 vorgeſetzt, den Guido nachzueifern: und dieſer Wettſtreit in der Kunſt dauerte
beſtändig fort, wie ſie ſchon als groſſe Meiſter miteinander in Rom arbeiteten.
Dominichino machte ich durch ſeine Geſchicklichkeit alle Maler zu Feinden,ſcler den A ani, mit 1 5 7 vertraute Freundſchaft unterhielt. Er folgte dem-malte Rom, wo Hannibal Caracci die beruͤhmte Gallerie im farneſiſchen PallaſteDun„Hannibal, welcher die Talente des Guido beneidete, war froh, daß er an demihm ichino einen Kuͤnſtler fand, der dieſem die Stange halten konnte: und verſchaftearbeitete eiligen Andreas zu St. Gregorio zu malen, wo Guido mit ihm in die Wette* lehe oben das Leben des Guido). Darauf malte er, durch Vermittelung desdelch im Farneſe, die herrlichen Gemälde in der Abrey zu Grotta ferata bey Rom,große a einem beſondern Werke in Kupfer herausgegeben ſind. Sie ſtellen in ſechs
en Freſcogemalden die Geſchichte des heiligen Abts Nilus vor.
Il. Sauptth. VII. Band. 8 8 Er