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178 Kap. 21. Von einigen beruͤhmten Ruͤnſtlern des 17. Jahrhunderts

Er uͤbernahm darauf in der Villa Aldobradini zu Freſcati in zehen Stuͤcken dieGeſchichte des Apollo auf naſſen Kalk, und fuͤr die Kirche della Carita zu Rom, ieberuͤhmte Communion des heiligen Hieronymus, ein ſo vortrefliches Bild, daß Pouf indaſſelbe, nebſt der Verklärung Raphaels, und der Kreuzabnehmung des Daniel vonVolterra, für die drey groͤßten Bilder in der Welt hielt. Er pflegte den Dominichinovorzuͤglich vor andern nur den Maler zu nennen.

Dominichino malte alsdann in der Kirche der franzoͤſiſchen Nation vom heiligenLudwig die Kapelle der heiligen Caͤcilia. Durch jede dieſer herrlichen Arbeiten vel-mehrte er ſeinen Ruhm, aber auch ſeine Neider. Weil ihm dieſe manchen Verdruverurſachten, entſchloß er ſich Rom eine Zeitlang zu verlaſſen, und uͤbernahm die Aus-malung einer Kapelle zu Fano. Von da gieng er nach Bologna, um ſeine Verwand-ten und Freunde zu beſuchen. Zu gleicher Zeit nahm er ſich ein ſchoͤnes Maͤdgen zurFrau, welche ihm nachgehends zum Modelle bey ſeinen Gemaͤlden diente. Er ver er-tigte damals das bekannte Gemaͤlde vom Roſenkranze, woruͤber er zwey Jahre zubrachte. Gregorius XV. welcher den Dominichino als Cardinal Ludoviſi zu Bologlagekannt, war unterdeſſen Pabſt geworden, und berief ihn gleich nach ſeiner Wahl alerſten Maler und Baumeiſter des Vaticans nach Rom. Dieſem fuͤr ihn ſo ſchmeichel-haften Ruf folgte unſer Kuͤnſtler mit Vergnuͤgen. Seine Zeit war aber nicht blos demPabſt und der Aufſicht uͤber den Vatican gewidmet, ſondern er ſtiftete an vielen; ften öffentliche Denkmale ſeiner Geſchicklichkeit. Zu St. Carlo de Catenart verfertigteer die vier Winkel unter der Kuppel. So trug ihm auch der Cardinal Montalti divier Winkel unter der Kuppel zu St. Andrea della Valle auf, die noch heutiges Tageals Muſter der Kunſt angeſehen werden. Er ſollte noch die ganze Kuppel dazu malen/allein der Cardinal ſtarb daruͤber, und die andern Maler erregten ihm viel Schwierig'keiten, bis ſolche endlich Lanfranco erhielt.

Dieſer Vorzug verdroß den Dominichino dergeſtalt, daß er ſich entſchloß nachNeapel zu gehen, zumal da man ihm nach dem Tode des Pabſts auch die Aufſicht uͤberden Vatican genommen. Er hatte die Arbeit an der Kapelle des Schatzes in der da-ſigen Kathedralkirche uͤbernommen. Verſchiedene groſſe Maler, als Guido, der 4vallier von Arpino, und Geſſi hatten ſolches Werk bereits angefangen, aber ausFurcht vor den neapolitaniſchen Malern verlaſſen. Dieſe drohten mit Gift und Mord,wenn ſich ein Fremder an ein Werk wagen wuͤrde, davon die Ehre der Ausfuhrungihnen zukaͤme. Dominichino ließ ſich durch das inſtaͤndige Bitten ſeiner Frau unubrigen Freunde nicht abhalten, ſondern reißte nichtsdeſtoweniger hin.

Bey ſeiner Ankunft machte man ihm ein reichliches Gehalt, und ein Geſchenknach Vollendung der Arbeit aus, das ſich nach Sandrarts Bericht auf 20000. Kro-nen belief. Die Kapelle iſt dem heiligen Januarius gewidmet, und ſo groß, daß ſiebenAltaͤre darinne ſtehen. Alles was die andern Maler bereits gemacht hatten, wurdeherunter geſchlagen, woruͤber ſie noch mehr auf den Dominichino erbittert wurdenund Urſache waren, daß er bey der Arbeit unglaublichen Verdruß ausſtehen mußle,und ſich endlich genoͤthigt ſahe, heimlich davon zu gehen, und Frau und Kinder im

Stiche zu laſſen.mpagn

6 Er blieb ein Jahr zu Rom, unterdeſſen verglich der Cardinal Buoncol

die Streitigkeiten mit den Vorſtehern des Schatzes. Dominichino ließ ſich n 1bereden zu Vollendung ſeiner vorigen Arbeit wieder nach Neapel zuruͤckzukehren. Aleer zog ſich dadurch neuen Verdruß zu. Mur eines anzufuͤhren, ſo beſtach Mauer