Band 
Siebender Band.
JPEG-Download
 

515

welche zu Sandrarts Zeiten in Italien gelebt haben. 179

dark, daß ſie Aſche unter den Kalk miſchten„damit ſeine Malerey nicht daraufArber., Auf ſolche Art brachte er drey Jahre auf die unangenehmſte Weiſe uͤber einer8 eit zu, die er unter andern Umſtaͤnden in einem Jahre haͤtte verrichten koͤnnen.05 zuletzt keinem Menſchen, ſeinen eignen Leuten, und ſogar ſeiner Frau, aus5 0 vor Gift nicht mehr trauen. Er bereitete ſeine Speiſen ſelbſt. Allein allerlicht ungeachtet ſtarb er 1641. im ſechzigſten Jahre, nicht ohne ſtarken Verdachtachte fangenem Gifte, und ward in der Kathedralkirche begraben. Seine Feindeee dahin, daß nach ſeinem Tode alles, was er an der Kuppel gemalt hatte,

ſaeriſſen, und dieſe dem Lanfraned zu malen übergeben wurde. Man ließ nichts

fl des Dominichino Hand ſtehen, als die vier Winkel unter der Kuppel, und vierAltargemaͤlde.

bezei 8 Character des Dominichino war gut, rechtſchaffen, und ohne Tadel. Ernen 8 ſich gegen jedermann aufrichtig, redete von niemand uͤbel, und verachtete kei-55 waftler, der geringere Geſchicklichkeit als er beſaß. Dem ungeachtet fand er al-19 haben Feinde wo er hinkam, und zog ſich durch ſeine groſſe Geſchicklichkeit Neiderein S scheint, das Schickſal hatte ihn beſtimmt, ein Maͤrtirer der Kunſt zu werden:hatte ickſal das deſto haͤrter war, je weniger er es durch ſeine Auffuͤhrung verdientN enn er einen Affect malen wollte, ſo ſuchte er ſich erſt darein zu ſetzen, undnete alsdann den Ausdruck ſeiner Mienen nach dem Spiegel. Seine Oelmalereyengeweſt etwas trocken, allein auf naſſem Kalk iſt er unſtreitig einer der gröͤſten Meiſterwürfe 8 Er litte nicht gerne daß jemand ſeiner Arbeit zuſahe; und pflegte ſeine Ent-in tif ange vorher zu uͤberlegen: daher er gemeiniglich in einen Mantel eingehüllt, undun 95 Gedanken auf der Gaſſe gieng. Man muß ihn ſowohl in heiligen Vorſtel-auſſer y als in angenehmen Gegenſtaͤnden bewundern: Ein Beweis iſt im erſten Fall,qu Rol en vielen bereits erzehlten Bildern, der heilige Sebaſtian in der Peterskirchedaſelh/ und im andern, die Diana mit ihren Nymphen im Pallaſt Borgheſe eben-t, eines der ſchoͤnſten Stuͤcke, welche dieſes Kuͤnſtlers Pinſel hervorgebracht hat.

. nichino war nicht nur als Geſchichtmaler gros, ſondern verdient auch einen Platz

niß 550 Landſchaftmalern. Seine Stuͤcke in dieſer Art zeigen eine groſſe Kennt-fi Perſpectiv und Baukunſt, und eine gluͤckliche Nachahmung der Natur. f Er

ler ſ 775 die Radirnadel in die Hand genommen: hingegen haben andere Kuͤnſt-kunt to eifriger bemuͤhet ſeine herrlichen Werke durch Kupferſtiche der Welt be-der aur and allgemeiner zu machen. Weil man in der vorigen Ausgabe das Bildniß aufMan 7 S. noch nicht vorſtellen konnte, ſo iſt daſelbſt ein leerer Platz geblieben.

rift es aber ſtatt deſſen auf der Platte N. N. an.

106. Johann Lanfranco.

der 5. ie kommen abermals auf einen groſſen Maler aus der Caracciſchen Schule,5 ar nicht vollkommen war, aber in Anſehung des Kuppelmalens von vielen fuͤr dendaſel n eiſter gehalten wird. Johann Lanfranco ſtammte aus Parma, und erblickteSelt im Jahr 1581. Als Auguſtin Caracci fuͤr den Herzog Ranucciokam Lanfranco zu ihm, und nahm in kurzer Zeit dergeſtalt an Geſchicklich-mit 1 ſein Lehrer ſich daruͤber verwunderte. Seine erſte Arbeit war eine Mariagehangem denen Heiligen, und ſchon ſo gut, daß ſie zu St. Auguſtin in Placenz auf-und 3 ward. Er ſtudirte viel nach dem herrlichen Gewoͤlbe des Corregio in Dom,die Nei dete die ſchoͤnen Verkuͤrzungen nach: und daher blieb vermuthlich lebenslanggung zur Kuppelmalerey bey ihm.

wecher mil Auguſtins Tode gieng er mit zwanzig Jahren nach Rom zum Hannibal,

in im Pallaſt Farneſe gebrauchte. Seine Nebenſtunden wandte er an nach3 2 Raphaeln

Platte s.