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welche zu Sandrarts Zeiten in Italien gelebt haben. 181

d Als um das Jahr 1646. viele Unruhen in Neapel entſtunden, ſuchte Lanfrancoieſen durch eine Reiſe nach Rom zu entgehen. Pabſt Urban VIII. gewann ihn ſo lieb,

. ihn zum Ritter machte: und auſſer dem Petrus, wie er auf dem Waſſer geht,

ch er Kirche dieſes Apoſtels, noch verſchiedene Arbeiten durch ihn verfertigen ließ. Es

Werte“ daß das Alter den Geiſt dieſes Kuͤnſtlers geſchwaͤchet habe, denn ſein letzteswerb, die Kuppel in der Kirche de Catenari, fand noch viel weniger Beyfall, als8 Kapelle zu Neapel: Ja viele behaupten, daß es das ſchlechteſte unter allen ſeinen

zwekken dieſer Art iſt. Kaum hatte er es zu Stande gebracht, ſo ſtarb er auch, und

Sen an demſelben Tage, als man das Geruͤſte, worauf er gemalt hatte, wegnahm.ein Tod fallt in das Jahr 1647. und in das ſechs und ſechzigſte ſeines Alters.

Faun;(Lanfranco hinterließ ein ſchoͤnes Vermögen, ob er gleich nebſt ſeiner zahlreichen5 ile allezeit ſehr gut gelebt hatte. Er liebte die Geſellſchaft, und war im Um-ſtaue angenehm: dem ungeachtet bewies er ſich ſehr fleißig, wie man aus den er-Manlichen groſſen Werken abnehmen kann: deren ungeachtet er gleichwol noch einenge anderer verfertigte. Seine Freſcomalereyen behalten wegen ihrer herrlichentheilnergen Composition, wegen der ſchoͤnen Gewaͤnder, und der glücklichen Aus-ken„. der Lichter, allemal einen Vorzug. Er war ſo ſehr fuͤr dieſe Art der Ma-35 eingenommen, daß er oft zu ſagen pflegte: Mit Oel koͤnne eine jede Frau malen:er in den Werken auf naſſem Kalck erkenne man den groſſen Meiſter.

107. Giovanni Franceſco Barbieri da Cento oder Guercino.

Jahr Johann Franceſco Barbieri da Cento wurde zu Cento unweit Bologna im Vlatte

ald 1590, gebohren. Weil er etwas ſchielte, bekam er den Beynahmen Guercino,7 er behalten hat: Man kennt ihn ſogar unter dieſer Benennung durchgaͤngigbeſſer. Guereino war zum Maler gebohren: ſchon im zehnten Jahre machte er eindun obi woraus man ſein trefliches Genie abnahm. Er irrte Anfangs zu Bo-3 eit been einem mittelmaͤſſigen Meiſter zum andern; weil er aber zuletzt ſich einigelern:. Hannibal Caracci aufhielt, ſo rechnet man in gemeiniglich zu deſſen Schu-keit ab er gleich in der That mehr durch eignen Fleiß und naturliche Geſchicklich-ung als durch Anweiſung groß geworden. Vom Caracci nahm er die richtige Zeich-edler and vom Caravagio die kräftige Manier an, wiewohl er nachgehends einenGesel Ausdruck, und ein lieblicheres Colorit waͤhlte. Eine Zeitlang arbeitete er inellſchaft ſeines Vetters Benedetto Gennari, der kein ungeſchickter Meiſter war.

ce ſ Die Natur hatte dem Guercino eine fruchtbare Einbildungskraft gegeben, wel-bb ſch in allen ſeinen herrlichen Compoſſtionen auſert. Man wird durch ſeinen er-wählen Ausdruck gerͤhrt, und findet ſchöne Gedanken in ſeinen Entwürfen. ErSolte mehrentheils das Licht von oben, und wuſte ſeine Gegenſtaͤnde durch ſtarkeſelatten ſo zu heben, daß die Werke andrer Meiſter, wenn ſie neben die ſeinigen ge-The wurden, dagegen ſchwach ſchienen. Er hielt das Colorit fuͤr eines der wichtigſtenwal eines Gemäldes, wodurch es allgemein gefallt, da die Zeichnung und Anord-wiſſ mehr einen Kenner erfordern. Wenn man ſein Urtheil uͤber beruͤhmte Gemaͤldeſic in wollte, pflegte er zur Antwort zu geben: Er halte ſie nicht frey von Fehlern,5 aber nur das ſchoͤne daraus zu nehmen, und bekuͤmmere ſich nicht um das, wasa daran zu tadeln ſeyn moͤgte.

Guereins Ruhm breitete ſich dergeſtalt aus, daß viele Maler aus Bolognaund andern Orten nach Cento kamen, theils ſeine Arbeit zu ſehen, theils bey ihm zuen. Er errichtete deswegen eine eigne Schule, und gab zu deren Behuf Git