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welche zu Sandrarts Zeiten in Italien gelebt haben. 183

ginterlaſſen. Seiner Zeichnungen nicht zu gedenken, deren es eine faſt unzaͤhligeenge giebt, denn man hat nachgerechnet, daß er 186. Altarblaͤtter, uͤber 158. groſſe

hiſtoriſche Gemaͤlde, ohne die Kuppeln und vielen Freſcomalereyen an den Waͤnden,

und auſſerdem noch eine betraͤchliche Anzahl kleiner Staffeleygemälde gemalt hat,aher man in allen Gallerien Stuͤcke von ſeiner erſten und andern Manier findet.

108. Peter Bernini.

Petrus Bernini wurde 1862. im Florentiniſchen gebohren. Er lernte dieMalerkunſt bey dem Cavalier d' Arpino, und arbeitete fur den Cardinal Farneſe zuLaprarola. Seine Hauptſache war aber die Bildhauerkunſt. Nachdem er es in bey-

en ziemlich weit gebracht hatte, wollte er ſein Gluͤck in Neapel verſuchen. Daſelbſtverheyrathete er ſich, und zeugte den beruͤhmten Cavalier Bernini, von dem gleich

it mehrern gehandelt werden wird. Pabſt Paulus V. verlangte ihn nach Rom,um daſelbſt in der pauliniſchen Kapelle allerley Bildhauerarbeit zu verfertigen. Erahm den Ruf an, und machte für ihn ſowohl, als für Urban VIII. viele Werke inMarmor. Er blieb bis an ſein im Jahr 1629. erfolgtes Ende in Rom.

109. Johann Lorenz Bernini.

Johann Lorenz Bernini, ein Sohn des Vorigen, erblickte die Weſt im Jahr Platte r

2508. zu Neapel, und ward bey zunehmenden Jahren einer der groͤßten Bildhauerneuerer Zeit. Er lernte bey ſeinem Vater, und kam mit demſelben ſehr frühzeitigbi Rom, wo er Gelegenheit fand, den Geſchmack nach den herrlichen Antiken zuilden. Im zehnten Jahre machte er ſchon den Kopf der heiligen Praredis in Mar-. ſo gut, daß Paul V. den Knaben zu ſehen verlangte. Als er fuͤr den Pabſtam, und dieſer aus Scherz ſagte: er ſollte ihm einen Kopf zeichnen, fragte er: wasr einen? worauf der Pabſt den Apoſtel Paulus nannte. Der junge Bernini zeich-ete in weniger als einer halben Stunde dieſen Kopf aus freyer Hand, daß der Pabſtd alle Anweſende daruͤber erſtaunten. Paul V. trug ſeinem Vetter, dem Cardi—b f zorgheſe, die Vorſorge fuͤr den jungen Bernini auf, welcher daher aus Dank-arkeit die erſten guten Arbeiten ſeiner Jugend dem Cardinal widmete. Man ſiehtuche in der Villa Borgheſe; als da ſind vornaͤmlich die Gruppe vom Aeneas und8 iſes, welche er im funfzehnten Jahre verfertigte; der David mit der Schleuder,1 Geſicht er nach dem ſeinigen copirte; Apollo und Daphne, welches die Kenner1 eines der beſten Stuͤcke halten, die Bernini jemals gemacht hat, ob er gleich nut0 in das achtzehnte Jahr gieng. Es zeigt ſich darinn das Studium nach den Anti-5 welches Bernini nachgehends verließ, und ſich an den Stil mit groſſen Gewän-ern gewohnte der weit weniger ſchoͤn iſt. Weil die Daphne etwas zu ſehr entblößtVer machte der Cardinal Barberini, wie er ſie anſichtig wurde, ein paar moraliſcheerſe daruber welche noch auf dem Poſtement ſtehen:

Quisquis amans ſequitur fugitivae gaudia formae,Fronde manus implet, baccas ſeu carpit amaras.

Als Gregorius XV. aͤbſtlichen Thron beſtieg, muſte er deſſen Bildniß drey-

mal machen, 1 80 f de U Urban VIII. oder der geweſene Car-rberini war unſerm Kuͤnſtler ſehr gewogen. Bernini bekam das ganze Werk

hielt oben freyſtehenden Altars von Bronze in der Peterskirche zu machen, und er-nachdem er neun Jahr damit zugebracht hatte, 5000. Ducaten dafuͤr. Er gab zueicher Zeit den Springbrunnen in Piazza di Spagna an, welcher ein Schiff 1 755