welche zu Sandrarts Zeiten in Italien gelebt haben. 187
ſtclung von der goͤttlichen Vorſehung arbeiten konnte womit er ſo viel Ehre einlegte,daß die Kenner es unter die beſten Werke zu Rom in der Freſcomalerey hielten.
Sacchi zeichnete regelmaͤßiger als Albani, und verdiente in Anſehung des Aus-deucks, und der Bekleidung, welche ſich der Natur mehr nähert, den Vorzug. Erſuchte in der Zeichnung dem Caracci, und in der Grazie dem Corregio nachzuahmen,ſich aber eine ihm eigne Manier ͤdie er beſtaͤndig behielt, und ſeine Stuͤcke mit
ildetebaer Sorgfalt endigte. So angenehm und luſtig Sacchi in Geſellſchaften war, ſo
mer doch keine Freunde: weil er die Werke anderer zu ſcharf tadelte, und allengang mit ihnen vermied Als er ſchon ziemlich bey Jahren war, nahm er eineleise nach Venedig und der Lombardey vor, wodurch einige Jahre hingiengen. Eremuͤhte ſich der Manier des Corregio naͤher zu kommen, es war aber zu ſpaͤt: und alshier z ſeiner Zuruͤckunft die Gemälde Raphaels im Valſcan wieder ſahe, ſagte er,der finde ich Titian und Corregio, ja was noch mehr iſt Raphael. Sacchi arbeitete8 groſſer Ueberlegung, und dachte allemal erſt ſeinen Gegenſtand lange durch, ehe„Ausführung schritte: Er ſuchte das Wahre, und entfernte ſich niemals davon.jeht ſeinen Gemälden die Uleb erlegung, und eine gewiſſe daraus f olgende Furcht-ſumkeit an: und bemerkt uͤberhaupt, daß er in einfachen Gegenſtaͤnden gluͤcklicher, alsit rosen Compoſitionen war. Der heilige Romualdus in der Kirche dieſes enein Meiſterſtück von ihm, das Frey geſtochen. Es herſcht darin eine gute An-0 zung, und ein angenehmer Ton, welcher um deſto mehr Schwuüͤrigkeiten gehabt ha-en muß, weil man ſechs Figuren von weiß getleideren Eamaldolenſer Moͤnchen daraufAblet. Fuͤr den Pabſt malte er eine Verklaͤrung auf dem Berge Tabor, fuͤr dieKapelle auf dem Monte Cavallo, und in einem andern Zimmer vier groſſe Hiſtorien,i keutztragung, den heiligen Andreas, eine heilige Helena, und die Marter5 gebwiſſen Heiligen: In dem Battiſterio von St Johann von Lateran verſchiedeneales w zur Geſchichte der Maria, an der Decke: In der Sacriſtey alla Minerva iſt0 von ſeiner Hand; Der Tod der heiligen Anna zu St. Carlo de Catenari wird für3 einer beſten Stuͤcke gehalten Sonſt ſieht man in den Kirchen des 1 0 Iſi-dieſen den Heiligen dieſes Nahmens in Entzückung ö und zu St. 9 0 1 edas Gedeiligen, wie er einen Todten auferweckt, von ſeiner Han„Er ſo e auchzeicheewöͤlbe der Kirche des heiligen Ludwigs malen, und hatte die Cartons dazu ge-binder, allein das Podagra, welches ihn einige Jahre vor ſeinem Ende plagte, ver-5 rte le Ausfuͤhrung. Er ſtarb endlich, nachdem er viele Schmerzen ausgeſtan-nes“ 1661. im zwey und ſechzigſten Jahr ſeines Alters. Man errichtete ihm ein ſchoͤ-Künc enkmal in der Kirche von St. Johann von Lateran; worauf der Sterbetag desmenſlers eht: Picturae ac vitae lineas abſolvit. d. 21. Iun. 1661. Er hat ſichnals verheirathet, aber einige Kinder auſſer der Ehe erzeuget.
112. Andreas Camaſſei.
Von dem Andreas Camaſe ſagt Sandrart weiter nichts, als daß er wie Sacchien ate und galereln 9 5 Er heißt eigentlich Andreas Camaſſei, und war16. Schuler des Sacchi, und Dominichino. Nach des Paſcoli Nachrichten wurde erSach zu Bevagna gebohren. Er hatte eine angenehme Manier, welche ſich demN icht nͤhert. Man ſiehet in vielen Kirchen Arbeiten von ſeiner Hand, als in dertau. aeine Himmelfahrt der Maria, zu St. Andrea della Valle den heiligen Gae-arber and in einigen Pallaͤſten hat er auf naſſen Kalk gemalt, zum Exempel, imJupiter mischen den Apoll nebſt den Muſen, und in den von der Familie Ruſpiglioſt denKardſa nebſt vielen andern Göttern. Bey ſeiner Verheirathung ſchenkte ihm derinal Barberini 3000. Ducaten: und Pabſt Urban VIII. vertraute ihm die chAa 2