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194 Kap. 22. Von einigen italieniſchen Kuͤnſtlerinnen.ade-

Der erſte iſt der Kopf des Marcheſe Giuſtiniani, deſſen hin und wieder in dieſer Akadmie gedacht worden. Er war ein groſſer Beſchuͤtzer der Kuͤnſte. Sandrart hielte ſichlange bey ihm auf, und beſorgte die Zeichnungen der koſtbaren Galleria Giuſtiniana/wie in deſſen Leben angezeigt worden.

Der letzte Kopf ſtellt einen chineſiſchen Maler vor, den Sandrart Higiemondonennt, von deſſen vermuthlich ſehr mittelmaͤßigen Malerey weiter nichts zu ſagen/als was bereits auf der 53. Seite des VI. Bandes dieſer Akademie angefuͤhret worden.

Das 22. Kapitel.Von einigen italieniſchen Kuͤnſtlerinnen.

122. Propertia Roſſi.

ropertia Roſſi war eine geſchickte Bildhauerin aus Bologna gebuͤrtig, wie Vaſartberichtet. Sie ſchnitt inſonderheit ſchoͤne Figuren in Pfirſingſtein, dergleicheneilf im Pallaſt Graſſi zu Bologna gezeigt werden. Sie verfertigte aber auch Basxe-liefs von Marmor, Bildniſſe und kleine Statuen. Sie verliebte ſich in einen jungeMenſchen, als ſie bereits verheyrathet war, dieſer ließ ſich aber nicht zur Gegenliebebewegen; wahrend der Zeit, da ſie dieſer Leidenſchaft nachhieng, verfertigte ſie en,artiges Basrelief, welches den Joſeph vorſtellte, wie des Potiphars Frau ihn benzMantel aufs Bette ziehen will. Der Kopf des Joſephs ſtellte das Bildniß ihreGeliebten vor. Dieſes war ihr letztes und ſchoͤnſtes Stuͤck, weil ſie ſich durch dieleLiebeshandel ihre Tage verkuͤrzte. Sie beſaß auch viele Geſchicklichkeit mit der Federzu zeichnen, und in Kupfer zu etzen. Clemens VII. hatte ſo viel gutes von dieſerKüͤnſtlerin gehort, daß er ſie zu ſprechen verlangte, als er ſich im Jahr 1533. wegeder Kroͤnung Kaiſers Carls V. in Bologna aufhielte; er muſte aber mit Leidweſen Ver-nehmen, daß ſie kurz zuvor in einem Hoſpital geſtorben war. An einer der Thuͤrder Kirche des heiligen Petronius ſieht man gute Bildhauerarbeit von ihrer Hand.

123. Plautilla Nelli.

Plautilla Nelli war Aebtiſſin des Kloſters der heiligen Catharina von Siend inFlorenz, Vaſari meldet aber nicht eigentlich wann ſie gelebet. Sie kopirte nicht 1die Werke andrer Meiſter in Miniatur ſehr gluͤcklich, ſondern ſie erwarb ſich auch duregroͤſſere Gemaͤlde mit Oelfarben Beyfall. Man trift von ihrer Hand zwey 2 1ſtuͤcke in der Kirche ihres Kloſters an, darunter die Anbetung der heiligen 5Koͤnige inſonderheit Lob verdient. In der Kirche der heiligen Lucia ſieht man ein 2ſes Gemälde von ihr, welches Maria mit dem Kinde von vielen Heiligen bey 1Geſchlechts umgeben, vorſtellt. In andern Kirchen von Florenz hat ſie glei 15 rihres Nahmens Gedaͤchtniß auf eine ruͤhmliche Art geſtiftet In ihren letzten 5ken findet man inſonderheit ſchoͤne weibliche Kopfe, welchen ſie eine ausnehmen e amuth zu geben wußte. Sie malte ſolche nach einem gewiſſen Maͤdchen, Nahm8 de Doni, welche damals wegen ihrer ausnehmenden Schoͤnheit beruͤht

ar.

124. Lucrezia Quiſtelli. fucrezid

Von dieſer Kuͤnſtlerin wiſſen wir nicht viel, auſſer daß Vaſari meldet, Lukt etraQuiſtelli ſey aus Mirandola gebuͤrtig geweſen, und an den Grafen Clemens de arheh-

59.55.5