Kap. 22. Von einigen italieniſchen Nuͤnſtlerinnen. 195
N derborathet worden. Sie hatte die Malerey bey dem Alexander Allori, welcherAal ngelo Bronzino Schuͤler war, erlernt, und verfertigte Bildniſſe, woran dieonlichkeit gelobet wurde.
125. Sophonisbe Anguſciola.
nur 9. Jopponisbe Anguſciola iſt unter den bisher angefuhrten Kuͤnſtlerinnen nichti ie beruͤhmteſte, ſondern auch die geſchickteſte. Ihr Vater Amilcar Anguſciolae Cremona. Sie hatte eine richtige Zeichnung und ein gutes Colorit. Siewe Qucklich, malte aber auch ähnliche Bildniſſe, und Bilder von eigner Erfin-5 Ihre Lehrmeiſter waren Bernardino Campi, und Bernardino Gatti. Derf 9 5 Geſchicklichkeit erſcholl bis nach Spanien, daher Koͤnig Philipp II. ſie nachkühn erbten abholen ließ, und ihr eine anſehnliche Beſoldung gab. Sandrarte
hdue ſtellte ein ſchreyendes Kind vor„das von einem Krebſe, der aus einem vordarüb chenden Korbe gekrochen, geknippen wird: ein dabey befindlich Maͤdgen lachteinen 8 Dieſe Kuͤnſtlerin erwarb viel Vermoͤgen, und der Konig verheyrathete ſie annien rdelmann. Als ſie ihren Mann verlohren, geſiel ihr der Aufenthalt in Spa-nicht mehr, deswegen begab ſie ſich nach Genua, wo ſie das Ungluͤck hatte, ihreshalts; beraubt zu werden. Anton van Dyck beſuchte ſie, wahrend ſeines Auffent-in 1 Genua fleißig, und unterredete ſich von der Kunſt mit Fr. Sie war damals0 zue hohen Alter, und bereits blind, van Dyck war aber mit ihrem UnterrichteVindeiden, daß er nachmals oft zu ſagen pflegte: Er habe in der Malerey von einerguſcſ 108 mehr Licht empfangen, als von ſeinem Lehrmeiſter ſelbſt. Sophonisbe An-Sch d hatte vier Schweſtern, Anna, Europa, Lucia, und Minerva, welche ihreihre meinen wurden, und Bildniſſe malten. Anna war die geſchickteſte, man ſiehtund wine Bildniſſe um das Jahr 1570. Lucia hatte die meiſte natuͤrliche Fahigkeit,deit urde ihre Lehrmeiſterin Sophonisbe uͤbertroffen haben, wenn ſie nicht ſehr fruͤh-ler. und bereits im Jahr 1565. geſtorben waͤre. Minerva verband mit der Ma-daß 5 poetiſches Genie, und machte lateiniſche Verſe, weswegen man bedauerte,
e beym Portraͤtmalen blieb, und ſich nicht durch eigne Erfindungen zeigte.
126. Artemiſia Gentileſchi.
Schül. br Vater war Horatius Gentileſchi, ſeines Stiefbruders Aurelius Lomideliht welcher ſich durch ſeine gefällige und fleißige Manier im malen, in RomFrankten achte, von da im Jahr 1621. nach Genua, und auf Befehl des Königs voneich nach Paris gieng. Nach einem zweyjaͤhrigen Auffenthalte wurde er mit
im ehalte von 500. Pfund Sterling an den engliſchen Hof berufen, wo er auch. und vierzigſten Jahr ſtarb. Sandrart lernte dieſen geſchickten Maler daſelbſtergele und beſuchte nachgehends ſeine Tochter Artemiſia, welche ſich zu Neapel nie-dern aſſen hatte. Er ſahe viel ſchoͤne Arbeiten von ihrer Hand, und ruͤhmt unter an-in d einen David mit dem Haupte Goliaths. Ihre kleinen Stuͤcke waren meiſtensi anier des Guido Reni, doch beſaß ſie auch viele Geſchicklichkeit im Bildniß-nung d., Sie hatte ſich durch fleißiges Zeichnen in der Akademie eine richtige Zeich-g erworben, und war wegen ihrer Kunſt am Hofe des Vicekoͤnigs ſehr gelitten.
trefliche Zeichnung von ihr, welche ſie von Madrit nach Florenz ſchickte.
PlatteF. F.